Berg-Eisenbühl Trauer um Claus-Frenz Claussen

Sandra Hüttner
Claus-Frenz Claussen Foto:  

Der „Eisenbildner von Eisenbühl“ ist gestorben. Er war Mediziner und hat als Forscher vor allem Gleichgewichts- und Sinnesstörungen untersucht. Daneben hat er Hunderte von Metallskulpturen geschaffen. Sie sind im „Eisenpark“ öffentlich zugänglich.

Der Künstler und Mediziner Professor Dr. Claus-Frenz Claussen, bekannt auch als der „Eisenbildner von Eisenbühl“, ist am Wochenende im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Er war nicht nur im Berger Winkel bekannt wie ein bunter Hund – und das im durchweg positiven Sinne.

1970 hatte der in Husum geborene Claussen den Berger Ortsteil Eisenbühl zu seinem Zweitwohnsitz gewählt. Der Ort Eisenbühl bot sich für das Ehepaar Claussen an, da er auf halber Strecke ihrer jeweiligen Arbeitsorte lag und durch die Anbindung an die A9 gut zu erreichen war. Seit 1973 arbeitete er als Eisenbildner zu Eisenbühl mit einem eigenen eisenbildnerischen Atelier. Hier hat er seit 1997 seinen Eisen-Skulpturenpark aufgebaut, mit selbst entworfenen Skulpturen in einem sehr persönlichen Stil.

Der Eisenpark ist von seiner Entwicklung her in drei Bereiche unterteilt. Auf den Park I folgte im Jahr 2002 der Park II und im Jahre 2009 der Park III. Zu sehen sind hier mehr als 220 Großplastiken aus Stahl, die auf einer Wiese unterhalb von Eisenbühl aufgestellt sind. Der „Eisengarten“ steht unter dem Motto „Stählerne Zeichen des Seins und Werdens über Wasser und Land“ und versteht sich als eine Skulptur-Landschaft. Die großzügig dimensionierten Darstellungen sind zum Teil farbig gestaltet. Die fantastischen Skulpturen ergründen die Grenzen der Sinne und Erkenntnis; sie sind Mythen- und Märchenwesen, Geister, Visionsträger und Forscher zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Der weltbekannte Medizinprofessor Claussen brachte seine künstlerischen Gedanken zu Papier, die Markus Danziger aus dem thüringischen Pottiga dann aus Baustahl umsetzte. Die Skulpturen seines Eisenparks sind in eine Stiftung eingebracht, die er und seine Frau Erika im Jahr 2012 gründeten: die Stiftung öffentlichen Rechts „Claussen’s Eisenpark zu Eisenbühl“; Stiftungsvorstand ist Landrat Oliver Bär.

Professor Claus-Frenz Claussen war Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Autor, Herausgeber, bildender Künstler und Erfinder. Claussen studierte Medizin in Bonn und Hamburg, mit Studienaufenthalten in Toulouse, Oxford, Oslo, Göteborg, Kopenhagen und Aarhus. Claussen legte mehr als 450 Publikationen in vier Sprachen vor, Patentschriften sowie philosophische und künstlerische Publikationen wie auch Kataloge zu Kunstausstellungen. Seit 1980 lebte Claussen in Bad Kissingen, wo er mit seiner 2017 verstorbenen Frau Erika bis 2001 eine HNO-Praxis betrieb. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass Claussen 1997 Gründungsmitglied und Vizepräsident des europäischen Kunstvereins „Via Europae Sculpturarum“ war und ihm 2001 der Ehrentitel „Ritter der Ungarischen Kultur“ in Budapest verliehen wurde. 2002 formulierte Claussen das Konzept des „narrativen Sensologismus“ als Brücke zwischen Wissenschaft, Kunst und Philosophie und hielt hierüber zahlreiche Vorlesungen.

Vor 18 Jahren beendete Claussen seine Laufbahn als Universitätsprofessor, führte aber seine Arbeit in den von ihm gegründeten Gesellschaften für Neurootologie und Äquilibriometrie beziehungsweise zur Erforschung von Geruchs-, Geschmacks-, Gehör- und Gleichgewichtsstörungen in Bad Kissingen weiter.

Am Freitag, 9. September, wird Claus-Frenz Claussen auf dem Friedhof in Berg beigesetzt. Dem geht eine Trauerfeier in der Jakobuskirche voraus. Auf dem Berger Friedhof fand bereits 2017 seine Frau Dr. Erika Claussen ihre letzte Ruhestätte.

 

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