Gibt es einen 51. Film?
Auch wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen ihn hat der Regisseur immer größere Schwierigkeiten, seine Produktionen finanziert zu bekommen, vor allem in den USA. Wird es noch einen 51. Allen-Film geben? "Man weiß ja nie", sagte der Regisseur Mitte Oktober in einem 90-minütigen Gespräch mit zwei US-Journalisten. Vielleicht würde sich ein Geldgeber in einem anderen Land finden. Allen stellte zugleich klar, dass er allein alle künstlerischen Entscheidungen treffe. Ein Finanzier würde weder das Drehbuch noch eine Liste der Schauspieler zu sehen bekommen.
Allen, der in seinen Film meist den gebildeten, aber glücklosen Verlierer voller Selbstzweifel und Melancholie spielt, stellt auch in dem Interview sein Licht unter den Scheffel. Er habe 50 Filme geschrieben und inszeniert, aber mehr als die Hälfte halte er nicht für gut, betonte der Filmemacher.
Großer Bogen um Hollywood
Genauso gehört es zu Allen, dass er Preisverleihungen in Hollywood meidet. Er wurde bisher für 24 Oscars nominiert, zuletzt 2014 für das Drehbuch zu "Blue Jasmine". Cate Blanchett gewann damals den Oscar als beste Hauptdarstellerin in seinem Film.
Allen gewann in seiner langen Karriere vier Oscars, 1978 für Regie und Drehbuch von "Der Stadtneurotiker", der auch zum "Besten Film" gekürt wurde und Hauptdarstellerin Diane Keaton die begehrte Trophäe einbrachte. Weitere Drehbuch-Oscars holte Allen 1987 für "Hannah und ihre Schwestern" und 2012 für "Midnight in Paris" - aber nicht einen davon nahm er persönlich entgegen.
Nur an einer einzigen Oscar-Gala nahm der Filmemacher teil. Das war 2002, bald nach den Terroranschlägen des 11. September 2001. Damals wurde der gebürtige New Yorker von Hollywood als Botschafter seiner angeschlagenen Heimatstadt auf die Bühne gebeten.