Bilanz 2023 Sparkasse trotzt Krisen mit Stabilität

Jürgen Henkel
Vorstandsvorsitzender Andreas Pöhlmann (links) und sein Stellvertreter Michael Maurer sind zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr der Sparkasse Hochfranken: „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir im Schnitt gut durchgekommen.“ Foto: Jürgen Henkel

Der Vorstand gibt die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt. Ein wichtiger Wert für das Geldinstitut ist die Nachhaltigkeit. Die Vorbereitungen für die Feiern zum 200-jährigen Bestehen 2025 laufen bereits.

 
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Das Ziel, stabile und gute betriebswirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, hat die Sparkasse Hochfranken nach Einschätzung des Vorstands auch im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Ein sicheres wirtschaftliches Fundament sei gerade in Zeiten vielfältiger wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen für eine Sparkasse notwendige Voraussetzung, ihren öffentlichen Auftrag zuverlässig und aus eigener Kraft erfüllen zu können, betonte Vorstandsvorsitzender Andreas Pöhlmann jüngst bei einem Pressegespräch zur Jahresbilanz 2023 in Selb. Er und sein Stellvertreter Michael Maurer nannten auch konkrete Zahlen.

„Herausforderndes Jahr“

Pöhlmann bezeichnete 2023 als „gutes und herausforderndes Jahr“, hielt aber gleichzeitig fest: „Die Inflation, die wirtschaftliche Entwicklung und die geopolitischen Themen merkt man auch in der Sparkasse. Das beeinflusst und verunsichert die Menschen und hat Einfluss auch auf unsere Kunden. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir im Schnitt gut durchgekommen.“ Zu den positiven Nachrichten zählte Pöhlmann die Zinsentwicklung: „Es gibt wieder Zinsen, das ist gut für die Kunden.“

Nachhaltigkeit ist für den Vorstand der Sparkasse Hochfranken ein wichtiger Wert. „Wir sind konsequent nachhaltig unterwegs und konnten unseren Energiebedarf um 25 Prozent senken.“ Auch im Blick auf das 200. Jubiläum im Jahr 2025 sieht Pöhlmann Nachhaltigkeit gegeben. „Die Sparkasse Hochfranken feiert im kommenden Jahr 200. Geburtstag. Man kann somit getrost von einem nachhaltigen Geschäftsmodell sprechen.“

Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb

Die aktuellen Herausforderungen habe die Sparkasse Hochfranken einmal mehr mit Erfolg gemeistert. Sie sei damit nicht nur ein bedeutender Steuerzahler, sondern auch wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region Hochfranken. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte das Kreditinstitut 608 Mitarbeiter, davon 24 Auszubildende.

Trotzdem gingen gerade die schwierigen Rahmenbedingungen nicht völlig an dem Geldinstitut vorüber. Pöhlmann und Maurer nannten Zahlen. So sank die Bilanzsumme leicht auf 3,914 Milliarden Euro, ein Minus von vier Prozent; die Kredite an Kunden betrugen 1,847 Milliarden Euro, was ein Plus von 0,6 Prozent bedeutet. Die bilanzwirksamen Einlagen sanken auf 3,139 Milliarden Euro und damit um 6,6 Prozent. Dies führt der Vorstand der Sparkasse vor allem auf eine Umschichtung von Sichteinlagen und klassischen Spareinlagen hin zu Termingeldern oder Wertpapiersparen zurück. Zudem hätten manche Kunden „entspart“, also in dem wirtschaftlich anspruchsvollen vergangenen Jahr mit einer hohen Inflation auf ihre Einlagen zurückgreifen müssen.

Bei einem nahezu unveränderten Sachaufwand in Höhe von 15,9 Millionen Euro und leicht steigendem Personalaufwand (36,1 Millionen Euro) stiegen der Provisionsüberschuss auf 29,8 Millionen Euro und der Zinsüberschuss auf 67,4 Millionen Euro.

Hohe Kundenzufriedenheit

Ein großes Plus ist für den Vorstand nach wie vor die hohe Kundenzufriedenheit. „Wie eine Kundenbefragung Ende vergangenen Jahres gezeigt hat, sind im Privatkundenbereich 95 Prozent der Kunden mit der Sparkasse Hochfranken ausgezeichnet bis gut zufrieden. Die Weiterempfehlungsbereitschaft liegt bei über 80 Prozent. Seit mehr als zehn Jahren erfreut sich die Sparkasse Hochfranken bei der Befragung ihrer Privatkunden überdurchschnittlicher Werte. „Wir analysieren alle Umfrage-Ergebnisse genau, um die Kundenzufriedenheit auf hohem Niveau zu halten und beständig weiter auszubauen. Denn die Zufriedenheit unserer Kunden liegt uns sehr am Herzen und ist die Grundlage für unseren Erfolg“, betont Vorstandsvorsitzender Pöhlmann.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Michael Maurer unterstreicht dies: „Hinter uns stehen über 600 Mitarbeiter und rund 100 000 Kunden. Die Kunden schenken uns breites Vertrauen. Das ist eine positive Entwicklung wie bisher und motiviert uns, weiterhin unser Bestes zu geben.“

Der Vorstand sei mit der Geschäftsentwicklung insgesamt zufrieden, berichtete Maurer. Die Wertpapierbestände hätten sich um rund fünf Prozent ausgeweitet, es gebe gute Angebote im Blick auf Zinsen, und auch das Versicherungsgeschäft entwickle sich gut. Der betreute Versicherungsbestand unter anderem in den Bereichen Hausrat-, Unfall-, Kranken-, Kfz-Versicherungen und Rechtsschutz wuchs im Jahr 2023 um 6,9 Prozent an. Die Sparkasse Hochfranken sei damit eine der größten Versicherungsagenturen Oberfrankens. Bei Immobilienfinanzierungen konnte die Sparkasse nach Maurers Worten trotz eines Rückgangs um knapp 32 Prozent die Marktstellung halten.

Soziales Engagement

Für Vorstandsvorsitzenden Andreas Pöhlmann ist zudem erfreulich, dass die Sparkasse ihr soziales Engagement durch Spenden, Sponsoring und die Stiftung aufrechterhalten konnte. Er betont: „Im Sinne ihres öffentlichen Auftrags übernahm die Sparkasse Hochfranken auch im vergangenen Jahr Verantwortung für das Gemeinwohl und unterstützte mit Spenden, Sponsoring und eigenen Stiftungsmitteln in Höhe von insgesamt 1,3 Millionen Euro zahlreiche Veranstaltungen, Projekte, Maßnahmen und Einrichtungen in den Bereichen Soziales, Umwelt, Sport, Kultur und Kunst. Vieles davon wäre in Zeiten leerer öffentlicher Kassen ohne diese Unterstützung nicht mehr realisierbar.“ Auch „Leuchtturmprojekte“ der regionalen Kultur wie die Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel und die Hofer Symphoniker werden von der Sparkasse Hochfranken nach seinen Worten weiter unterstützt.

Neben dem Rückblick auf das Krisenjahr 2023, in dem das Geldinstitut mit Stabilität aufwarten konnte, richtet sich der Blick der Vorstände jetzt bereits auf das Jahr 2025. Dann wird die Sparkasse Hochfranken ihren 200. Geburtstag feiern. Ein eigens eingesetzter Arbeitskreis beschäftigt sich bereits mit Ideen für das Jubiläum. „Von attraktiven Sonderprodukten über kleine Geschenke bis hin zu einem Sparkassen-Museum dürfen sich die Kunden auf ein buntes und spannendes Jubiläumsjahr freuen“, kündigte Pöhlmann an.

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