Fichtelgebirge 105 Anwohner gegen Mobilfunkmast

Herbert Scharf
Wie hier an der Autobahn A 93 bei Thierstein stören die Mobilfunkmasten eher weniger. In bebauten Gebieten wehren sich die Anwohner jedoch oft dagegen. Foto: /Florian Miedl

Schnelles Internet und gute Datenübertragung in den Handynetzen wünschen sich alle, aber der Bau der nötigen Infrastruktur sorgt oft für Diskussionen und Widerstand. So auch in Haingrün bei Marktredwitz.

Mit einer regelrechten Flut von Einwänden gegen den Bau eines Mobilfunkmasts bei Haingrün müssen sich der Marktredwitzer Bauausschuss und das Bauamt auseinandersetzen. Grundsätzlich haben die Anwohner nichts gegen den Bau eines Masts, aber mit dem geplanten Standort sind sie überhaupt nicht einverstanden. 68 Bürger hatten sich wegen eines Eingriffs in das Ortsbild dagegen ausgesprochen, weitere 37 wegen einer Wertminderung der angrenzenden Grundstücke.

Es liegt bereits ein konkreter Bauantrag für einen über 50 Meter hohen Mobilfunkmast beim Ortsteil Haingrün im Marktredwitzer Bauamt vor. Die Pläne und der Antrag wurden bei der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch öffentlich beraten.

Was ist genau geplant? Über die Details der Pläne informierte Harald Fleck vom städtischen Bauamt. Danach soll im Wald bei Haingrün erst einmal ein Fundament mit 15 Metern gebaut werden. Darauf ist dann ein Mast mit knapp 50 Metern Höhe geplant, der weit über die dortigen Bäume ragen würde und weithin sichtbar ist.

Auswahl an Orten

Bereits im Vorfeld habe man die Bewohner von Haingrün mit ins Boot genommen, erläuterte Fleck. Dabei habe man für den Mast mehrere Orte zur Auswahl gehabt . „Von vier Standorten wurden drei von den Anwohnern angenommen“, so Fleck. Warum nun der Antragsteller ausgerechnet den vierten Standort ausgewählt habe, sei nicht bekannt.

Generell, so Fleck, sei das Projekt baurechtlich zulässig, weil ihm nach der öffentlichen Auslegung nichts entgegenstehe. Notwendig aber sei ein landschaftspflegerischer Begleitplan in einem Umkreis von 300 Metern. Außerdem werde eine neutrale farbliche Gestaltung gewünscht. Die gesetzlich geforderten Abstandsflächen würden eingehalten.

Klaus Haussel von der SPD forderte eine Ablehnung der Pläne. Dann müsse sich der Bauträger mit einem anderen Standort befassen. Schließlich stimmte der Bauausschuss in der Sitzung den vorliegenden Plänen nicht zu, aber auch nicht dagegen. Vor einer Ablehnung wolle man aber noch einmal ein Gespräch mit dem Bauträger führen und ihm zu einem der akzeptierten Standorte raten und bewegen, beschloss das Gremium.

Gebiet Greenpark

Neben dem Mobilfunkmast in Haingrün standen aber auch noch andere Themen auf der Tagesordnung. So wird die verbindliche Bauleitplanung für das Gebiet Greenpark Fichtelgebirge (Berghof) in den Stadtrat zur Beschlussfassung verwiesen. Hierzu lag dem Bauausschuss die Stellungnahme der öffentlichen Träger vor, die in die Pläne bereits mit eingearbeitet waren. Grundsätzlich hat der Stadtrat die Ausweisung des Greenparks bereits beschlossen. Nun muss das Gremium noch endgültig zustimmen.

Zur Bauleitplanung für das neue Baugebiet „An der Pfaffenreuther Straße II“ bleibt die SPD bei ihrer von Anfang an ablehnenden Haltung. Hier lagen nun die Pläne vor, in die die öffentlichen Einwände bereits eingearbeitet waren. Erschlossen werden soll das Baugebiet mit einer Stichstraße.

SPD-Sprecher Haussel erinnerte hier an die Ablehnung der SPD zum Aufstellungsbeschluss. Man sei gegen eine weitere Bebauung in diesem Gebiet, das zum Außenbereich zähle. Auch Michael Meier (Grüne) sprach von einem zu großen Flächenverbrauch für dieses Gebiet. Der Beschluss für die verbindliche Bauleitplanung muss nun in einer der kommenden Stadtratssitzungen gefasst werden.

 

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