Bischof in Selbitz Von der Bedeutung der Kirche in Krisenzeiten

Bernhard Kuhn
Kirchenverwaltungsmitglied Otto Dötterl (rechts) überreicht dem Erzbischof die „Spezialitätenschanz“. Links Dekan Andreas Seliger, rechts neben dem Erzbischof Mesner Sebastian Krämer und die Ministranten Anton und Heidi Riess. Foto: Kuhn

Die Maria-Hilf-Kirche in Selbitz feiert 70. Kirchweihjubiläum. Erzbischof Ludwig Schick betont: Gerade in belastenden Situationen ist Vertrauen wichtig.

Am 21. September 1952 hat der damalige Erzbischof Josef Kolb die kleine Maria-Hilf-Kirche feierlich eingeweiht. Jetzt, 70 Jahre später, feierte Erzbischof Ludwig Schick im Rahmen seiner Pastoralbesuche zusammen mit Stadtpfarrer Dekan Andreas Seliger in diesem schmucken Kleinod des Frankenwaldes zur Kirchweih einen Festgottesdienst.

Der katholische Kirchenchor unter der Leitung von Christian Werner mit Diplom-Kirchenmusiker Christian Bauer an der Orgel umrahmte die Feier mit dezent abgestimmten Weisen. Stadtpfarrer Dekan Andreas Seliger und Kirchenverwaltungsmitglied Otto Dötterl begrüßten den hohen Gast aus Bamberg mit einem Willkommensgeschenk. Otto Dötterl überreichte eine „Schanz“ – früher gefertigt von den Schwarzensteiner Schanzenbindern –, gefüllt mit kulinarischen Spezialitäten aus Selbitz und der Region, einem Schal aus Wüstenselbitz, Rosenkränze, gefertigt von einer Pfarrangehörigen aus Döbra, und vielem mehr.

In seiner Ansprache sagte der Bamberger Oberhirte, jede Kirche solle für alle Menschen ein geistliches Zentrum sein. Dort solle der Geist Gottes leben und die Seele erheben. „Kirchen weisen auf Gott hin, der Vertrauen und Hoffnung schenkt.“ Das sei gerade in der gegenwärtigen Zeit, die von Krisen und Herausforderungen geprägt sei, besonders wichtig. „Die Gefahr des Pessimismus und der Resignation ist groß und greift um sich“, sagte Schick unter Verweis auf den Krieg in der Ukraine und an anderen Orten der Welt hin sowie auf die Energieverknappung und den Klimawandel. „Gerade in psychisch belastenden Zeiten sind Vertrauen und Hoffnung wichtig“, fuhr der Erzbischof fort. „Kirche ist Hinweis auf Gott, der uns nicht fallen lässt. Der Glaube an diesen Gott ist so wichtig wie das tägliche Brot.“

Zum 70. Kirchweihjubiläum sagte Schick: „Wir dürfen dankbar sein für alles, was unseren Vorfahren in dieser Kirche geschenkt wurde und uns heute geschenkt wird. Deshalb danken wir den Erbauern. Wir denken an die Kirchenpfleger und Kirchenverwaltungen. Sie haben sich für den Erhalt dieses Gebäudes bis heute eingesetzt. Wir danken allen, die die Kirche zu einem geistlichen Zentrum gemacht haben. Das sind die Pfarrer und Priester, aber längst nicht nur. Dazu gehören die Lektoren, Kommunionhelfer, Ministranten, Mesner, Organisten, Chöre und Pfarrgemeinderäte.“

Der Erzbischof schloss: „Wenn wir dankbar auf diese Kirche als geistliches Zentrum blicken, dann wird es eine Selbstverständlichkeit sein, sie zu bewahren für die nachfolgenden Generationen.“

 

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