Dass Menschen solche Inhalte sehen, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sie eine Essstörung entwickeln. Die Psychologin Katrin Giel betont bei Deutschlandfunk Nova, Essstörungen seien komplexe psychische Erkrankungen. Inhalte, die extreme Schlankheit verherrlichen, seien nicht die alleinige Ursache, könnten bestehende Risikofaktoren jedoch verstärken.
Ist das Kommentieren von Körpern übergriffig?
Damit stellt sich die Frage: Wie lässt sich über solche Entwicklungen sprechen, ohne den Körper einzelner Menschen zum Gegenstand der Debatte zu machen? Genau dieses Spannungsfeld beschreibt auch die Journalistin Salwa Houmsi in ihrem Podcast "House of Houmsi".
Sie plädiert dafür, einzelne Menschen nicht aufgrund ihres Körpers zu beurteilen. Gleichzeitig müsse es möglich bleiben, darüber zu sprechen, wenn ein bestimmtes Körperideal in sozialen Netzwerken oder der Popkultur wieder stärker als erstrebenswert dargestellt werde. Fehle dafür die Sprache, lasse sich der gesellschaftliche Druck hinter solchen Entwicklungen kaum noch beschreiben.