Bauausschuss Selb Fitnessstudio wird Kindergarten

Das ehemalige Fitnessstudio im Treffpunkt in der Einsteinstraße 1 soll für zwei Kinderhortgruppen umgebaut werden. Foto: /Florian Miedl

Die Sporträume in der Einsteinstraße 1 beherbergen bald zwei Hortgruppen. Der Selber Bauausschuss gibt dafür grünes Licht.

Selb - Nutzungsänderung im Treffpunkt am Vorwerk: Wo bisher der Schweiß in Strömen floss und Sportler fleißig trainierten, werden künftig Kinder betreut. Nachdem das Fitnesscenter in der Einsteinstraße 1 wegen der Corona-Pandemie seine Räume schloss, hat der Bauausschuss der Stadt Selb der neuen Nutzung und dem Umbau zugestimmt. In dem Quartierszentrum sind die Geschäftsstelle des Selbwerks und eine Zahnarztpraxis untergebracht.

Dem Bauausschuss legte das Selbwerk als Besitzer des Gebäudes in der Sitzung am Mittwoch die Pläne für den Umbau vor. In den Räumen im Erdgeschoss sollen zwei Hortgruppen mit je 16 Kindern untergebracht werden; die Trägerschaft übernimmt die Christuskirche.

Wie Bauamtsleiter Helmut Resch sagte, müssen noch Nachweise über den Brandschutz und die Standsicherheit sowie Stellplätze nachgewiesen werden. Der Bauausschuss nahm die Pläne wohlwollend zur Kenntnis.

Auf eine Frage von Ramona Jülke-Miedl (Aktive Bürger) antwortete Resch, dass das Gelände selbstverständlich eingezäunt und im Freien mit Spielgeräten ergänzt werde. Roland Schneider (Freie Wähler Selb) erkundigte sich, ob das Adventsfest dort auch in Zukunft gefeiert werden könne. Das, so Resch, sei mit dem Träger zu klären.

Keine Einwände hatten die Mitglieder des Bauausschusses gegen den Anbau eines Balkons an das bestehende Wohnhaus Stopfersfurth 4A. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch hatte wegen dieses Punktes als Beteiligter seinen Stellvertreter Carsten Hentschel mit der Sitzungsleitung beauftragt, um einen Interessenskonflikt auszuschließen.

Der geplante Ausbau liege zwar außerhalb der Baugrenzen, erläuterte Bauamtsleiter Resch. Die Bebauung rücke damit 1,60 Meter in den Außenbereich vor. Durch eine seit Jahrzehnten vorhandene Eingrünung des Grundstücks aber sei die Grenze ohnehin überflüssig. Dazu seien ohnehin schon eine Terrasse und eine Sichtschutzmauer gebaut, genehmigt im Jahr 2003. Aus städtebaulicher Hinsicht gebe es deshalb keine Bedenken. Die Nachbarn hätten bereits zugestimmt.

Keine Einwände gab es auch gegen den Bau eines Einfamilienhauses mit Carport und Garage im Teichweg 29 in Selb. Das Vorhaben liegt im Bereich des Bebauungsplans „Stopfersfurth-Ost“. Dem widerspreche der mit einem Flachdach geplante Anbau. Laut Bebauungsplan seien dort nur geneigte Dachformen zulässig. Allerdings, so die Verwaltung, blieben die Grundzüge der Planung davon unberührt.

Auf der Denkmalschutzliste steht das Anwesen Franz-Heinrich-Straße 23/25. Deshalb war der Antrag des Besitzers nach den Richtlinien des Denkmalschutzes zu beurteilen. Geplant sind die Instandsetzung einer instabilen Granitsäule im Außenbereich und die Instandsetzung des Treppenhauses. Beteiligt ist auch das Landesamt für Denkmalpflege. Das Gebäude ist als „Ensemble, Fabrikantenvilla“ mit Parkmauer, einer Reihe von Beamtenhäusern als Villensiedlung in der Denkmalliste eingetragen. Materialien und Farben sind deshalb mit dem Bauamt abzustimmen. Der Bauausschuss stimmte zu.

Um den Abriss eines denkmalgeschützten, aber maroden Gebäudes ging es beim nächsten Tagesordnungspunkt. Es geht um das Anwesen Dürrewiesen 51, in der Denkmalliste eingetragen als „Wohnstallhaus mit Satteldach, gestuftem Fachwerkgiebel, 18. Jahrhundert“.

Das Nebengebäude ist akut einsturzgefährdet. Ein Ausbessern der maroden Holzkonstruktion sei nicht mehr möglich, urteilt die Verwaltung. Deshalb soll das Gebäude abgerissen und in ähnlicher Struktur wieder aufgebaut werden. Das neue Gebäude mit einem Satteldach soll vier Meter hoch werden, sich in den Hofcharakter einpassen und mit Fichten- oder Lärchenholz verkleidet werden. Bereits im Vorfeld wurde das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege einbezogen. Der Ausschuss genehmigte den Abriss.

 

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