Boxen Ein Sieg und ein Eklat

Florian Goßler

Fünf Boxer vom SC Olympia Selb kommen für die Dult in Amberg zum Einsatz. Der Schwergewichtler Mayk Macoumba lässt seinem Gegner keine Chance. Beim Kampf einer jungen Nachwuchskämpferin kommt es zum Eklat.

Trainer Jürgen Lautenbacher(Zweiter von links) mit seinen Boxern in Amberg. Die Gefühle bei den Sportlern sind gemischt. Foto: Verein Foto:  

Im letzten Kampf für Selb stand Mayk Macoumba im Männer-Schwergewicht dem Nürnberger Helmut Dilgner gegenüber. Macoumba verschaffte sich mit seinen wuchtigen Haken großen Respekt in der ersten Runde. Der Selber traf seinen Gegner mit mehreren schweren Kopfhaken und konnte die erste Runde für sich entscheiden. In Runde zwei gestaltete sich der Kampf etwas ruhiger. Beide Fighter hatten ihre Treffer und keiner konnte sich in dieser Runde groß hervortun. In Runde drei lies Mayk Macoumba nichts mehr anbrennen – er schickte seinen Gegner auf die Bretter. Dieser wurde angezählt und der Kampf nochmals freigegeben. Als dann Macoumba gleich nochmals schwere Treffer an den Kopf des Nürnbergers landete, hatte der Ringrichter ein Einsehen und beendete diesen Kampf zu Gunsten des SC Olympia-Boxers.

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Ohne Kondition, ohne Sieg

Im ersten Fight für Selb stand der 17-jährige Ivan Stebulenko, der aus der Ukraine stammt und im Jugendschwergewicht boxt, dem 18-jährigen Ulmer Mende Böhm gegenüber. Beide Boxer hatten schon Ringerfahrung und legten dementsprechend sofort los: schöne Schlagserien, Haken und Kombinationen. Der Selber kam immer wieder mit seinen Haken durch und konnte die erste Runde für sich entscheiden. Ab Runde zwei wurde der Kampf ausgeglichener, man merkte, dass die Kondition von Ivan ein Problem darstellte. Der Selber kämpfte tapfer weiter, musste jedoch die Runde knapp an seinen Kontrahenten abgeben. In Runde drei kam von Ivan nicht mehr viel, der Konditionsmangel machte sich bemerkbar. Aber sein Gegner konnte das nicht wirklich gut nutzen. Jedoch wurde dieser Fight nach Punkten für den Ulmer gewertet.

Im Juniorenbereich standen sich der Selber Boxer Maxim Schick und der Amberger Daniel Funk im Federgewicht gegenüber. Maxim legte mit einem Trommelfeuer los und überraschte seinen Gegner merklich. Bis dieser sich dann darauf eingestellt hatte und hart konterte. Der Selber lief dann auch gleich in eine gestochene Rechte des Ambergers und wurde vom Ringrichter angezählt. Von nun an wurde es beiderseits etwas ruhiger angegangen. Leider kassierte Maxim Schick gegen Ende dieser Runde noch einen weiteren Wirkungstreffer und musste zum zweiten Mal in dieser Runde angezählt werden, somit wurde Daniel Funk aus Amberg zum Sieger erklärt.

Im Männer-Leichtgewicht boxten Julian Fink und sein Amberger Gegner Manuel Retzer ihren jeweils ersten Kampf. Der Amberger startete mit vielen, teilweise unkontrollierten Serien. Jedoch verstand der Selber es perfekt, diese zu meiden und gleichzeitig schöne Konter zu setzen. Nach zwei Runden stand seinem Sieg nichts mehr im Wege. In Runde drei hatten beide etwas mit der Kondition zu kämpfen – die Runde endete unentschieden.

Nun aber das unglaubliche Kampfurteil: Sieger nach Punkten, Manuel Retzer Amberg. Der Selber Trainer Jürgen Lautenbacher findet klare Worte: „Bei einen Kampf auf Messers Schneide lass ich einen Heimvorteil noch gelten, jedoch nicht, wenn ein Boxer seinen Gegner zwei Runden lang klassisch ausboxt und nur noch durch einen K.o. verlieren kann. Selbst wenn man die dritte Runde dem Amberger geben würde, wäre der Punktevorsprung aus den ersten zwei Runden so hoch, dass er diesen Kampf niemals hätte verlieren können“, sagte er und fasst zusammen. „Das war Betrug an einem Nachwuchsboxer, wie ich es schon lange schon nicht mehr gesehen habe!“

Eklat beim einzigen Frauenkampf

Sijia Li machte im Frauen Federgewicht ihren ersten Kampf. Ihre Gegnerin Hnanya Clangram aus Würzburg wurde ebenso mit null Kämpfen gemeldet. Dieser Fight fing gleich furios an: Die Würzburgerin boxte in einer Art und Weise, die nichts mit einem Anfängerstatus zu tun hatte. Nachdem die Selberin zu Beginn der ersten Runde angezählt wurde, warf ihr Trainer Jürgen Lautenbacher das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe.

Eine Internet-Recherche ergab, dass die Würzburgerin Muay Tai-Kämpferin mit vielen schon bestrittenen Fights, sowie Kickboxerin und MMA-Kämpferin ist. Für die Selber Verantwortlichen war das Schlimmste, dass diese Kämpferin auch noch Kampfsportlehrerin ist. „Solch eine unsportliche Aktion ist eine Schande für den Kampfsport. An Hinterlistigkeit nicht zu überbieten!“, kommentierte Lautenbacher das Geschehen. Der Trainer hat reagiert und sich an den Verein von Hnanya Clangram gewandt.