Glockenkonzert und Modenschau Diakoniefest im Pfarrhof Marktredwitz

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Beim Diakoniefest im Marktredwitzer Pfarrhof war eine Menge geboten. Unter anderem setzte Kantor Michael Grünwald sein großes Vorhaben um: Die drei Kirchen in der Innenstadt wurden zu Musikinstrumenten.

„Man glaubt gar nicht, was Glocken alles können“. – „In unseren Kirchtürmen hängen ja wahre musikalische Schätze“. Diese Aussagen hörte man am Sonntagmittag sehr oft, und man muss sagen: Sie stimmen ohne Zweifel. Denn wie bereits angekündigt hatte Kantor Michael Grünwald sein großes Vorhaben umgesetzt und die drei Kirchen in der Innenstadt von Marktredwitz quasi als Musikinstrumente genutzt. Elf Glocken standen ihm dabei zur Verfügung: fünf in der evangelischen Stadtkirche Sankt Bartholomäus, vier in der katholischen Pfarrkirche Sankt Josef und zwei in der katholischen Theresienkirche im Markt. Und gleich vorweg: Das Vorhaben ist mehr als gelungen. Die elf Glocken legten in Verbindung mit den anwesenden Musikern des Posaunenchors sowie den Stiftlandbläsern einen ganz besonderen Klangteppich über die Dächer der Großen Kreisstadt.

„Geh aus mein Herz und suche Freud“, Erd und Himmel sollen singen“ und „Nun danket alle Gott“ hießen die musikalischen Leckerbissen der Stiftlandbläser des Dekanats Weiden-Nord. Und die im Jahr 2016 kreierte „Marktredwitzer Glockenmelodie“ durfte natürlich auch nicht fehlen, hier spielten die Glocken als Soloinstrumente die Hauptrolle.

Besonderer Charme

Einen ganz besonderen Charme bekam das Konzert durch das Können von Saxofonist Thomas Kießling, der  auch als Mitglied der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ bekannt ist.  Seine Stücke „Take Five“, „Hit the Road Jack“, „Pink Panther“ und die Bayernhymne begeisterten die Zuhörer. Die Stiftlandbläser spielten zusammen mit den Glocken verschiedene Choräle; die Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“ war etwas ganz Besonderes.

„Mir lag ganz besonders am Herzen, den Menschen nahezubringen, dass Gemeinschaft durch Musik wieder möglich ist. Es tat einfach gut, sich ohne Einschränkungen der Kirchenmusik widmen zu können“, schwärmte der Kantor. Und eines darf auf keinen Fall unerwähnt bleiben: Ohne die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Wölsauerhammer hätte das Ganze nicht funktioniert. Denn die Mitglieder Wehr standen mit ihren Funkgeräten in den Kirchen sowie beim Kantor und koordinierten die Läut-Kommandos. Sie mussten damit die Vorgabe eines strengen Läut- und Zeitplans umsetzen.

Sommerfest der Diakonie

Vor dem Konzert gab es jedoch noch eine Menge zu erleben, nämlich beim Sommerfest der Diakonie im evangelischen Pfarrhof. Heuer hatten sich die Organisatoren hierfür den Leitsatz „Aufstehen, aufeinander zugehen“ groß auf die Fahnen geschrieben.

Zahlreiche Festgäste, Eltern und Kinder fanden sich bereits am Sonntagvormittag im Marktredwitzer Stadtpark zum gemeinsamen Gottesdienst ein, zelebriert wurde er von Pfarrer Christoph Schmidt. „Wir wollen wieder leben wie früher, wir wollen Kontakte haben. Jetzt merken wir erst, wie wichtig das alles für uns ist“, betonte der Pfarrer. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor. Die Kinder des Hortes St. Bartholomäus sowie der Tagesstätten „Neue Welt“, „Guter Hirte“ und der „Kinderbrücke“ gestalteten ihn mit Aufführungen und Fürbitten.

Das Kaufhaus Lucas stellte sich vor und verzauberte  mit einer bunten Modenschau inklusive Brautkleid sowie sportlicher und festlicher Mode die Anwesenden. Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Kunden stellten sich hierfür als Models zur Verfügung, moderiert wurde das Ganze von Monika Lang. Das Pflegeteam der Diakonie stellte mit ihren eigenen Seniorenmodels flotte Hut- und Taschenmode vor. Präsent war auch der Verein zur Förderung der Kirchenmusik in der evangelischen Kirchengemeinde. Er stellte seine Projekte und Mitglieder vor. Neben Spezialitäten vom Grill gab es auch Kaffee und Kuchen sowie  kühle Getränke.

Ruhestand für Gisela Pirner

Und für Pfarramtssekretärin Gisela Pirner begann am Diakoniefest ein neuer Lebensabschnitt: Sie wurde nach 32 Jahren Dienst in der Kirche offiziell und mit einem Segen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Eingestellt wurde sie seinerzeit von Pfarrer Hermann Seißler. „Gisela Pirner hat über 30 Pfarrer, Kantoren und Diakone erlebt, sie hat 100 Jubelkonfirmationen mitorganisiert und rund 1600 wöchentliche Abrechnungen gemacht“, sinnierte Pfarrer Schmidt in seiner Ansprache.

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