Bau im Jahr 2022 Selber Kläranlage produziert ihren eigenen Strom

Auf den Grünflächen zwischen der Kläranlage und dem Papiermühlweg soll die Photovoltaikanlage der AWS im kommenden Jahr entstehen. Foto: /ESM/AWS

Die Abwasserbetriebe Selb wollen im kommenden Jahr eine Photovoltaikanlage auf ihrem eigenen Gelände bauen. Für Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit.

Selb - Eine ganz besondere Bedeutung hatte heuer der Wirtschaftsplan 2022 der Abwasserbetriebe Selb (AWS), den Werkleiter Klaus Burkhardt in der Sitzung des Selber Stadtrates vorlegte. Darin listete er unter anderem auf, wie viel Geld die AWS im kommenden Jahr investieren wollen – insgesamt 1,85 Millionen Euro. Darunter ist auch eine außergewöhnliche Maßnahme: der Bau einer Freiflächen-Photovoltaik mit einer Leistung von 456 Kilowatt-Peak (kWp) auf dem Gelände der Selber Kläranlage.

Eingeplant sind für diesen Bau laut Burkhardt Anschaffungs- und Herstellungskosten von rund 400 000 Euro. Der Werkausschuss hatte dem Wirtschaftsplan in seiner Sitzung bereits zugestimmt.

Zum Hintergrund: Kilowatt-Peak (kWp) ist ein besonderes Maß, das bei der Messung der Leistung von Photovoltaikanlagen (PV) Verwendung findet. 1000 Watt Nennleistung wird in der Branche auch als ein ein Kilowatt-Peak bezeichnet. Mit einer PV-Anlage von einem Kilowatt-Peak kann man pro Jahr zwischen 950 und 1260 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Gute Entscheidung

Für Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch ist der Bau der Anlage eine gute Entscheidung, „die uns gut zu Gesicht steht“. In Selb werde schon heute viel „grüner Strom“ produziert oder genutzt, so etwa über die Windkraftanlagen oder aus Wasserkraft stammende Energie aus dem Wellertal. Auch gebe es es schon eine PV-Anlage auf dem Betriebsgebäude der Kläranlage. Dass zeige, dass man zum einen kaufmännisch denke, andererseits aber auch Zukunftsthemen anpacke. „Das passt zu uns als Gremium und als Stadt.“ Die neue PV-Anlage sei in zwei Punkten wesentlich: zum einen für die nachhaltige Energieerzeugung, zum anderen für die Kunden. Denn so könne man die Kläranlage mit dem von ihr selbst erzeugten Strom autark betreiben, was für eine verpflichtend kostendeckende Einrichtung von Vorteil sei. Zum anderen werde man damit nach der Amortisation der Kosten die Bürgerinnen und Bürger davon profitieren lassen können. Denn gerade in Zeiten steigender Energiekosten dürfte eine Gebührenerhöhung in Zukunft geringer ausfallen als ohne PV-Anlage. Man setze also ein Zeichen für den Klima- und Umweltschutz und produziere eigenen Strom auf eigenem Gelände.

Autor

 

Bilder