Awo Arzberg Tragende Säule der sozialen Arbeit

Christl Schemm
Seit 40 Jahren hält Günther Frank (Zweiter von rechts) der Arzberger Arbeiterwohlfahrt die Treue. Zehn Jahre ist Hildegard Hilpert (Mitte) dabei. Mit im Bild (von links): Bürgermeister Stefan Göcking, zweiter Awo-Vorsitzender Dietmar Bauer und Vorsitzender Alexander Wagner. Foto: /Christl Schemm

Die Arbeiterwohlfahrt deckt mit ehrenamtlichem Engagement viele Bereiche der Gesellschaft in Arzberg ab. Sie betreibt die Tafel und betreut Senioren, Kinder und Geflüchtete.

Tafel, Seniorenclub, Kids Club, Flüchtlingsbetreuung: Das alles umfasst die Arzberger Arbeiterwohlfahrt (Awo). Der Ortsverein ist damit eine tragende Säule der sozialen Arbeit in der Stadt. Hunderte von Menschen profitieren davon, dass sich Frauen und Männer ehrenamtlich um sie kümmern. Darum, dass sie sich trotz geringen Einkommens oder niedriger Rente mit ausreichend Lebensmitteln versorgen können, dass es soziale Kontakte und sinnvolle Beschäftigung gibt, und dass sie in der Fremde nicht ganz alleine gelassen werden.

20 000 Euro Fördermittel

In der Jahreshauptversammlung berichtete Vorsitzender Alexander Wagner, der auch an der Spitze des Kreisverbands steht, über die Arbeit in den vergangenen beiden Jahren, denn 2021 war die Zusammenkunft aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen. Diese bescherte der Awo laut Wagner gleich Anfang 2020 weitere Aufgaben: einen Einkaufsservice während der Lockdowns sowie die Produktion von Mund-Nasen-Masken und Desinfektionsmitteln.

Die Tafel in Arzberg war nach den Worten des Vorsitzenden die einzige im Landkreis, die trotz der Corona-Beschränkungen immer geöffnet war. Jährlich unterstützte die Einrichtung rund 3000 Haushalte. Alleine in diesem Bereich seien 35 Helferinnen und Helfer, darunter auch Geflüchtete, ehrenamtlich aktiv. Für die Versorgung der Menschen während der Corona-Zeit habe die Tafel 20 000 Euro Fördermittel von der Aktion Mensch bekommen. Das Angebot, mobile Ausgabestellen auch in Wunsiedel und Marktredwitz zu organisieren, hätten die Verantwortlichen der dortigen Tafeln leider abgelehnt.

Kredite getilgt, Rücklagen vorhanden

Für den Kids Club, in dem 20 Kinder betreut würden, berichtete Wagner unter anderem von einer kontaktlosen Schnitzeljagd während der Zeit der strengen Corona-Maßnahmen. Der Senioren-Club habe 2020 pausiert, 2021 seien Aktivitäten wie Treffen zum Kaffeetrinken wieder angeboten worden, aber nur eingeschränkt möglich gewesen, sagte Leiterin Victoria Felgenhauer.

Die Corona-Pandemie trifft die Awo auch finanziell, wie Wagner weiter ausführte. „Man merkt das an den Einnahmen“, sagte er. Wie sich Preiserhöhungen bei Strom und Gas auswirken, sei noch nicht abzusehen. Trotzdem seien Kredite getilgt worden und Rücklagen vorhanden. Den Mitgliederstand bezifferte er auf aktuell 154. Damit nähere sich der Arzberger Ortsverein der Mitgliederzahl des stärksten Ortsvereins im Landkreis, nämlich jenem in Marktredwitz.

Verärgert zeigte sich der Vorsitzende darüber, dass fünf Familien afghanischer Ortskräfte vom Ankerzen-trum aus gerade an dem Tag in die Gemeinschaftsunterkunft nach Arzberg geschickt worden seien, an dem sie in Bamberg ihr Geld hätten erhalten sollen. „Sie sind dann ohne Geld bei uns angekommen, also haben wir die Tafel aufgemacht, damit sie etwas zu essen hatten“, sagte Wagner. „Aber das interessiert keinen Menschen. Solche Sachen müssen besser werden. Da müssen wir auch politisch den Mund aufmachen.“

Wichtiges Ehrenamt

Großes Lob bekamen Alexander Wagner und „sein“ Ortsverein von Bürgermeister Stefan Göcking und Sabine Hoffmann als Vertreterin des Kreisverbands. „So einen rührigen Vorsitzenden findet man nicht gleich wieder“, betonte Hoffmann und würdigte auch die Arbeit der vielen engagierten Mitglieder. Die Awo in Arzberg sei sehr gut aufgestellt, sagt Stefan Göcking, der sich ebenfalls für die ehrenamtliche Arbeit bedankte. „Die Awo ist ein sehr verlässlicher Partner. Gerade in Zeiten wie diesen merken die Menschen wieder, wie wichtig ein solches Ehrenamt ist“, meinte der Bürgermeister. Er mahnte, dass das Sozialgefüge aus den Fugen zu geraten drohe. Die Menschen seien unsicher und hätten Angst. Deswegen gelte es, zusammenzuhalten und für die Geflüchteten die Auswirkungen der Flucht zu mildern.

Wahl und Ehrungen
In der Hauptversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt: für 10 Jahre Hildegard Hilpert, Doris Meier und Hildegard Fischer, für 20 Jahre Dieter, Gusti und Ann Kristin Max, für 30 Jahre Albrecht Schläger, für 40 Jahre Günther Frank.

In den Vorstand wurden gewählt:Vorsitzender Alexander Wagner, Stellvertreter Dietmar Bauer, Kassierin Stefanie Wagner, Schriftführerin Heike Faltenbacher, Revisoren Manfred Pfeiffer und Franziska Lederer; Beisitzerinnen sind: Ulrike Ullermann, Victoria Felgenhauer, Cindy Krause, Simone Göcking, Sina Wagner und Martina Schott; Delegierte im Kreisverband: Ulrike Ullermann, Stefanie Wagner, Martina Schott, Victoria Felgenhauer, Merisa Sikorsky, Bianca Kliewer und Hanna Keding.

 

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