„Baumbacher Syndrome“ Filmtage-Eröffnungsfilm bei Netflix

Vater und Sohn gemeinsam vor der Kamera: Der Spielfilm „Baumbacher Syndrome“ von Nachwuchsregisseur Gregory Kirchhoff mit Lenz und Tobias Moretti eröffnete die 53. Internationalen Hofer Filmtage. Foto: Hofer Filmtage

Der Eröffnungsfilm der Hofer Filmtage 2019, „Baumbacher Syndrome“ von Gregory Kirchhoff, ist ab Freitag bei Netflix zu sehen. „Wir erinnern uns an wunderbar komische Momente mit den tollen Darstellern wie Tobias Moretti, Elit İşcan und Lenz Moretti sowie Karoline Schuch mit tollem Cameo-Auftritt“, teilt Filmtage-Chef Thorsten Schaumann dazu mit.

Max Baumbacher, der Protagonist des Films, ist einer der angesagtesten Late-Night-Show-Moderatoren. Dabei ist er rücksichtlos im Umgang mit seinen Gästen und neigt zu einem überhöhten Selbstbewusstsein. Eines Morgens wacht Max mit einer ungewöhnlich tiefen, fast magischen Stimme auf. Von da an wird der Jäger zum Gejagten. Als er auch noch die verrückte Fida kennenlernt und sein Sohn vollkommen unerwartet auftaucht, droht sein Leben vollkommen aus den Fugen zu geraten. Auf Läuterung sinnend, wird ihm immer mehr klar, dass Erfolg und Ruhm keine wirklichen Ziele sind

Die Frankenpost urteilte damals: „Der Plot ist faszinierend umgesetzt. Von einer Unbeschwertheit, ja Heiterkeit, die man einer deutschen Produktion schon gar nicht mehr zugetraut hatte - gleichzeitig aber mit einer Tiefe, die einen nachdenklich zurücklässt. Ein würdiger Eröffnungsfilm.“ Die „blutjunge Filmcrew“ habe ein „bemerkenswertes Produkt“ abgeliefert. „Dabei setzt der Jungregisseur auf ein von Netflix & Co. ersonnenes Konzept. Man nehme ein unverbrauchtes Darsteller-Team und kombiniere das mit einem bekannten Gesicht, in diesem Fall dem österreichischen TV-Star Tobias Moretti.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Moretti über seine Beteiligung an dem Film: „Es ist ein hochdramatisches Stück. Und ich finde es lässig, wenn ein junger Regisseur mit einem solchen Projekt auf einen zukommt. Kein Geld, aber trotzdem eine Vision.“ Der Streifen zeigt ihn zudem erstmals gemeinsam mit seinem Sohn Lenz vor der Kamera. Die beiden sahen den Film bei der Filmtage-Eröffnung im Scala-Kino damals selbst zum ersten Mal.

In der Süddeutschen Zeitung schreibt Kritiker Bernhard Blöchl mit Bezug auf Jungregisseur Kirchhoff: „Der polyglotte Hamburger, Jahrgang 1992, ruht sich auf der effektvollen Grundidee nicht aus. Drumherum entwickelt er das solide Psychogramm eines Mannes, der durch seine kafkaeske Verwandlung sein Leben reflektiert. Als modernes Märchen darf es stellenweise pathetisch werden.“

Auch das Drama „Deine Farbe“ von Maria Diane Venturas lief bei den Hofer Filmtagen 2019. Nun ist der zweite Spielfilm der Regisseurin seit Montag weltweit bei Amazon Prime zu sehen. Karl und Albert sind beste Freunde und leben in einer Kleinstadt. Sie verwirklichen ihren Traum und gehen gemeinsam nach Barcelona. Doch der tägliche existenzielle Überlebenskampf droht die beiden zu entzweien. Intensiv spielen Jannik Schümann („The Aftermath“), der auch gleichzeitig Co-Produzent ist, und Nyamandi Adrian („White Sands“) in dieser Freundschaftsgeschichte.

 
 

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