Wegen Rasern Fichtelgebirgsverein kritisiert Pläne für den Bike-Park

Trassen durch den Wald wie diese sollen viele Mountainbiker bald auf den Großen Kornberg locken. Foto:  

Der FGV spricht von einer Schönwetter-Allgemeinverfügung. Er bezweifelt, dass gegebene Zusagen erfüllt werden. Vor allem der Fränkische Gebirgsweg werde nicht geschützt.

Schönwald - Was sind Absprachen wert? Dieser Frage stellt sich der Vorstand des Fichtelgebirgsvereins (FGV) angesichts der jüngst veröffentlichen Planung für den Bike-Park am Kornberg. In einem Schreiben an den Zweckverband, der die Anlage plant, in Person des Hofer Landrates Dr. Oliver Bär, kritisiert FGV-Vorsitzende Monika Saalfrank:

„Es stellt sich die Frage, ob die Einwendungen bei allen Beteiligten angekommen sind und die zugesagten Punkte wirklich erfüllt werden sollen.“ Vorausgegangen waren seit Herbst 2019 Stellungnahmen, Gespräche und – jüngst im Oktober und November vergangenen Jahres – Anhörungen. Dabei habe der Zweckverband Zusagen gemacht, die der FGV nun in den im Januar veröffentlichten Unterlagen vermisst.

Ein Schwerpunkt der Kritik des FGV ist der Fränkische Gebirgsweg, der am Kornberg auf der Trasse des Nordweges verläuft. „Auf dessen Schutz wurde nicht geachtet“, schreibt Saalfrank. „Eine Nutzung des Fränkischen Gebirgsweges durch Radfahrer ist für den FGV nicht hinnehmbar, da hierdurch zwangsläufig eine Herabstufung des Qualitätswanderweges erfolgen würde.“ Anregungen, die der Verein im vergangenen Herbst hierzu gemacht habe, seien in die Planung nicht eingearbeitet. In der Allgemeinverfügung, die zum Planungs-Paket gehört, fehlten auch Hinweise auf den allgemeinen Umgang der verschiedenen Gruppen von Erholungssuchenden untereinander sowie potenzielle Nutzungskonflikte: „Eine Schönwetter-Allgemeinverfügung nutzt niemandem“, schreibt Saalfrank weiter.

Widerspruch zum Artenschutz

Weitere Kritikpunkte des Fichtelgebirgsvereins: Zugesagt habe der Zweckverband, dass der Forst das Holz schlagen und eine Baufirma die Stöcke roden würde, die zur Schaffung von Strukturen für Lurche verwendet würden. Eine entsprechende DIN-Norm sei weder in der Baubeschreibung noch im -ablaufplan erwähnt. „Gleiches trifft zu für die Aussage, dass im Bereich Spitzkehren die Arbeiten aufgrund des Wurzelschutzes des dort sensiblen Waldes in Handarbeit durchgeführt werden.“ Ungebräuchliche und nicht fachgerechte Begriffe wie „Kiesgestein“ seien nicht, wie zugesagt, durch genaue Fachbegriffe wie Schotter und Sand aus Granit“ ersetzt worden. Zur Gänze fehlten in den ausgelegten Unterlagen die Baupläne für den Bewegungsparcours. „Der FGV sieht einen Widerspruch zwischen den Artenschutzmaßnahmen nach der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und dem Bauablaufplan.“

Die Allgemeinverfügung ignoriere ferner, fährt Monika Saalfrank fort, neue gesetzliche Vorgaben des Bayerischen Naturschutzgesetzes vom Dezember vergangenen Jahres. Dort gebe es klare Definitionen, die eine Lenkung der Radfahrer auf den FGV-Qualitätswanderweg nicht zulassen.

FGV fordert, Unterlagen zu überarbeiten

Bisher sei die Zusammenarbeit des Zweckverbandes mit dem Fichtelgebirgsverein sehr konstruktiv gewesen, konstatiert die Vorsitzende. Der Verein habe gerne seinen Beitrag geleistet zu einer natur- und umweltverträglichen Ausgestaltung dieses Projekts. Nun äußert Monika Saalfrank, auch im Namen des Wanderverbandes Bayern als Natur- und Umweltschutzverband, die dringende Bitte und Aufforderung an die Landräte und Mitglieder des Zweckverbandes, die Unterlagen so zu überarbeiten, dass sie vollständig und auch nicht missverständlich sind, „um so ein gutes Miteinander aller Naturfreunde am Kornberg, egal ob zu Fuß oder auf zwei Rädern, sicherstellen zu können“. red

 

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