Weiterer Angriff in NRW
Kurz nach dem Messerangriff in Berlin gab es in Nordrhein-Westfalen einen Polizeieinsatz wegen einer ähnlichen Tat. Ein 11-Jähriger soll sich in Remscheid gegen den Angriff eines 13-jährigen Mitschülers mit einem Messer gewehrt haben. Anschließend sei der Elfjährige geflüchtet, habe aber im Rahmen einer Fahndung schnell aufgegriffen werden können.
Bundesjugendministerin Karin Prien (CDU) zeigte sich bestürzt über die Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. „Es ist natürlich furchtbar, wenn sich Kinder gegenseitig verletzten“, sagte die CDU-Politikerin nach Abschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz in Hamburg. Zugleich sprach sie sich für eine bessere rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit bei der Kinder und Jugendhilfe aus.
Debatte um Strafmündigkeit
Nach den Angriffen sind erneut Debatten um das Thema Gewalt von Kindern und Jugendlichen entbrannt. Dazu gehört auch die Forderung, das Alter für die Strafmündigkeit herabzusetzen.
Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft muss sie mindestens auf das 12. Lebensjahr gesenkt werden. Es gehe nicht darum, Kinder ins Gefängnis zu bringen, betonte Gewerkschaftschef Rainer Wendt. Sie sollten aber von den „Segnungen eines Strafverfahrens“ profitieren können, so Wendt. „Es ist schon ein Unterschied, ob irgendein Sozialarbeiter auf einen 12- und 13-Jähren, der mit einem Messer bewaffnet ist und durch die Gegend läuft, einwirkt - oder ob Polizei und Staatsanwaltschaft das tun“, sagte Wendt der „Bild“.
Aus Sicht von Berlins Justizsenatorin, Felor Badenberg (CDU) bedarf es auch einer wissenschaftlichen Betrachtung. „Es gibt sehr viele Argumente, die dafür sprechen, es gibt aber durchaus auch Argumente, finde ich, die man ernst nehmen muss, die dagegen sprechen“, sagte Badenberg am Rande der Verbraucherschutzministerkonferenz. Zu prüfen sei, jemand in dem Alter tatsächlich in der Lage sei, das Unrecht seiner Tat einzusehen.
Gewalt unter Kindern nimmt zu
Die Berliner Polizei warnt bereits seit Jahren vor einer zunehmenden Gewaltbereitschaft bei diesen Altersgruppen. Schon 2022 und 2023 hatte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel gesagt, sie sei ganz persönlich besorgt durch den Anstieg von Taten, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind.
Die Angriffe würden häufig untereinander geschehen. Auch Messer spielten dabei häufiger eine Rolle. Oft werde damit gedroht, etwa bei Raubtaten oder zur Einschüchterung, aber sie würden auch eingesetzt.