Bedeutendes Keramik-Projekt beendet Porzellanikon spielt in der Europa-Liga

Das Projekt „CerDee“ geht zu Ende. Keramiker können nun auf einer Webseite ihr Wissen erweitern und sich austauschen. Workshops gibt es auch.

Den Abschluss des CerDe EU-Projekts feierten alle Projektmitarbeiter gemeinsam bei einer letzten Konferenz mit anschließenden Workshops. Auf dem Bild sind Von links: Dr. Claudia Casali, Direktorin des Internationalen Keramikmuseums in Faenza, Italien; ihre Mitarbeiterin Monica Gori; Tadeusz Orawiec, Kurator am Keramikmuseum in Bolesławiec; Dr. Jana Göbel, Leiterin des Referats EU-Projekte; Dr.-Ing. Jan Tluchor, Wirtschaftswissenschaftler und Prodekan der Universität Westböhmen; Alexa Voigtlaender von [hantwerck]; Stellvertretender Landrat des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge Roland Schöffel; Museumsdirektorin Anna Dziwetzki; Oberbürgermeister der Stadt Selb Ulrich Pötzsch; Bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten Melanie Huml; Jürgen Hoffmann Bürgermeister der Stadt Hohenberg a. d. Eger; Prof. Dr. Andreas Will, Professor für Medien und Kommunikationsmanagement an der TU Ilmenau; wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Ilmenau Nigar Zahan. Foto: Sophia Goldner

„Wir wollten mithilfe des reichen Kulturerbes der keramischen Regionen die zeitgenössische Keramikerszene unterstützen.“ So beschrieb Anna Dziwetzki, Museumsdirektorin des Porzella-nikons, die Intention hinter dem Projekt „CerDee“.

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Das EU-Projekt: Dabei ist das Ziel sogar schon im Titel „CerDee“ enthalten. Die Abkürzung steht für „Creative entrepreneurship in ceramic regions – Developing, educating, encouraging“. Auf Deutsch übersetzt heißt das Projekt also „Kreatives Unternehmertum in Keramik-Regionen – Entwicklung, Bildung und Förderung“. Anna Dziwetzki erklärte, dass das Porzellanikon gemeinsam mit verschiedenen internationalen Partnern Keramiker in Mitteleuropa mit unterschiedlichen Angeboten unterstützen wollte. „So, dass sie den stetigen Marktanforderungen gerecht werden können“, sagte die Museumsdirektorin. Die Angebote umfassten beispielsweise Workshops rund um Keramik-Techniken, die Entwicklung einer Online-Plattform, Wettbewerbe und das Bereitstellen von Marketinginstrumenten.

In Selber DNA

Regionaler Hintergrund: Bei der Abschlusskonferenz von „CerDee“ ging Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch darauf ein, warum das Porzellanikon und somit auch Selb sich für das Projekt eignen: „Gäbe es nicht die Keramik und Porzellanherstellung, wären wir alle heute nicht hier. Denn die Stadt Selb ist aus dem Porzellan heraus gewachsen.“ Der Ursprung der Porzellan- und Designstadt Selb hat laut Pötzsch dort angefangen, wo heute das Porzellanikon steht. Denn der Bahnanschluss in Selb-Plößberg habe die Möglichkeit geboten, eine Porzellanfabrik zu installieren. „Alles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, ist nicht selbstverständlich. Die Stadt Selb und die Region haben viele kreative Menschen zu dem gemacht, was sie heute sind. Die Herstellung des Porzellans und damit auch das Thema Keramik ist bei uns in der DNA.“ Der Oberbürgermeister fühlt sich geehrt, dass die Stadt Selb ein Partner des Projekts sein durfte. Abschließend sagte er: „Mit dem Projekt ist es uns gelungen und wird uns auch noch gelingen, Menschen zu unterstützen und zu motivieren, die heute noch in der Keramik unterwegs sind und damit Zukunft bestreiten.“

Auch der stellvertretende Landrat des Landkreises Wunsiedel, Roland Schöffel, erkannte den Wert des Porzellanikons in der Region: „Das Museum war vor einigen Jahren noch in den Händen des Landkreises Wunsiedel. Aus finanziellen Gründen wurde es dann zum Staatsmuseum. Diese Bemühungen waren nicht umsonst. Denn an dem Pro-jekt ‚CerDee’ sieht man, wie wichtig die Arbeit des Porzellanikons ist und dass zudem die Zusammenarbeit in verschiedenen Nationen ganz wichtig ist.“

„Von europäischem Wert“

„Interreg“ fördert EU-Projekt: Der Sponsor des „CerDee“-Projekts ist die „europäische territoriale Zusammenarbeit“, kurz „Interreg“. Sie ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Bei der Abschlusskonferenz berichtete die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten. Melanie Huml, warum der Freistaat das Projekt in den vergangenen drei Jahren mit 2,2 Millionen Euro unterstützt hat: „Wir haben hier ein Museum von europäischem Wert. Es spielt in der ‚Europa-Liga’ mit – wenn nicht sogar global. Mit dem EU-Projekt ‚CerDee’ können wir das unterstreichen. Ich finde es klasse, was man damit alles auf den Weg gebracht hat. Zwar lag die Federführung für das Projekt hier beim Porzellanikon, aber ohne die internationalen Partner wäre das Europa-Projekt nicht möglich gewesen.“ Allerdings müsse man so eine Zusammenarbeit aufgrund verschiedener Sprachen und Kulturen erst einmal stemmen, um danach voneinander zu lernen.

Web-Plattform als ein Ergebnis: Das wohl wichtigste Ergebnis des ganzen Projekts ist eine Webseite. Diese ist laut Andreas Will, Professor für Medien und Kommunikationsmanagement an der TU Ilmenau, erst kürzlich fertig geworden. Er zeigte einige Inhalte auf: „Auf der Plattform können Keramiker zusammenkommen sowie ihr Wissen erweitern. Dafür gibt es beispielsweise E-Learning-Module und 3 D-Ansichten. In der Galerie sehen die Künstler die Bilder und Videos verschiedener Arbeiten.“