Autokinos wurden zu einem beliebten Ausflugsziel von Pärchen, die sich zu deutlich konservativeren Zeiten nicht zu Hause treffen konnten. Manche fuhren gezielt die letzte Parkreihe an, einst als "Love Lane" bekannt. Schnell bekam das Autokino den Spitznamen "Knutschkino" verpasst.
Wie steht es um das Autokino in Zeiten von Netflix und Co.?
In der heutigen Welt mit Netflix und Co. wirken Autokinos dagegen aus der Zeit gefallen. Was macht - damals wie heute - den Reiz des Autokinos aus? "Natürlich ist das liebste Kind der Deutschen immer noch das Auto. Und viele können natürlich somit das Auto mit dem Kino verbinden", sagt Desch. Zudem habe man deutlich mehr Privatsphäre als im herkömmlichen Kino - man könne die Füße hochlegen, mit dem Partner quatschen und werde nicht von raschelnden Chipstüten gestört.
Man müsse den Leuten etwas Besonderes bieten - nur einfach den Film abspielen, das genüge heute nicht mehr. Und Desch denkt sich tatsächlich immer wieder etwas Besonderes aus. Halloween sei beliebt, "weil wir unsere Mitarbeitenden als Monster herumlaufen lassen". Auch gebe es regelmäßig Tuning-Treffen. Zudem laufe etwa am 22. August der Autofilm "The Driver" und es werde zum Oldtimer-Treffen geladen. Und im Herbst gebe es eine Arthouse-Reihe. "Wenn man innovativ bleibt und sich den neuen Gegebenheiten anpasst, dann ist mir nicht Angst vor der Zukunft."