Bauausschuss Arzberg Straßenausbau kostet viel Geld

Christl Schemm
Die alte Mauer an der Bergwerksgasse war nicht mehr tragfähig. Nun wird sie erneuert. Darüber informierten sich die Mitglieder des Bauausschusses und Mitarbeiter des Bauamts. Im Bild (von links): Lukas Nickl, Peter Gräf, Roland Koffmane, Roland Kastner, Heike Fürbringer, Andreas Martin, Stefan Göcking, Anja Blaumann und Günther Marth. Foto: Stadt Arzberg

Arzberg meldet drei Projekte für den Ausbau des Kernwegenetzes an. Bei etlichen Straßen müssen auch Kanal und Wasser berücksichtigt werden.

Arzberg - Dauerbrenner in den Sitzungen des Arzberger Stadtrats sind der Straßenausbau und der Straßenunterhalt. Fast jedes Mal, wenn das Gremium tagt, kommen Anfragen zu diesem Thema. Deswegen machten es sich die Mitglieder des Bauausschusses bei ihrem Treffen am Donnerstagnachmittag zur Aufgabe, etliche Straßen im Stadtgebiet und in den Ortsteilen in Augenschein zu nehmen. Ziel sollte es sein, sich einen Überblick über den Zustand der Straßen zu verschaffen und anhand einer vom Bauamt vorgelegten Aufstellung samt Kosten eine Prioritätenliste zu erstellen.

Asphalt und Infrastruktur

Laut Bürgermeister Stefan Göcking, der im Gespräch mit der Frankenpost am Tag nach dem Ortstermin von den Begehungen berichtet, geht es bei der Sanierung etlicher Straßen im Stadtgebiet nicht nur um die Kosten für die Asphaltdecke, sondern zudem um die Infrastruktur. Also auch um Gehwege, Straßenbeleuchtung, Wasser und Kanal. „In der Konsequenz ist das ein Vollausbau, kostet sehr viel Geld und muss in den Haushaltsberatungen diskutiert werden“, sagt der Bürgermeister. Schnell würden hier mehrere Hunderttausend Euro pro Straße fällig.

Drei der Straßen, die die Bauausschussmitglieder besichtigt haben, fallen Göcking zufolge unter die Planungen des sogenannten Kernwegenetzes. Der Ausbau dieser innerörtlichen Verbindungsstraßen ist ein Projekt der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen und somit förderfähig aus den Zuschusstöpfen des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE). Die Länge der in das Kernwegenetz aufgenommen Straßen beziffert der Bürgermeister innerhalb der Brücken-Allianz auf mehr als 100 Kilometer, alleine in Arzberg auf 33 Kilometer. „Man rechnet mit durchschnittlichen Ausbaukosten von 250 bis 350 Euro pro Meter Straße“, erläutert der Rathaus-Chef. Dazu kämen noch die Kosten für den Grundstückskauf, da die Straßen breiter werden müssten.

Förderung im Kernwegenetz

Die Mitglieder des Bauausschusses seien sich einig gewesen, drei Straßen für die Förderung anzumelden: die Straße von Bergnersreuth zur Karlmühle, einen Teil der Verbindungsstraße von Haid nach Brand (Niebitz) und die Zufahrt zu Anwesen links des östlichen Ortsausgangs von Oschwitz. Alle drei Straßen seien Bestandteile des Kernwegenetzes. Die Förderung beträgt nach den Worten des Bürgermeisters in der Regel rund 70 Prozent. Möglich seien zudem Co-Förderungen im Rahmen des Radewegebaus und aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG-Mittel).

Besichtigt haben Rätinnen und Räte auch die Baustelle an der Bergwerksgasse. Dort wird zurzeit eine Stützmauer erneuert, die nicht mehr tragfähig war. Diese Straße ist nicht befestigt. Zur Diskussion stehe, so Stefan Göcking, ob eine Tragdeckenschicht aufgebracht werden sollte, was rund 30 000 Euro kosten würde. „Aber wir müssen prüfen, ob der Kanal in Ordnung ist.“ Schließlich teilte Göcking noch mit, dass sich der Kanalbau in der Egerstraße für das Seniorenheim und die neue Kindertagesstätte wegen Problemen der Baufirma verzögere. „Eigentlich wollten wir noch heuer damit anfangen“, sagte Göcking. „Aber die Firma hat Probleme mit der Planung und wegen fehlenden Materials.“

 

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