Berufswettbewerb Fachwissen und Geschick sind gefragt

Karsten Repert

Auszubildende in der Landwirtschaft messen sich beim Berufswettbewerb in Münchberg. Den ersten Platz erringt Patrick Ponader aus Tröstau.

Wettbewerbsrichter Christoph Schubert (Mitte) hat den Teilnehmern des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend eine gute Arbeit bescheinigt, hier mit Emma Seifert (vorne, rechts) und Benjamin Schlegel (links). Foto: Karsten Repert

Auf das Comeback der Landwirtschaft darf man hoffen – denn der Nachwuchs strebt lautstark in die grünen Berufe. „Auch wenn die Zahl der Absolventen noch rückläufig ist, so erleben wir zum Beispiel hier beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend einen Zulauf, der uns völlig überrascht“, freut sich Stefanie Wunderlich am Dienstag. Die Fachberaterin des Bayerischen Bauernverbandes gehörte genau wie Ausbildungsberaterin Daniela Kunz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zum neunköpfigen Organisationsstab des Berufswettbewerbs. 43 junge Nachwuchskräfte im Alter zwischen 15 und 18 Jahren wetteiferten dabei um die sieben Finalplätze.

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Christoph Schubert, ehrenamtlicher Wettbewerbsrichter, erzählt: „Ich war früher auch einer von diesen Teilnehmern hier. Leider habe ich aber vor zehn Jahren den Sprung zum Bezirksentscheid verpasst. Heute stehe ich als Juror am Werktisch und begutachte die tolle Arbeit der nächsten Generation.“ Was den 27-Jährigen bereits in jungen Jahren zum ehrenamtlichen Wettbewerbsrichter qualifiziert? Christoph Schubert ist als Jungunternehmer in Grub bei Weißenstadt einer der Chefs im achtköpfigen Familienbetrieb. Der junge Mann ist Landwirtschaftsmeister, modern aufgestellt und ziemlich erfolgreich – auch ohne Titel beim Berufswettbewerb in Münchberg. „Das zeigt vielleicht auch, wie hochkarätig diese Meisterschaft hier in der August-Horch-Berufsschule ist und dass wirklich viele, richtig gute Leute in die Landwirtschaft drängen“, findet Christoph Schubert.

Emma Seifert und Benjamin Schlegel zum Beispiel machen ihre Ausbildung in Stockenroth im Betrieb von Alexander Schlegel. Sie verpassten den Sprung in die Spitzengruppe, durften sich aber dennoch über das Lob der Richter freuen. Kreisobmann Harald Fischer war begeistert: „Alle Mädchen und Jungs treten hier freiwillig an. Toll, oder?“ Beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend sind unter dem Motto „Mit Herz und Hand – smart fürs Land“ insgesamt 10 000 Nachwuchskräfte an den Start gegangen. Alleine in Bayern waren über 2000 junge Aus- und Fortzubildende der Land- und Forstwirtschaft im Einsatz. Für die Besten aus dem Kreisverband Hof und Wunsiedel geht der Wettbewerb am 28. März beim Bezirksentscheid weiter.

Zum Kreisentscheid gratulierte Andreas Wolfram als stellvertretender Kreisobmann und Chef bei der Siegerehrung des Berufswettbewerbs folgenden Schützlingen:

1. Patrick Ponader (Ausbildung im elterlichen Betrieb in Tröstau), 2. Florian Eckl (Ausbildung im Betrieb seiner Mutter in Gundlitz), 3. Noah David Howard (Ausbildungsbetrieb Bernd Schnabel in Trogen), 4. Marie-Theres Puff (Berufsgrundbildungsjahr), 5. Tobias Hohenberger (Ausbildungsbetrieb Roland Vogel in Selbitz), 6. Felix Kießling (Ausbildungsbetrieb Werner und Heidi Lauterbach aus Schweinsbach), 7. Philip Spieler (Ausbildungsbetrieb Löhrlein GdbR in Wotzendorf Landkreis Stadelhofen).

Thomas Lippert wollte sich als Geschäftsführer der Geschäftsstelle Wundsiedel-Hof des Bayerischen Bauernverbandes „unbedingt bei Schulleiter Daniel Bitterwolf und dessen Team als tollen Gastgeber bedanken“.

Die Teilnehmer wurden in Biologie und Chemie getestet. Sie mussten Pflanzennährstoffe und Bodenarten bestimmen; Tierhaltung und Verarbeitung von Lebensmitteln wurden thematisiert. Sicheres Auftreten und Kommunikationsfähigkeiten waren die Kriterien bei der mündlichen Präsentation. Den Abschluss bildeten die praktischen Aufgaben, denen ein besonderes Gewicht zukommt. Für die Auszubildenden in der Landwirtschaft bedeutete dies, ein Werkstück, einen funktionstüchtigen Flaschenöffner, ohne fremde Hilfe herzustellen.