Bayern Deutsche Biathletinnen Staffel-Vierte - Sorgen um Preuß

Von Sandra Degenhardt und Thomas Wolfer,
Denise Herrmann aus Deutschland steht beim letzten Schießen. Foto: Sven Hoppe/dpa

Im Olympia-Winter bleiben Deutschlands Biathletinnen mit der Staffel ohne Podestplatz. Beim Heimspiel in Ruhpolding reicht es für die Vizeweltmeisterinnen aber immerhin noch zum vierten Platz.

Ruhpolding - Vanessa Hinz war untröstlich. Eine Strafrunde der erfahrenen Biathletin brachte die deutsche Frauen-Staffel beim Weltcup-Heimspiel am Freitag in Ruhpolding um den möglichen ersten Podestplatz des Olympia-Winters. Das Quartett mit Vanessa Voigt, Hinz, Franziska Hildebrand und Denise Herrmann musste sich drei Wochen vor den Spielen in Peking mit dem vierten Platz begnügen. Nach einer Strafrunde und insgesamt fünf Nachladern betrug der Rückstand auf den souveränen Sieger Frankreich 1:26,6 Minuten. Platz zwei über 4x6 Kilometer sicherte sich Schweden vor Russland.

"Es war ab dem ersten Schuss nur ein Kampf. Ich zittere, ich bekomme nicht eine Sekunde die Waffe ruhig", sagte Hinz und musste zugeben: "Ich bin froh, dass ich nicht fünf Fehler geschossen habe. Mir tut es brutal leid für die Staffel."

Startläuferin Voigt begann tadellos und traf alle ihre zehn Schüsse. Damit dürfte sich die 24-Jährige aus Thüringen ihren Platz in der Olympia-Staffel verdient haben. Voigt absolviert ihre erste komplette Saison im Weltcup und zeigt sich mit der Waffe enorm stark, so dass sie Schwächen im Laufen oft auffangen kann. Mit gerade mal 18 Sekunden Rückstand auf Gold-Favorit Norwegen übergab sie an Hinz.

Die dreimalige Weltmeisterin machte mit einem perfekten ersten Schießen Hoffnungen auf ein Top-Resultat, ehe sie in die Strafrunde musste. Stehend reichten auch drei Nachlader nicht und die Bayerin, die weiter nicht in Schwung kommt, fiel zwischenzeitlich bis auf Platz 16 zurück. "Ich kann es mir nicht erklären", sagte Hinz, die Hildebrand als 15. auf die Strecke schickte.

Ohne Schießfehler brachte die 35-Jährige die Staffel wieder weiter nach vorne und darf auf eine Berücksichtigung für Peking hoffen. Noch hat die Ex-Weltmeisterin aus Sachsen-Anhalt zwar die Norm nicht erfüllt, doch eine Nominierung wäre trotzdem möglich.

Schlussläuferin Herrmann ging mit mehr als eineinhalb Minuten Rückstand als Neunte in die Loipe und riskierte am Schießstand alles. Trotz zwei Nachladern half ihr ein Kraftakt auf der Schlussrunde, dass nur 14,4 Sekunden zum Podestplatz fehlten.

Sorgen bereitet weiter der Gesundheitszustand von Franziska Preuß, die unter normalen Umständen als Schlussläuferin gesetzt gewesen wäre. Für Deutschlands beste Skijägerin sei derzeit noch nicht an Wettkämpfe zu denken, sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer. "Wir hoffen, dass es die nächsten Tage bergauf geht, dass sie ins Training einsteigen kann", sagte Mehringer.

Preuß hatte sich im Dezember bei einem Treppensturz am Sprunggelenk verletzt und fing sich später auch noch eine Corona-Infektion ein. Die Gesamtweltcup-Dritte der Vorsaison fehlte bereits in Oberhof und Ruhpolding. Kommende Woche steht der letzte Weltcup vor Olympia im italienischen Antholz an. Eine Teilnahme von Preuß gilt als unwahrscheinlich. "Franzi geht es noch nicht ganz so optimal. Sie hat nach der Corona-Infektion noch Probleme und ist nicht so im Training. Das ist schade", sagte Mehringer.

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