Kochen ist eine Kunst, die im besten Fall Körper, Geist und Seele zusammenhält. Der Dichter und Wortschöpfer Jean Paul (1763 bis 1825), der eigentlich Johann Paul Friedrich Richter hieß und in Wunsiedel als Pfarrerssohn das Licht der Welt erblickte, wusste eine gute Mahlzeit zu schätzen. War in seinen jungen Jahren in Joditz bei Hof und in Schwarzenbach an der Saale oft Schmalhans Küchenmeister, lernte Jean Paul später, als er berühmt war und als guter Unterhalter beliebt bei den Damen der besseren Gesellschaft, an höfischen Tafeln die feine Küche kennen – einschließlich der damals geltenden Etikette, über die er sich oft lustig machte. Das alles verarbeitete der Zeitgenosse von Goethe und Schiller, der die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens in Bayreuth verbrachte, in seinem umfangreichen Werk. Es ist bis heute in seiner Art einmalig – ebenso skurril und witzig wie kreativ und weitschweifend.