Auszeichnung Schule Schönwald ist „besonders wertvoll“

Die Schönwalder Schülerinnen und Schüler fühlen sich in ihrem Lese- und Hörclub der schuleigenen Bibliothek sichtlich wohl. Foto: Volksschule Schönwald

Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus verleiht der Grundschule ein Gütesiegel. Damit würdigt es die außergewöhnlichen Bemühungen um die Leseförderung.

Schönwald - Früher als erwartet hat Simone Reitmeier, die Leiterin der Grundschule Schönwald, jetzt Gewissheit: Ihre Schule wird mit dem Gütesiegel „Treffpunkt Schulbibliothek – Fit in Medien“ des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus ausgezeichnet. Damit erhält die Schönwalder Schulbibliothek für die nächsten zwei Jahre das Prädikat „Besonders wertvoll“, wie es in einem Schreiben des Ministeriums heißt. Diese Auszeichnung haben außer der Grundschule Schönwald in ganz Bayern nur noch vier andere Schulen erhalten: eine weitere Grundschule, eine Mittelschule und zwei Gymnasien.

Fester Bestandteil des Schullebens

Laut der Fachjury für die Verleihung des Gütesiegels ist die Schönwalder Schulbibliothek nicht nur gut ausgestattet, sondern stelle „auch durch inner- und außerunterrichtliche Aktionen und Veranstaltungen einen festen Bestandteil des Schullebens“ dar. Und: „Ihre Schulbibliothek ist ein Ort der aktiven Leseförderung. Sie wird von den Mitgliedern der Schulfamilie anerkannt und geschätzt. Darauf können Sie zurecht stolz sein.“ Das Gütesiegel wird Anfang Oktober im Rahmen einer digitalen Veranstaltung verliehen.

Die Schulleiterin freut sich – wie alle ihre Kolleginnen – riesig über die Auszeichnung; vor allem, weil es, wie Simone Reitmeier sagt, mehr als die Schulbücherei würdigt, nämlich auch „alles, was wir darüber hinaus machen“.

Auf eigene Faust

Im Mittelpunkt des Engagements aber steht natürlich die Bibliothek, „die wir mithilfe der Kinder ganz auf eigene Faust auf die Beine gestellt haben“. Durch Aktionen und mit Spenden hat die Schulfamilie die kleine Bücherei komplett selbst finanziert, ohne den Sachaufwandsträger – die Stadt Schönwald – zu belasten. Mit dem Geld – immerhin fast 10 000 Euro – , das der Förderverein der Schule verwaltet, wurden und werden Bücher angeschafft, die auf das Lesealter der ersten bis vierten Klassen abgestimmt sind.

„Dabei orientieren wir uns stark am Grundschullehrplan“, berichtet Simone Reitmeier. So gibt es auch jede Menge Sachbücher, mit deren Hilfe die Kinder die Themen, die im Unterricht behandelt werden wie etwa „Der Wald“, noch vertiefen können. „Besonders für solche Themen schaffen wir Bücher an.“

Bibliotheksarbeit kennenlernen

In die „Bibliotheksarbeit“ und die Abläufe des Entleihens werden in Schönwald auch die Schüler eingebunden. „So lernen sie von Anfang an, wie Bibliotheksarbeit abläuft“, erklärt die Schulleiterin. Darüber hinaus soll ein Ausleihteam aus Schülern gebildet werden, und, wenn der Wlan-Anschluss in der Schule steht, sollen die Kinder auch via Tablets Lesestoff recherchieren können.

Das kommt Erst- wie Viertklässlern zugute, denn: „Wir gehen mit allen unseren 88 Schülerinnen und Schülern in die Bibliothek, und bis auf die neuen Erstklässler haben alle auch schon Bücher ausgeliehen.“ In den „Lese- und Hörclub“ der Schule gehen die Kinder mit ihren Lehrerinnen und haben so die Gelegenheit, die Bücher kennenzulernen.

Auch mit der Stadtbücherei, die im Schulgebäude untergebracht ist, pflegt die Schule eine rege Partnerschaft, wie Simone Reitmeier sagt. „Dort dürfen die Schüler Wünsche äußern, welches Buch sie gerne einmal lesen würden, und Nicole Krauter, die Leiterin der Bücherei, bestellt es dann. Das ist wirklich eine tolle Zusammenarbeit!“

Leseturm aus „Backsteinen“

Doch nicht nur die Einrichtung einer Schulbibliothek als Lese- und Hörclub hat die Jury überzeugt. Auch die anderen Aktivitäten zeugen davon, wie wichtig der Schule die Sprach- und Leseförderung ist. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren das weite Feld ,Lesen’ als profilbildendes Thema ausgewählt“, hat die Schulleiterin schon früher berichtet. In jedem dieser Schuljahre habe es ein ganz spezielles Motto rund ums Lesen gegeben wie „Lesen ist Kino im Kopf“ oder „Ein Meer voller Bücher“. Simone Reitmeier: „In diesem Jahr lautet das Motto ,Unser Leseturm‘. Das bedeutet: Für jedes Buch, das die Kinder lesen, erhalten sie klassenweise einen ,Backstein‘, aus denen dann ein Turm gebaut wird.“ Außerdem gebe es eine kleinen Wette zwischen Lehrern und Schülern. Die Lehrerinnen hätten die Kinder herausgefordert: „Wetten, ihr schafft es nicht, bis zum Schuljahresende 880 Bücher zu lesen!“ Das sporne die Schüler natürlich an.

Und Schulleiterin Simone Reitmeier behauptet: „Sie werden das schaffen, davon bin ich ganz fest überzeugt.“ Wenn die Kinder diese Wette gewinnen, wartet am Ende des Schuljahres eine schöne Belohnung auf sie: ein Picknick am Kornberg-Turm.

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