Baden in der Pandemie Freibäder warten auf den Startschuss

Die Becken sind gereinigt, die Anlagen auf Vordermann gebracht. Wann die Bäder öffnen, bestimmt diesmal nicht das Wetter, sondern die Politik.

Hof/Rehau/Oberkotzau - Die Freibäder der Region bereiten sich auf den Sommer vor – ohne zu wissen, wann sie angesichts der Pandemie überhaupt Gäste empfangen können. „Wir können öffnen – aber es liegt noch keine Entscheidung über einen Termin vor“, erklärt Betriebsleiterin Michaela Franke, die für das Hofer Freibad verantwortlich ist. Wie in den Jahren zuvor sei man auf den Start in die Badesaison vorbereitet.

„Es standen keine größeren Reparaturen oder Maßnahmen an“, berichtet die Betriebsleiterin. Die Pumpen werden gereinigt, gesprungene Fliesen ausgetauscht und die Grünanlagen auf Vordermann gebracht. Diese Arbeiten laufen bereits seit Mitte März. Aktuell wird das Schwimmerbecken mit Wasser befüllt, und am Spielplatz bei der Matschzone und im Nichtschwimmerbereich finden neue Sonnenschirme ihren Platz. Sobald die Fliesenleger mit den Reparaturen fertig sind, werden auch die restlichen Becken mit Wasser befüllt. „Dann steht seitens des Freibades einer baldigen Öffnung nichts mehr im Weg.“

Für den Start in die Freibadsaison ist das Freibad in Rehau auf der Zielgerade. „Zehn Tage brauchen wir für eine Befüllung aller unser Becken, und dann könnte es los gehen“, sagt Andreas Meisinger, Fachangestellter für Bäderbetriebe. Das alte Wasser, das über den Winter in den Becken verbleibt, sei seien bereits abgelassen und die Becken mit Hochdruckreinigern gesäubert. „Das ist eigentlich immer die größte Arbeits“, betont Meisinger. Markus Rödel, Meister für Bäderbetriebe, ergänzt, dass bei diesen Arbeiten sämtliche Frostschäden an den Fliesen behoben werden. Der Kärcher komme beim Beckenumgang zum Einsatz, um die Fliesen wieder auf Hochglanz zu polieren.

Ein großer Sonnenschirm wird im Wartebereich vor dem Kiosk noch als Schattenspender für heiße Tage aufgestellt und zwei weitere Müllinseln auf der Liegewiese installiert. „Das bedeutet Fundamente setzen und die Zäune aufstellen“, erklärt dazu Markus Rödel. Auch der erste Rasenschnitt ist erledigt. Die 18-Loch Minigolfanlage neben dem Freibad wird auch gründlich kontrolliert, gegebenenfalls werden Hindernisse und Bahnen repariert. „Die Hindernisse werden heuer neu bemalt“, erklärt Markus Rödel. Auch den Kinderspielplatz nehmen die Arbeiter genau in Augenschein.

Ein Baumkletterer ist derzeit in luftiger Höhe zugange und kontrolliert die Bäume auf Schäden. Mit dem Baumcheck soll die Gefahr von Astbrüchen minimiert werden.

Stadtwerkeleiter Ulrich Beckstein erklärt, man werde das Freibad öffnen, sobald der Zeitpunkt und vor allem die Bedingungen feststehen. „Allerdings braucht es zehn Tage, um alle Becken zu befüllen und aufzuheizen“, erklärt der Stadtkämmerer, alle anderen Voraussetzungen seien bereits geschaffen. „Wir hoffen auf ein Augenmaß der Politik mit Blick darauf, was durchführbar ist“, merkt Beckstein an. „Wir hatten im letzten Jahr eine gute Freibadsaison. Und wenn wir an die Bedingungen von 2020, wie gleichzeitiger Einlass von 750 Personen, anknüpfen können, dann werden wir öffnen“, versichert Beckstein. Er fügt an, dass es bei geänderten Vorgaben eine neue Bewertung geben müsse. „Sollten Impfpass oder Negativ-Tests notwendig werden, dann erhöht sich der Kontrollaufwand am Eingang enorm. Dann werden wir beraten, ob das umsetzbar ist und in Relation steht.“ Vom auf der Homepage genannten Öffnungstermin 15. Mai nimmt Beckstein Abstand und verweist darauf, dass bis dato noch nicht über Freibäder gesprochen worden sei. „Wir wollen unser Freibad öffnen, aber wir müssen auch genau prüfen, was machbar ist, um nicht im Chaos zu enden.“

Auch im Terrassenfreibad Oberkotzau wird fleißig gewerkelt – aber keine „großen Geschichten“. Bademeister Ingo Hager berichtet vom normalen Frühjahrsputz, der heuer etwas ausgedehnt werden kann. „Die Becken sind alle bereits gesäubert, und das Edelstahlbecken wird langsam befüllt“, berichtet Hager. Er sagt auch, dass die Fliesenbecken vorerst noch nicht befüllt werden, da sie sich durch die Sonneneinstrahlung nicht aufheizen. „Es hat ja wohl auch noch Zeit. Hinsichtlich einer Öffnung ist überhaupt noch nichts bekannt“, sagt Hager und versichert, loslegen zu können, sobald der Startschuss kommt. Hager berichtet auch vom neuen Farbanstrich für den Rutschen-Elefant, von kleineren Reparaturen auf dem Spielplatz, der Säuberung der Tribünensteine und des Schachbretts, dem Anheben von Platten, um eine Stolpergefahr zu beseitigen, und von zwei neuen Sonnensegeln.

„Rundum kümmern wir uns um Verschönerungsarbeiten, um auch alles auf Vordermann zu bringen“, erklärt der Bademeister, der aber noch keinen baldigen Öffnungstermin sieht. „Erst einmal müssen ja Schulen und Geschäfte öffnen. Das ist viel wichtiger.“

 

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