Bauausschuss Selb Nachbarn in Sachen FOC gefragt

In einigen Bereichen weichen die FOC-Planungen von den Festsetzungen im Bebauungsplan ab. Foto: Stadt Selb

Betroffene Bürger sind am Zug: Die geplanten Parkplätze am Factory-Outlet-Center ragen über die bebaubare Fläche hinaus.

Selb - Die Stadt Selb hat das Ihre getan, um den Weg freizumachen für den Bau der Parkflächen und eines Nebengebäudes für das Factory-Outlet-Center. Der Beschluss in der jüngsten Bauausschusssitzung war jedoch nicht einstimmig. Ein Antrag der SPD, die Entscheidung zu vertagen, wurde mit fünf Gegenstimmen abgelehnt. Die endgültige Entscheidung hängt an der Nachbarbeteiligung und einer bauordnungsrechtlichen Prüfung.

Abweichungen noch vertretbar

Nördlich und südlich der jetzigen Vielitzer Straße sollen mehr als 1050 Pkw-Stellplätze und 15 Busstellplätze entstehen. Allerdings weicht die Planung von den Festsetzungen des Bebauungsplans ab. So ist im Süden ein Nebengebäude geplant, das nun näher an die Brunnenstraße rückt als geplant und nahezu vollständig außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche liegt. Einige Bereiche des Parkplatzes liegen außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen, insbesondere entlang der Brunnenstraße, am Ende der Vielitzer Straße und der Weißenbacher Straße sowie in einem Areal innerhalb des Plangebiets nordwärts der Indoor-Spielhalle. Außerdem ragen die Mitarbeiterstellplätze im Nordosten des Plangebiets in eine festgesetzte private Grünfläche. Laut Bauamtsleiter Helmut Resch haben schalltechnische Untersuchungen ergeben, dass die Abweichungen keine unzuträglichen Immissionen für die Nachbarschaft zur Folge haben. Die geplanten Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans seien städtebaulich noch vertretbar – vorbehaltlich der öffentlichen Nachbarbeteiligung und einer bauordnungsrechtlichen Prüfung, sagte Resch. „Sollten keine beachtlichen Einwände vorgebracht werden, können wir davon ausgehen, dass die Abweichungen mit den nachbarlichen Interessen vereinbar sind“, sagte Resch. Damit seien die Voraussetzungen für eine Befreiung gegeben. Auf Nachfrage von Matthias Müller (CSU) sagte der Bauamtsleiter, dass die Nachbarbeteiligung schon vor rund zwei Wochen gestartet wurde. „Das läuft parallel, um keinen Verzug zu verursachen“, so Helmut Resch. Walter Wejmelkas (SPD) Antrag, mit der Entscheidung zu warten, bis das Ergebnis der öffentlichen Beteiligung vorliegt, wurde abgelehnt. „Wenn man hier von zeitlichem Verzug spricht, muss man schon viel Humor mitbringen“, sagte er angesichts des stockenden Baufortschritts. Mit drei Gegenstimmen stellte der Bauausschuss die Baugenehmigung für die Parkflächen und das Nebengebäude in Aussicht.

Erschließung nicht gesichert

Als planungsrechtlich unzulässig stufte der Bauausschuss den Bau einer Garage auf einem Grundstück an der Körnerstraße ein. Die Garage würde sich zwar hinsichtlich Nutzung, Maß und Bauweise in die Umgebung einfügen, allerdings ist die Erschließung des Grundstücks nicht gesichert, denn die Zufahrt ist nur über einen Fußweg zwischen Körner- und Schützenstraße möglich. Keine Einwände gab es gegen den Antrag eines Bauherrn, in der Max-Reger-Straße einen Carport zu errichten. Auf dem Büroweg wurden die Sanierung und der Ausbau eines Dachgeschosses sowie der Aufbau eines Zwerchhauses mit Schleppdach in der Wunsiedler Straße, eine Werbetafel in der Schillerstraße und der Anbau eines Pförtnerhauses mit Umkleide und WC am Dr.-Felix-Zandmann-Platz genehmigt.

In einer der vorangegangenen Sitzungen des Bauausschusses hatte sich Roland Graf (SPD) nach dem Stand der Oberflächensanierungen erkundigt. Außerdem hatte er wissen wollen, ob noch Geld für andere anstehende Projekte übrig sei. Laut Hauptamtsleiterin Nicole Abraham hat die Baufirma VSTR AG Rodewisch die Asphaltarbeiten am Marienplatz vorgezogen. Anfang November sei dennoch mit dem Asphaltprogramm begonnen, und der Wendehammer in der Max-Planck-Straße und die Wunsiedler Straße seien in Angriff genommen worden. Die Sanierungen der Gehwege auf der Kappel seien größtenteils abgeschlossen, die in der Lessingstraße würden noch fehlen. Eine Aussage zum vorhandenen Budget muss die Verwaltung nachreichen.

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