Begehrtes Bauland Startschuss für Baugebiet Wuttigmühle

Zusammen mit vielen am Bau Beteiligten lud Oberbürgermeister Oliver Weigel (Fünfter von links) am gestrigen Donnerstag zum Spatenstich für das neue Baugebiet an der Wuttigmühle. Foto:  

Am Ödweißenbach sind die Bagger angerollt. Der Spatenstich signalisiert den Beginn der Erschließung. Bis zum Dezember soll die neue Straße in das künftige Wohngebiet führen.

Schon wieder Bagger, schon wieder Schaufeln, schon wieder Spatenstich: In Marktredwitz grenzt beinahe eine Baustelle an die andere. Am gestrigen Donnerstag ist der Startschuss für ein weiteres Projekt abgefeuert worden. Mit dem Spatenstich an der Wuttigmühle wurde das Signal für die 1,5 Millionen Euro teure Erschließung eines Neubaugebiets gegeben. Bis zum Ende dieses Jahres schon soll das komplette Areal erschlossen sein. Im Frühjahr können die ersten Bauherrn loslegen.

Lange Interessenten-Liste

Die Liste ist lang, die Parzellen begrenzt. Elf Einfamilienhäuser sollen hier im Grünen an der Wuttigmühle entstehen. Begehrte Bauplätze. Denn es gibt derzeit etwa doppelt so viele Interessenten, die hier mit unverbaubarem Blick zwischen den Ausläufern des Kaiserstein und dem Ödweißenbach bauen möchten, als Grund zur Verfügung steht. Oberbürgermeister Oliver Weigel griff bei herrlichem Sonnenschein beherzt zum Spaten und nannte den Tag „ein sehr schönes Ereignis“.

Es tut sich unheimlich viel

Abermals arbeite die Stadt hier mit der Firma Bayerngrund zusammen: „Sehr verlässlich haben wir mit diesem Partner schon ganz schön was in Marktredwitz bewegt“, betonte Weigel, der zahlreiche am Bau Beteiligte zum Spatenstich in Dörflas begrüßte. „In Rawetz tut sich unheimlich viel“, bemerkte er nicht ohne Stolz. „Allein auf dem Benker-Areal sind derzeit drei Kräne im Einsatz.“ Das sei nur eine von vielen Baustellen. Die wohl größte gebe es im Norden der Stadt, wo Edeka auf 100 000 Quadratmetern für 310 Millionen Euro ein Zentrallager baut, von dem aus Edeka-Märkte in Nordbayern, Sachsen und Thüringen beliefert werden. „In unserer Stadtentwicklung steckt unheimlich viel Dynamik“, sagte der Oberbürgermeister.

Ausverkauft

Alle Baugebiete, die Marktredwitz ausweise, seien in kürzester Zeit verkauft. Daran könne man den Bedarf sehen, fuhr er fort. Marktredwitz sei nicht nur ein attraktiver Arbeits-, sondern auch ein ebensolcher Wohnstandort. Und weil die Nachfrage so groß sei, „haben wir die Fläche an der Wuttigmühle untersucht und letztlich einen Weg gefunden, hier ein Baugebiet auszuweisen“.

SPD und Grüne dagegen

Denn ganz unumstritten war das neue Baugebiet nicht. Die SPD-Fraktion und die Grüne Brigitte Artmann hatten im Oktober 2019 im Stadtrat gegen die Realisierung dieses Baugebiets gestimmt. Dafür gab es sogar Applaus von den Zuschauerrängen, denn im Rathaus hatte sich eine Schar von Anliegern der Wuttigmühle versammelt. Und die waren alles andere als begeistert von den Plänen der Stadt, ihnen Häuser vor die Nase zu setzen und damit den bislang freien Blick in die Natur zu trüben. Die Planerin Cornelia Dittmar hatte seinerzeit versichert, „dass der Eingriff in die Natur möglichst minimiert bleiben soll“. Die zweigeschossigen Häuser bekämen allesamt ein Flachdach, damit der Ausblick der Anlieger nicht zu sehr gestört werde. Zudem handle es sich bei dem neuen Baugebiet um eine abschüssige Fläche, wodurch die Häuser ohnehin tiefer lägen. Obwohl die SPD damals dem Kauf des Areals durch die Stadt zugestimmt hatte, votierte sie letztlich gegen das Baugebiet.

Haus im Weg

CSU und Freie Wähler hatten sich zusammen mit Oberbürgermeister Weigel durchgesetzt und viel Arbeit in die Vorplanungen gesteckt. „Wir hatten außerdem Hindernisse“, meinte das Stadtoberhaupt beim Spatenstich. Denn noch im Februar stand dort an der Friedenfelser Straße 19 ein in die Jahre gekommenes, leer stehendes Haus samt Garten. Das hatte die Stadt ebenfalls gekauft, um es für die Erschließung ins neue Baugebiet platt zu walzen. Jetzt zieht sich bereits eine sandige Piste den Hang hinauf und deutet an, wie die Erschließungsstraße später als Anliegerstraße zu den elf Häusern führen wird.

Highspeed-Internet

„Wir werden am Ende der Bebauung einen Wendehammer anlegen.“ Somit sei dies eigentlich nur eine Straße für die Anlieger, meinte der OB. Die Erschließungsstraße wird 400 Meter lang, die neue Trinkwasserleitung sogar 500 Meter. Neben den Versorgungsleitungsleitungen für Strom und LED-Straßenbeleuchtung durch die ESM kündigte Oliver Weigel für das neue Baugebiet „Highspeed-Internet“ durch die Telekom an.

Das Entwässerungssystem werde als Trennsystem angelegt. Der Schmutzwasserkanal misst 500 Meter Länge, die Regenwasserkanäle 800 Meter. Es gebe zudem eine Regenrückhaltung des Oberflächenwassers vom Baugebiet mit Ableitung in den Ödweißenbach. Auf einer Länge von 200 Metern gebe es eine Umlegung des Mischwasserkanals.

Blick auf den Hausberg

Der Oberbürgermeister warb noch einmal für die „hervorragende Lage“ dieses Baugebiets mit „Blick auf unseren Hausberg Kösseine“ – wenn man die Birke dort vorn ein wenig kürze, meinte er schmunzelnd. Doch von den hinteren Häusern aus habe man definitiv einen Blick auf den Kösseinegipfel. Und nicht nur das: „In nur fünf Minuten ist man zu Fuß im Freibad oder im Auenpark. Der Radweg liegt in unmittelbarer Nähe, und vom Benker-Areal, wo ein neuer Stadtteil entsteht, ist es auch nur einen Steinwurf weit entfernt.“ Zentral und ruhig zugleich.

Edel-Häppchen statt Leberkäs

Wenn das Wetter so bleibe wie beim Spatenstich, erreiche man das Ziel, bis Dezember mit der Erschließung fertig zu sein, auf jeden Fall. Freudig griffen die zahlreichen am Bau Beteiligten zum Spaten und später zu den Häppchen. Die waren diesmal erlesener, als auf einer Baustelle gewohnt. Denn statt Leberkäs- oder Wurstsemmeln gab es kleine Köstlichkeiten von Kohlers Kulinarik im Marktredwitzer Ortsteil Haag.

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