Bester Schütze Bayerischer Meister mit der „Winchester“

Annemarie Riedel (14)
Der neu gekürte bayerische Meister Jürgen Marx am Schießstand mit der Winchester im Anschlag. Foto: A. R.

Jürgen Marx aus Pfannenstiel erreicht beim Wettkampf in Bamberg endlich sein lang verfolgtes Ziel. Nun geht es am 3. September zur „Deutschen“.

Der 57-jährige Schütze Jürgen Marx aus dem Thiersteiner Ortsteil Pfannenstiel hat sich nach mehreren Anläufen endlich den Sieg bei den Bayerischen Meisterschaften erkämpft. Mit 269 Ringen und immerhin sieben Ringen Vorsprung zum Zweitplatzierten düpierte Marx die Konkurrenz von zwanzig Teilnehmern aus ganz Bayern.

Anfang als Elfjähriger

Aber der Meistertitel flog dem Schützen nicht so einfach zu. Dem Schießsport verbunden ist Jürgen Marx seit Jahrzehnten, schon mit elf Jahren begann er mit dem Luftgewehrschießen. Erst seit zehn Jahren beschäftigt er sich mit der Klasse Unterhebelrepetierer, Kaliber 357.magnum, auch unter dem Namen „Winchester“ bekannt. Die Waffe wiegt zirka vier Kilogramm und wird im Liegendanschlag mit offener Visierung, nur mit Kimme und Korn, ohne Zielfernrohr geschossen. Dabei entfernt sich die Scheibe dank einer Zugvorrichtung auf fünfzig Meter Entfernung.

Nach fünf Minuten Vorbereitungszeit, in der sich der Lauf mit Probeschüssen auf die optimale Temperatur erwärmt, müssen in dreißig Minuten dreißig Schuss abgegeben werden. Die Schwierigkeit dabei ist die erforderliche Präzision. Denn wenn die Kugel den Lauf verlässt, ist sie mit doppelter Schallgeschwindigkeit unterwegs.

Gestoppt durch Waffenstörung

Jürgen Marx, seit fünf Jahren ungeschlagener Oberfränkischer Meister in dieser Disziplin, nahm schon vor Jahren Anlauf auf den Bayerischen Titel. Seinen bislang letzten Versuch hatte eine Waffenstörung in der Vorbereitungszeit vereitelt – das Gewehr blockierte, und der enttäuschte Schütze musste aufgrund der begrenzten Zeitspanne vom Wettkampf zurücktreten. In der Bamberger Schießanlage „Kunigundenruh“ absolvierte Marx aber nun einen ausgezeichneten Wettkampf.

Die Bayerische Meisterschaft fand wegen der vielen Disziplinen auf drei Wochenenden verteilt statt. Marx, der am mittleren Wochenende schoss, versuchte, die Ergebnisse vorheriger Schützen komplett auszublenden und so die nötige Konzentration zu finden. Diese Taktik soll auch bei den Deutschen Meisterschaften am 3. September in Philippsburg helfen. Marx, Mitglied in fünf Schützenvereinen und Vorsitzender des Schützenvereines „Freischütz Pfannenstiel“, schoss für den Bund Deutscher Schützen und den Schützenclub „Einigkeit“ Buchwald-Längenau, über den er sich auch noch in drei anderen Disziplinen für die Bayerische Meisterschaft qualifizierte. Allerdings zählten bei diesen nur der olympische Gedanke der Teilnahme; und die Freude, nach zwei Jahren wieder einmal viele bekannte Schützen zu treffen. A. R.

 

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