Bauernverband Rote und Gelbe Gebiete erzürnen Landwirte

Stephan Herbert Fuchs

Der Bauernverband vergibt rund 100 Urkunden und Ehrenzeichen für langjährige aktive Ortsobleute. In seiner Rede greift der oberfränkische BBV-Präsident das Wasserwirtschaftsamt an.

Karin Wolfrum wurde zur Ehrenkreisbäuerin ernannt, Hermann Klug zum Ehrenkreisobmann. Unser Bild zeigt (von links): BBV-Bezirkspräsidenten Hermann Greif, stellvertretenden Kreisobmann Andreas Wolfrum, Karin und Reinhard Wolfrum, Hermann und Hannelore Klug, Bezirksbäuerin Beate Opel, Kreisbäuerin Elke Browa und Landrat Oliver Bär. Foto: Fuchs

Fast 100 Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner aus dem Hofer Land hat der Bauernverband am Freitagabend in Saalenstein für ihren teils jahrzehntelangen Einsatz geehrt. Urkunden und Ehrennadeln gab es auch für ausgeschiedenen Mitglieder des Kreisvorstandes, der sich vor wenigen Monaten neu konstituiert hatte. Dem bisherigen Kreisobmann Hermann Klug wurde der Titel Ehrenkreisobmann verliehen; die bisherige Kreisbäuerin Karin Wolfrum wurde zur Ehrenkreisbäuerin ernannt.

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Karin Wolfrum aus Gattendorf war im Jahr 2002 als Nachfolgerin von Helga Schörner zur Kreisbäuerin gewählt worden. Bereits seit 1996 ist sie als Gemeinde- und als Kreisrätin politisch aktiv. Ihr wichtigstes Steckenpferd sei allerdings der Hofer Landfrauenchor, sagte Bezirksbäuerin Beate Opel. Sie überreichte Karin Wolfrum die Ernennungsurkunde. Mit dem Chor habe Karin Wolfrum viele Auslandsreisen absolviert und sei unter anderem in Italien, Finnland, Frankreich, Polen und Schweden aufgetreten. Landrat Oliver Bär hatte Karin Wolfrum zuvor als „extrem wortgewaltig“ beschrieben. Sie habe inhaltlich stets den Finger in die Wunde gelegt und die Positionen der Landwirtschaft klar vertreten.

Der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif beschrieb Hermann Klug als „Mann des Ausgleichs, dessen Wort stets Gewicht hatte“. Er sei für den gesamten Verband ein stets verlässlicher Partner gewesen. Hermann Klug wurde im Jahr 1986 zum Ortsobmann von Isaar in der Gemeinde Töpen gewählt. Von 2003 bis 2022 gehörte er dem Kreisvorstand an, von 2002 bis 2007 war er stellvertretender Kreisobmann, von 2007 bis 2022 Kreisobmann in der Nachfolge von Heinz Bauer. Er gehörte unter anderem dem „Landesfachausschuss Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien“ an, war Mitglied im Prüfungsausschuss, im Vorstand des Rinderzuchtverbandes und in der Jagdgenossenschaft.

Hermann Greif war zuvor in seiner Rede vor allem mit den Wasserwirtschaftsämtern hart ins Gericht gegangen. Durch die Neuabgrenzung der Roten und Gelben Gebiete, die den Bauern aufgrund zahlreicher Auflagen das Wirtschaften auf den betreffenden Flächen erschweren bis „praktisch unmöglich machen“ würden, würden viele Landwirte an ihre Existenzgrenzen gedrückt, sagte er. „Es geht ums Eingemachte“, so Greif.

Nicht selten könnten betroffene Bauern nachweisen, dass es über Jahrzehnte hinweg keine Probleme gegeben hat, trotzdem würden sie aufgrund gemessener Werte an der nächsten Messstelle „in Sippenhaft“ genommen. „Wir müssen mit dem Blödsinn aufräumen, der da mit uns gemacht wird“, sagte der BBV-Bezirkschef. Allerdings machte er seinen Berufskollegen keine Illusion: Es könne noch Jahre dauern, „bis wir aus der Show wieder raus sind“.

Landrat Oliver Bär pflichtete dem Verbandspräsidenten in Sachen Rote und Gelbe Gebiete bei. Es sei rechtlich wenig haltbar, aus „wenigen Daten eine Verpflichtung für viele“ zu machen. Absolut schwer nachvollziehbar sei es, dass daraus eine Existenzgefahr für jene Bauern herauskomme, die damit überhaupt nichts zu tun hätten. Bär nannte die Landwirtschaft einen „absolut prägenden Faktor in der Region“: „Die landwirtschaftlichen Betriebe stehen maßgeblich dafür, wie sich ein Dort entwickelt.“ Der Landrat würdigte auch die Verbundenheit der Bauern zu ihrer Heimat und bedankte sich bei allen Aktiven, die über so viele Jahre die Fahne der Landwirtschaft im Landkreis hochgehalten hätten.