Vor der Tür hängt ein Zettel „Schwuler Augenarzt sucht Wohnung“, drinnen erzählt gerade ein Typ mit Bierflasche, dass er übrigens zwei Master habe. Manche tragen in diesem Café in der Schöneberger Akazienstraße bauchfreie Tops und andere, wie die ältere Dame neben uns, gefütterte Wanderschuhe – die Gehwege sind vereist – und eine rote Filztasche. Das Nach-dem-Abi-nach-Berlin-Ziehen hat ja nun nicht erst die Generation der Prenzlauer-Berg-Hipster mit Geburtsort Albstadt-Ebingen erfunden. Sondern wohl jenes Klientel, das man zum Beispiel in Schöneberg, dem Westberliner Szenebezirk, wie man früher sagte, nun in seinen besten Jahren antrifft: Die Hippies, Atomkraftgegner und Schwulenaktivisten der 70er und 80er sind die Berliner Kiezrentner von heute.