Bike-Park Vorsicht Kamera auf dem Kornberg

Die Vorarbeiten für den „Zauberteppich“, ein Rollband auf der alten Kinderlift-Trasse, laufen derzeit. Foto: W.N.

Die Uni Bayreuth will dokumentieren, wer sich wo und wie bewegt – Tiere und Ausflügler. Das ­Monitoring soll helfen, über eventuelle Nachbesserungen zu ­entscheiden.

Wunsiedel/Döhlau - Der Worte sind gar viele, wenn auch noch nicht alle gewechselt über den in Bau befindlichen Bike-Park auf dem Großen Kornberg. Nun lässt der für die Planung verantwortliche Zweckverband Zahlen sprechen: Bei seiner jüngsten Sitzung im Rathaus von Döhlau beschloss er einstimmig ein „Monitoring“. Das heißt: Mitarbeiter der Universität Bayreuth lassen in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge neun Infrarot-Kameras montieren, auch Fotofallen genannt. Sie werden – ohne dass Gesichter zu erkennen sind – ermitteln, wer sich auf dem Kornberg wo und wie bewegt: Wanderer, Biker, und natürlich auch die Tiere in ihrem angestammten Lebensraum. Wie in einem bereits laufenden Projekt am Ochsenkopf wird ein eigens entwickeltes Computerprogramm dann Grundlagen liefern für weitere Entscheidungen und möglicherweise Nachbesserungen rund um den Bike-Park.

Organisation und Analyse

Starten soll das Projekt möglichst bald, in wenigen Wochen; laufen soll es über einige Jahre. „Wir bieten die Organisation und die Analyse an“, erklärte Veronika Mitterwallner, Doktorandin an der Universität Bayreuth. „Die Kamera und der Computer machen alles mehr oder weniger von selbst“, ergänzte Jörg Hacker, Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge.

Der Zweckverband muss – und will – lediglich die Kosten tragen: rund 4500 Euro für neun Kameras. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring sollen zeigen: Was passt und was nicht an der Allgemeinverfügung, die derzeit das Miteinander aller Nutzer des Kornberges regeln soll. „Wir wollen erforschen, ob der Bike-Park eher lenkende oder streuende Wirkung hat“, erklärten Hacker und Mitterwallner.

Kritischer Bereich

Einen kritischen Bereich haben sich Hacker und Stefan Krippendorf, Planer des Bike-Parks im Landkreis Hof, vom Fahrradsattel aus betrachtet: den Nordweg, einen Qualitätswanderweg, der von Niederlamitz zum Kornberg führt. Er war ein zentraler Punkt in der Diskussion mit dem Fichtelgebirgsverein. „Es kann Konfliktstellen geben“, hat Krippendorf erkannt. Mit diesem Thema und letzten von vielen Anregungen zum Bike-Park wird sich der Zweckverband noch befassen. Die Auslegefrist der Unterlagen endet am 30. Juni. „Wir hoffen, dass wir danach relativ rasch Baugenehmigungen erhalten“, sagt Stefan Krippendorf.

In den vergangenen Wochen ist nach seinem Sachstandsbericht rund um das Bike-Zentrum wieder einiges vorangegangen. Die komplett erneuerte „sehr gute Straße“, so der Hofer Landrat Dr. Oliver Bär, ist seit einigen Wochen befahrbar. Das Kornberghaus „wächst und gedeiht“. Die Inneneinrichtung entspreche dem geplanten modernen Erscheinungsbild, dem „corporate design“. Das findet sich unter anderem in messing-schwarz-farben gestalteten Lampenschirmen und an der Decke des Hauses wieder. Eingebaut werden demnächst zwei große Monitore. Den künftigen Besuchern versprechen die Planer ein „tolles Erlebnis“.

Wirtschaftsbetrieb ab September

Die Außenanlagen sind nach Krippendorfs Worten fast fertig. Oberhalb des Hauses wurden zehn Laubbäume gepflanzt und ein Schotterrasen angelegt. Rund um das Haus wachse eine „blütenreiche Wiese“ heran. Demnächst wird der Zugang zum Haus mit Schotter befestigt und der moderne Bau an die Wasser- und Abwasserleitungen angeschlossen. Im nächsten Vierteljahr entsteht das dafür notwendige Pumpwerk. Der Anschluss soll im September fertig sein, sodass ein Wirtschaftsbetrieb möglich ist. Angelegt wird noch ein wassergebundener Parkplatz.

Derzeit ist eine Baufirma dabei, Vorarbeiten für den „Zauberteppich“ zu leisten, eine Art Rollband, das die Kinder auf der alten Kinder-Lifttrasse zum Start von Piste und Trail befördern wird. Das Gelände wird nivelliert und eine Drainage eingebaut. Sträucher, die dort entfernt werden müssen, sollen an anderer Stelle einen neuen Platz finden. Der „Zauberteppich“ soll am 12. Juli gebaut werden. Für den pädagogischen Bewegungspark laufen laut Krippendorf die Arbeiten im Hintergrund. Zur Schule für Produktdesign in Selb halten die Planer engen Kontakt. An der Homepage für den Bike-Park wird derzeit gearbeitet, ebenso an einem „Medienplan“.

 

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