Bauausschuss Selb Schadhafter Beton lässt Fliesen purzeln

Wolfgang Neidhard
Eine großflächige Sanierung ist im Porzellangässchen in Selb nötig: Der Beton ist schadhaft und die Fliesen lösen sich. Foto: Florian Miedl

Im Porzellangässchen sind größere Sanierungen nötig. Ein Investor zeigt „ernsthaftes Interesse“ am Bau eines Hotels. Dagegen ist vom geplanten Autohof seit einem halben Jahr nichts mehr zu hören.

Selb - Ein Hotel am Zeidlersberg oberhalb des Rosenthal-Theaters in Selb: Dieses Vorhaben scheint weiterhin relativ wahrscheinlich zu sein – laut den Aussagen von Bauamtsleiter Helmut Resch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Die Stadt stehe in „engem Kontakt“ mit dem potenziellen Investor. Sie prüfe derzeit die umfangreichen Unterlagen, auch ein Statik-Büro sei beauftragt worden. Das Vorhaben „scheint sehr ernsthaft zu sein“, betonte Helmut Resch auf eine Anfrage von Roland Schneider.

Das zweite Projekt, das das Stadtratsmitglied interessiert, scheint dagegen derzeit von einer Realisierung weit entfernt zu sein: der Autohof an der Ausfahrt Selb-West der A 93. „Seit einer Aufforderung im August vergangenen Jahres haben wir nichts mehr von dem Interessenten gehört“, berichtete Resch. Trotz Nachhakens vor Kurzem habe die Stadt entgegen der Ankündigung keine Unterlagen erhalten. „Das Grundstück ist derzeit noch blockiert, doch diesen Zustand können wir nicht mehr sehr lang aufrechterhalten“, ergänzte der Bauamtsleiter.

Zoll baut im Unterweißenbacher Weg

Ein drittes Projekt – neben den beiden genannten – interessierte Stadtratsmitglied Walter Wejmelka: der Neubau eines Zollgebäudes am Unterweißenbacher Weg. „Für diesen Standort hat sich die Behörde entschieden“, teilte Resch mit. Nun werde sie auf die Eigentümer der Grundstücke zugehen. Danach werde der Planungsauftrag an staatliche Stellen vergeben.

In der Dezember-Sitzung hatte sich Wejmelka nach der Beschilderung im neuen Kreisverkehr am Marienplatz erkundigt. Hier, wie auch am Ortseingang beim Krankenhaus, vermisst er einen Hinweis auf das Porzellanikon. Die Stadt wird laut Resch Kontakt mit dem staatlichen Bauamt aufnehmen und die Zustimmung einholen, um ein entsprechendes Schild anzubringen. Eine Information von ihm korrigiert das Stadtratsmitglied ein wenig: Derzeit seien als Ziele Asch, Bahnhof und Hallenbad genannt, und an Kreisverkehren könnten maximal drei Wegweiser übereinander angebracht werden. „Derzeit stehen auf einem Wegweiser allerdings zwei Ziele, es sind also derzeit nur zwei Schilder“, sagte Wejmelka.

Noch 215 000 Euro übrig

Er hatte im Dezember auch Ausbesserungen des Porzellangässchens angemahnt. Nun informierte das Bauamt: „Die losen Steine wurden gesammelt und werden im Frühjahr neu versetzt.“ Allerdings sei die Tragschicht aus Beton schadhaft, weshalb eine großflächige Sanierung vorgesehen werden müsse.

Auskünfte, die Stadtratsmitglied Roland Graf wiederholt angemahnt hatte, gab nun die Verwaltung: Für Asphaltierungsarbeiten hat die Stadt im Vorjahr rund 80 000 Euro ausgegeben. Das Wetter habe es nicht zugelassen, die noch zur Verfügung stehende Summe von 215 000 Euro auszugeben. Diese werde im Frühjahr in weitere Arbeiten investiert. Weiter war zu erfahren, dass die abgeschlossenen Sanierungen von Gehwegen mit rund 165 000 Euro zu Buche geschlagen haben.

Genehmigt hat die Stadt vier Bauvorhaben: zwei Einfamilienhäuser in der Paul-Gerhardt-Straße und dem Roßbachweg, ein Ferienhaus in Silberbach zwischen Hengstberg- und Egertalweg sowie die denkmalschutzrechtliche Erlaubnis für die Hauseinführung eines Erdkabels, das Aufstellen einer Zähleranschlussstelle und den Rückbau des Dachständers im Anwesen Steinselb 4.

 

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