Baustart 100 Millionen für Klinik in Münchberg

Der Landkreis investiert in die Erweiterung der Kliniken Hochfranken. Bayern unterstützt das Bauvorhaben mit 67 Millionen Euro.

Münchberg - An der Hochfranken-Klinik in Münchberg haben die Bauarbeiten für die Erweiterung begonnen. Zum Baustart des mit fast 100 Millionen Euro finanziell größten Projektes, das der Landkreis jemals umgesetzt hat, trafen sich die verantwortlichen Politiker der Region mit den Planern und Ingenieuren auf der Baustelle zu einer Feier. Während die Erdarbeiten liefen, stellten Landrat Oliver Bär, die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und der Münchberger Bürgermeister Christian Zuber den Gästen die Baustelle im Detail vor. Die Geistlichen Dekan Andreas Seliger von der katholischen Kirche und der evangelische Pfarrer Christian Höllerer segneten den Neubau, der im Jahr 2025 bezugsfertig sein soll.

Oliver Bär ging auf die Finanzierung der ersten beiden Bauabschnitte ein. „Wir sind dafür vom Freistaat Bayern mit einem Zuschuss von 67 Millionen Euro abgesichert“, erklärte Bär und beziffert den Eigenanteil des Landkreises auf etwa 30 Millionen Euro. Der Landrat erinnerte daran, dass der Freistaat die ursprünglich für den ersten Bauabschnitt vorgesehene Unterstützung um zehn Millionen Euro erhöht hat. Bär begründete dies mit den erheblichen Preissteigerungen bei den Baumaterialien.

Vor vier Jahren begannen die Planungen für die Krankenhauserweiterung; 2018 folgten die Ausschreibungen sowie erste Auftragsvergaben und das Genehmigungsverfahren; das Projekt wurde in das Jahreskrankenhausbauprogramm der Staatsregierung aufgenommen. Ende August begannen –  nach dem zuvor erfolgten Abriss der Parkschule – die Bauarbeiten. Nach dem Innenausbau im nächsten Jahr sei mit einer Fertigstellung in zwei Jahren sowie mit der Inbetriebnahme 2025 zu rechnen, erklärte Landrat Bär. „Im Ergebnis sichern wir mit dem Erweiterungsbau die Qualität der Klinik. Gleichzeitig leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Qualität der medizinischen Versorgung weit über die Region hinaus“, lobte Bär das Engagement der etwa 1000 Klinikmitarbeiter, die für den guten Ruf des Hauses verantwortlich seien. „Wir setzen damit ein Zeichen für unsere kommunalen Kliniken in Münchberg und Naila“, sagte der Landrat und erinnerte an die Arbeiten zur Erweiterung der Klinik Naila. Die Klinikerweiterung schaffe ein Aushängeschild für Münchberg und den Landkreis, betonte er. Besonders dankte Bär den Anwohnern, die über Jahre Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten akzeptierten.

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz blickte auf die Notwendigkeit des Erweiterungsbaus zurück: „Die Entwicklung am Gesundheitsstandort Münchberg verläuft seit langer Zeit durchweg positiv, die Patientenzahlen steigen kontinuierlich. Deshalb war es wichtig, die strukturellen Defizite zu beseitigen und neu zu bauen.“ Grundsätzlich unterstütze der Freistaat Bayern derartige Projekte mit der stattlichen Summe von 643,5 Millionen Euro im Staatshaushalt. „Dadurch stärken wir auch in Münchberg einen Ankerpunkt der medizinischen Versorgung für die Region. Wir brauchen eine regionale erstklassige Versorgung, das können fernab liegende Versorgungszentren nicht leisten.“

Klinikvorstand Peter Wack beschrieb die Nutzung der Erweiterungsbauten im Detail. Demnach werden im Funktionsgebäude des ersten Bauabschnitts künftig die Intensivstation, der Operationsbereich, die Radiologie sowie Labor- und Diagnostikeinheiten untergebracht. Der zweite Bauabschnitt ist die neue Heimat für die Klinikverwaltung, das Archiv, den Arztdienst sowie eine Cafeteria mit Kiosk.

Bürgermeister Christian Zuber erinnerte an viele bauliche Herausforderungen und sagte: „Im Ergebnis können wir stolz auf die beiden kommunalen Kliniken im Landkreis Hof sein. Ich wünsche mir von den Bürgern die Akzeptanz für einen zukunftsweisenden Neubau, der unser Stadtbild nachhaltig prägt.“

Am Rand der Veranstaltung informierte Klinikvorstand Peter Wack die Frankenpost in einem Gespräch über eine positive Entscheidung im medizinischen Bereich der Klinik Münchberg: „Für den an der Hochfranken-Klinik Naila ausscheidenden Chefarzt Dr. Martin Götzl hat der Verwaltungsrat des Klinikbeirats gestern einen Nachfolger gefunden. Er wird am 1. April 2022 die Arbeit bei uns beginnen.“

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