BD-Sensors-Cup Ein Fingerzeig für die neue Saison?

Zweimal den Favoriten zu Fall gebracht: Der FC Vorwärts Röslau hat nicht nur den BD-Sensors-Cup gewonnen, sondern auch eine gute Form für die bald beginnende Landesliga-Saison gezeigt. Foto: /Bernd Nürnberger

Der FC Vorwärts Röslau zeigt sich beim BD-Sensors-Cup in erstaunlich guter Verfassung – und besiegt Favorit VfB Auerbach im Finale. Was heißt das für die neue Serie? Was bedeutet das Abschneiden der SpVgg Bayern Hof?

Noch eine gute halbe Stunde nach dem Schlusspfiff des Finals um den BD-Sensors-Cup tönte es laut aus der Kabine des FC Vorwärts Röslau. Man hätte fast meinen können, dass der Landesligist den Klassenerhalt oder den Aufstieg gefeiert hätte. Doch der Sieg im Vorbereitungsturnier ist mehr als nur eine gelungene Generalprobe: Das Team von Trainer Andreas Lang hat mit dem 3:2-Finalsieg gegen den VfB Auerbach den zweiten Favoriten gestürzt. Das kann kein Zufall sein – zumal auch diesmal zumindest eine Halbzeit klar an den Außenseiter ging. Mit 3:0 (!) führte Röslau zur Pause – und das nicht mal unverdient.

Doch woran liegt die Erfolgssträhne? Hat sich das Team aus dem Fichtelgebirge damit in den erweiterten Favoritenkreis der Landesliga katapuliert? Beim FC Vorwärts ist man nach dem Triumph bemüht, die Leistungen richtig einzuordnen – und nicht abzuheben. „Es kam doch recht überraschend“, sagt Kapitän Tobias Benker. „Zumal die beiden Testspiele gegen Trogen und Rehau davor relativ schlecht waren.“ Aber da ging es auch gegen unterklassige Teams.

Höherklassige Gegner liegen offenbar den Röslauern – auch weil Coach Andreas Lang tief in die Taktikkiste gegriffen hat und sein Team in einem 3-4-3-System hat spielen lassen. „Die Mannschaft hat es gut aufgefasst und umgesetzt“, sagt Lang. „Für uns ist es wichtig, dass wir nun gegen Spitzenmannschaften variabel sind.“ In der Vorbereitung wie auch in der Liga. Allerdings will Lang gegen Teams, mit denen sich Röslau auf Augenhöhe fühlt, dann wieder auf Vierkette umstellen.

Aber abgesehen von der Diskussion über die taktische Ausrichtung bleibt ein positiver Gesamteindruck – vor allem von einer „bombenstarken“ (Lang) ersten Halbzeit, in der Röslau aggressiver spielte und erheblich griffiger war. „Wir waren viel zu lethargisch“, kritisierte hingegen Auerbachs Trainer Sven Köhler seine Jungs. So war es wohl eine Mischung aus der Röslauer Stärke oder die Auerbacher Schwäche, die zu dieser Überraschung führte.

„Wir hängen trotzdem die Trauben nicht zu hoch“, sagte Röslaus Kapitän bei der Frage, was die zwei Siege gegen Favoriten denn tatsächlich für die Zukunft bedeuten. „Für uns wird es wichtig sein, gut in den Liga-Alltag reinzukommen.“ Gleich am ersten Spieltag wartet mit dem Derby gegen Kickers Selb ein Saisonhöhepunkt. Kickers-Coach Martin Damrot, der am Samstag in Röslau gespannt zuschaute, wird wohl seine Rückschlüsse für das Duell der Erzrivalen ziehen.

Hofer Offensivflaute

Ganz andere Probleme als Röslau hat hingegen die SpVgg Bayern Hof, die ihr Spiel um Platz 3 mit 2:3 gegen den Liga-Kontrahenten SpVgg SV Weiden verlor. Und das auch noch in Überzahl, nachdem Weidens Stefan Graf kurz vor der Pause mit Gelb-Rot vom Feld musste. Eine Niederlage gegen eine Bayernliga-Kontrahenten und das auch noch mit einem Mann mehr, das stimmte Hofs Coach Perparim Gashi schon etwas nachdenklich. „Die Fehler in der Viererkette sind der größte Kritikpunkt“, sagt er nach der Niederlage. Gerade bei langen Bällen fehlt die Erfahrung und die Abstimmung, sodass Hof trotz guter Ansätze sich nicht belohnen konnte. Katastrophal seien aber diese Fehler, so Gashi. „Zumal es in den letzten drei Testspielen exakt die gleichen Fehler waren.“

Und so konnte sich Hendrik Geiler nicht einmal über seine gute Leistung freuen. Der bisherige U-19-Spieler hat den Aufstieg ins Bayernliga-Team geschafft, spielte von Anfang an und zeigte eine starke Leistung – unabhängig von seinen beiden Toren.

Aber eins ist offensichtlich das zweite Hofer Manko neben der Unstimmingkeit in der Defensive: das Offensivspiel. Hof fehlt ein Zielspieler, einer wie Weidens Michael Jonczy, der seinen Körper geschickt einsetzen kann und Hof an allen Ecken und Enden Problem bereitete. Und so traf auch er zum Siegtreffer, der allerdings nicht unbedingt dem Spielverlauf der zweiten Halbzeit entsprach. „Wir hatten Riesen-Chancen, machen sie aber nicht“, sagt Gashi. Ein Spieler wie Tomas Petracek fehlt ihm. „Aber im Moment müssen wir damit arbeiten, was wir haben.“ Immerhin hängt auch der Hofer Coach die Niederlage nicht zu hoch: „Beide haben Dinge ausprobiert. Das Liga-Spiel wird ganz anders aussehen.“

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