Bauhöfe stehen bereit Der Winter kann kommen

Manfred Köhler
  Foto: Köhler

Die Bauhöfe In Stadt und Landkreis Hof sind gut gerüstet für den ersten Schnee. Ausreichend Salz ist bestellt und eingelagert.

Hof - Wann fällt in diesem Winter der erste Schnee? Noch liegen die Temperatur-Aussichten bei über null Grad, aber schon bald könnten laut einigen Wettermodellen erste Schneeflocken dabei sein. Für die Winterdienste der Region heißt es dann wieder, sich Tag und Nacht bereit zu halten. Wir haben den Stand der Vorbereitungen abgefragt.

„Nahezu alle rund 175 Bauhofmitarbeiter werden im Winterdienst eingesetzt, natürlich nie alle gleichzeitig“, schreibt Hannes Krug, Sprecher der Stadt Hof. Die Mitarbeitenden seien entweder als Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz oder gingen mit dem Schneeschorer zu Werke. Je nach Wetterlage seien die Fahrer ab 3 Uhr, spätestens ab 4 Uhr und teilweise bis 21 Uhr im Zwei-Schicht-Betrieb auf Straßen und Parkplätzen im Einsatz. Die Mitarbeiter des manuellen Winterdienstes nehmen um 6 Uhr die Arbeit auf. Den Einsatz koordiniere der Bereitschaftsmeister, der teils ab 2 Uhr nachts unterwegs sei, um sich ein Bild von der Situation zu machen, da es im Stadtgebiet zu deutlichen Unterschieden bei Schneefall und Glätte kommen könne.

Salzlager sind voll

Der Hofer Bauhof verfügt laut Stadt über zwölf Räum- und Streufahrzeuge wie Laster und Unimogs für den Winterdienst auf Straßen und Parkplätzen, die alle mit Soletanks ausgestattet seien und Feuchtsalz für eine bessere Verteilung und Haftung ausbringe. Außerdem gebe es fünf Mehrzweck-Schmalspurfahrzeuge für die Betreuung von Gehwegen. Das Salzlager sei seit Ende Oktober komplett gefüllt – die Salzhalle mit rund 1000 Tonnen und die beiden Salzsilos mit rund 250 Tonnen. Die Bestellung sei bereits im September aufgegeben worden, um einen günstigeren Frühbezugspreis nutzen zu können. Auch die 490 Streuhütten seien bereits im Stadtgebiet aufgestellt und befüllt worden. Außerdem habe man rund 1300 Schneepfähle ausgebracht.

Schweres Gerät und Schneeschorer

„Wir haben wieder 450 Tonnen Streusalz bestellt“, berichtet Jörg Hohenberger, Stadtbaumeister der Stadt Naila. Dies sei ein Erfahrungswert der letzten Jahre. Sollte diesmal mehr benötigt werden, könne man bis zu zehn Prozent nachbestellen. Das Salz werde nicht auf einmal geliefert, sondern immer nach Bedarf, sobald eines der beiden Salzsilos des Bauhofes geleert sei. Von den fünf Räumbezirken in Naila würden drei die großen Unimogs des Bauhofes selbst räumen, zwei Bezirke würden an Firmen vergeben. Zusätzlich seien „Fußtruppen“ unterwegs, um mit Kleingeräten wie Gehwegtraktoren oder auch von Hand Gehsteige oder Radwege zu räumen. Insgesamt 100 Straßenkilometer seien in Naila zu bewältigen. In Summe sei der ganze Bauhof im Winterdienst eingesetzt. Auch ein Schlosser stehe Tag und Nacht bereit, um mögliche Schäden an den Geräten zu beheben. Von der Bürgern der Stadt Naila wünscht sich der Stadtbaumeister etwas Nachsicht vor allem bei heftigen Schneefällen: „Wir können nicht überall gleichzeitig sein.“ In der Regel sei man ab drei, halb vier Uhr morgens unterwegs, um nach und nach alles zu räumen. Hilfreich wäre es, wenn an engeren Straßen so geparkt würde, dass die Räumfahrzeuge gut durchkommen. Wer eine Garage habe, solle bitte davor oder darin parken und nicht auf der Straße.

Feuchtsalz

In Münchberg werden drei Unimogs und drei weitere Fahrzeuge des Bauhofes auf den Straßen unterwegs sein, teilt Bauhofleiter Klaus Breuherr mit. Vier Fahrer seien eigens zusätzlich eingestellt worden. Auf Fuß- und Radwegen seien zehn Mitarbeiter unterwegs. Auch ein Subunternehmer sei im Einsatz. Für den bevorstehenden Winter habe der Bauhof 850 Tonnen Salz bestellt, und zwar schon im Sommer. Lieferprobleme gebe es deshalb nicht, aber sollte wegen eines besonders strengen Winters noch nachbestellt werden müssen, könne es eng werden. Grundsätzlich arbeitet der Bauhof Münchberg auch mit Feuchtsalz, das heißt, das Salz wird angefeuchtet, bevor es auf die Straße gelangt. „Dadurch bleibt es besser haften“, erklärt Bauhofleiter Breuherr.

Umweltschutz

Auch die Stadt Rehau setzt auf Feuchtsalz: „Es hat eine schnellere Taufähigkeit, wird weniger verweht und ist daher umweltfreundlicher, weil wir weniger brauchen“, sagt Bauhofleiter Mathias Winterling. Schon seit Oktober stehe der Winterdienstplan. Man habe sehr rechtzeitig 700 Tonnen Salz bestellt und sei damit gut gerüstet. Fünf große Streu- und Räumfahrzeuge und drei kleinere kommen in Rehau zum Einsatz, außerdem ist bei Schneefall der Handstreudienst unterwegs.

Derzeit sei man dabei, die Fahrzeuge zu warten und umzurüsten, außerdem würden die Schneestangen als Markierung an den Straßen aufgestellt. Die Streugutkisten seien bereits vor Ort. „Wir könnten jederzeit ausrücken“, sagt der Bauhofleiter. Die rund 100 Straßenkilometer in Rehau seien in Dringlichkeitsstufen eingeteilt. Wo es die Situation erlaube, werde mit Splitt gestreut. Die Fahrer seien angewiesen, aus Umweltgründen möglichst sparsam mit Salz umzugehen. Wegen Corona gebe es eine Gruppentrennung, das heißt, die 16 Mitarbeiter arbeiten nicht alle, sondern in Gruppen geteilt zusammen. Sollte es in einer Gruppe zu einem Corona-Ausbruch kommen, sei die andere Gruppe trotzdem einsatzfähig. Abgesehen davon, dass alle Mitarbeiter gesund bleiben, hat Bauhofleiter Mathias Winterling vor allem einen Wunsch: „Wir hoffen auf einen unfallfreien Winter.“

 

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