Fichtelgebirge Feuer zerstört Wohnhaus: Bewohner obdachlos

In Marktleuthen im Landkreis Wunsiedel entstehen in der Nacht zu Fronleichnam rund 100. 000 Euro Schaden. Zwei Familien kommen mit dem Schrecken davon. Der Brand bricht laut Polizei nach einer Gartenparty morgens um 3 Uhr aus.

Glück im Unglück haben zwei Familien in der Nacht zu Fronleichnam, als nicht nur ihr Holzschuppen im Sankt-Wolfgang-Weg in Marktleuthen in Flammen aufgeht, sondern das Feuer auch auf ihr Wohnhaus übergreift: Alle fünf Bewohner im Alter zwischen 14 und 52 Jahren können sich unversehrt ins Freie retten. An dem Mehrfamilienhaus, das im Augenblick nicht mehr bewohnbar ist, entsteht jedoch ein Schaden in Höhe von mindestens 100 000 Euro. Das hat die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberfranken am gestrigen Donnerstag bestätigt.

Menschen nicht in Gefahr

„Dass glücklicherweise alle Bewohner unverletzt geblieben sind, ist einem Rauchmelder zu verdanken, der rechtzeitig Alarm geschlagen hat.“ Erste Erkenntnisse der Ermittler haben nach Aussage des Polizeipräsidiums ergeben, „dass ein ans Wohnhaus angebauter Holzschuppen nach einer Gartenfeier in Vollbrand geraten ist“.

Es ist 3.01 Uhr, als die Feuerwehr Marktleuthen über die Leitstelle alarmiert wird, dass ein Schuppen in der Siedlung „Sonnenblick“ brennt. Eine Siedlung mit dichter Bebauung. „Wir sind mit 25 Leuten ausgerückt“, erzählt Kommandant Stefan Ruddigkeit, der seit dem Einsatz bis Donnerstagvormittag noch keine Minute Schlaf gefunden hat. Als seine Mannschaft am Brandort eintrifft, wird die Alarmstufe von B 2 auf B 3 erhöht, weil das angrenzende Wohnhaus ebenfalls Feuer gefangen hat. In der Nähe der Gluthitze bersten auf einmal die Fensterscheiben des Hauses.

Hilfe mit Drehleiter

Ohne Unterstützung geht jetzt nichts mehr. Die Kollegen aus Wunsiedel, Kirchenlamitz und Großwendern kommen mit dazu. Jetzt kämpfen 60 Leute gegen die Flammen, versuchen, das Wohnhaus zu retten. „Das ging Spitz auf Knopf. Wir haben das in letzter Minute erwischt“, sagt Ruddigkeit erleichtert. Die Wunsiedler fahren die Drehleiter hoch, um an der Seite die Dachhaut zu öffnen, um mögliche Glutnester zu löschen. Es gelingt. Ein Übergreifen des Feuers auf den Dachstuhl können sie verhindern. Einige Einsatzkräfte arbeiten sich mit Atemschutz ins Innere des Hauses vor, um auf allen Etagen sicherzugehen, dass die Flammen sich nicht weiter ausbreiten.

Unbewohnbar

„Aktuell ist das Haus nicht mehr bewohnbar“, meint der Kommandant, der von dicken Rußschichten in den beiden Wohnungen spricht. Fünf Menschen stehen von jetzt auf gleich ohne Obdach auf der Straße. Jetzt ist Andreas Ritter gefragt. Er ist nicht nur Feuerwehrmann, er ist im Moment auch amtierender Bürgermeister von Marktleuthen, weil Sabrina Kaestner im Urlaub ist. „Den Leuten geht es gut“, meint er auf Nachfrage der Frankenpost. „Gott sei Dank ist ihnen nichts passiert.“ Noch in der Brandnacht muss Andreas Ritter für die fünf obdachlosen Bewohner eine Bleibe suchen. „Für ein, zwei Nächte sind sie jetzt einmal im ,Goldenen Löwen’ untergebracht. Dann müssen wir weitersehen“, so der zweite Bürgermeister der Stadt. Denn ehe die Ermittlungen abgeschlossen sind und das Haus wieder in einem bewohnbaren Zustand ist, können die Bewohner vermutlich nicht zurück.

Komplett verrußt

Als Feuerwehrmann hat sich Andreas Ritter in der Schreckensnacht selbst ein Bild vom Ausmaß des Schadens machen können. „Es sind drei Geschosse, wenn man das Dach mitrechnet, von denen die mittlere Etage am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Da ist die ganze Wohnung komplett verrußt.“ Das Erdgeschoss sei noch ziemlich in Ordnung.

Brandwache

Dass das auch so bleibt, dafür haben am Fronleichnamstag die Feuerwehrleute unter Kommandant Stefan Ruddigkeit gesorgt. Bis zum Abend fahren sie noch einige Male am Brandort vorbei, „um sicherzustellen, dass ja nichts mehr passiert“, betont der Chef der Wehr, der nach der langen Nacht erst am Abend Ruhe findet.

In der Brandnacht waren neben den Einsatzkräften der Feuerwehren Marktleuthen, Großwendern, Kirchenlamitz und Wunsiedel auch der Rettungsdienst und die Polizei im Einsatz.

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