Bikepark am Kornberg Initiative droht ebenfalls mit Klage gegen Landkreise

Die Mitglieder der Initiative „Ruhe für den Kornberg“ beklagen Umweltschäden beim Bau des „Zauberteppichs“. Foto: /pr.

Die Kritiker des Bikeparks auf dem Kornberg fordern den Freistaat auf, die Zuwendungen für das Projekt zu streichen. Sie monieren eine Kostensteigerung.

Schönwald - Die Initiative „Ruhe für den Kornberg“ fordert den Hofer Landrat Dr. Oliver Bär in einem Schreiben auf, die Pläne für den weiteren Ausbaus des Kornbergs endgültig fallen zu lassen. Bär ist aktuell Vorsitzender des Zweckverbandes Bikepark Kornberg. Wie es in dem Schreiben der Initiative heißt, ist das Projekt aufgrund des Klimawandels „aus der Zeit gefallen“.

Wie berichtet, überlegen die Verantwortlichen des Fichtelgebirgsvereins gegen die Landkreise Hof und Wunsiedel zu klagen, die den Bau des Bikeparks betreiben. Die Mitglieder der Initiative „Ruhe für den Kornberg“ überlegen nun ebenfalls, gegen die Baugenehmigung Klage zu erheben. Wie es in einer Mitteilung heißt, haben sie bereits mit einer Rechtsanwaltskanzlei Kontakt aufgenommen, um eine mögliche Klage vorzubereiten.

Sorge vor Unwetterkatastrophen

„Die Unwetterkatastrophen können jeden Landesteil betreffen. Am 13. Juli hat ebenfalls ein Unwetter an der neuen Straße zum Kornberghaus Schäden verursacht. Was geschieht, wenn es so schlimm wie in den Katastrophengegenden kommt und der Wald dann schon großflächig aufgebrochen ist?“, fragt die Initiative in einem Schreiben. Weiter heißt es, dass nach Angaben des Zweckverbands in einem Bereich relativ intakter Natur weitere 43 000 Quadratmeter Waldboden bebaut werden. „Die beanspruchte Gesamtfläche beträgt weit über 200 000 Quadratmeter. Dieser großflächige Flächenverbrauch ist nicht in Einklang mit den Klimazielen der Staatsregierung zu bringen.“

Außer auf die Umweltschäden weist die Initiative auch auf die Kostensteigerung des Projekts hin. „Diese beträgt schon 50 Prozent. Aus ursprünglich 4,2 Millionen Euro sind laut Bund der Steuerzahler inzwischen 6,3 Millionen geworden, obwohl noch keine der begonnenen Baumaßnahmen abgeschlossen und abgerechnet ist.“ Zudem sei der wesentliche Teil des Gesamtprojekts noch nicht rechtskräftig genehmigt. Die Herausgabe der Unterlagen für die Kalkulation des Bikeparks werde vom Zweckverband verweigert. Deshalb fordert die Initiative den Freistaat auf, die Vergabe und Zusage von Förderungen zu überprüfen und zurückzunehmen.

Bis heute ist laut der Mitteilung noch nicht bekannt, wer als zukünftiger Betreiber des Bikeparks die Anlage und das Kornberghaus bewirtschaften wird.

Keine Rücksicht auf die Natur

Die bisherigen Baumaßnahmen zur Errichtung des sogenannten „Zauberteppichs“, eines drei Meter hohen und über 130 Meter langen Tunnels aus Aluminium und Plexiglas, habe keinerlei Rücksicht auf die geschützte Zwergstrauchheiden genommen, moniert die Initiative. Die Biotope wurden vernichtet.

Die Initiative „Ruhe für den Kornberg“ hat laut ihrem Schreiben auf alle Einwendungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung bislang keine Antworten bekommen. red

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