BR dreht in Regnitzlosau Film über alte Handwerkskunst

Dietrich Metzner
Friederike Seedorf und der fast 88-jährige Gerhard Hopperdietzel restaurieren einen gepolsterten Stuhl, der deutlich über 100 Jahre alt ist – zu sehen demnächst im Bayerischen Fernsehen. Foto: /Metzner

Das Bayerische Fernsehen hat einen Film über das alte Handwerk des Polsterns gedreht. Im Mittelpunkt steht Gerhard Hopperdietzel.

Regnitzlosau - Wie der Zufall so will, sind kürzlich zwei glückliche Umstände zusammengetroffen. Das Bayerische Fernsehen sucht für seine „Frankenschau“ immer nach etwas ausgefallenen Motiven oder Berufen. So ergab sich bei einem Lokaltermin ein angeregtes Gespräch zwischen dem Moderator des BR und Gerhard Hopperdietzel aus Rehau. Dabei kam man auf den Beruf des Sattlers und Polsterers zu sprechen. Da Hopperdietzel vor 70 Jahren in diesem Berufszweig seine Lehre absolviert hat und heute mit seinen fast 88 Lebensjahren noch über eine voll eingerichtete Werkstatt in Regnitzlosau verfügt, waren die Macher sofort bereit, für ihre Sendung vor Ort einen Kurzfilm zu drehen. Denn die Gelegenheiten, in einer voll funktionsfähigen Werkstatt, in der die Zeit irgendwann einmal stehen geblieben zu sein scheint, Polsterern über die Schulter zu sehen, sind dünn gesät.

Gerhard Hopperdietzel gibt seit gut zehn Jahren sein Wissen und Können an Friederike Seedorf in Nentschau weiter. Sie betreibt inzwischen eine eigene Werkstatt und war von dem Vorschlag begeistert, einen über 120 Jahre alten Stuhl, an dem der Zahn der Zeit schon kräftig genagt hat, nicht nur zu reparieren, sondern in voller Erhaltung der Substanz zu restaurieren. Diese Arbeit hat Gerhard Hopperdietzel, der nebenbei vier Jahre Berufserfahrung in der Schweiz sammeln konnte, praktisch und fachlich begleitet. Von der Demontage bis zum frisch aufgepolsterten Stuhl sollte die Arbeit in der museal anmutenden Werkstatt festgehalten werden. Um alles zu bewältigen, gehört ein gewisses Maß an Geschicklichkeit, gepaart mit gutem Augenmaß und viel Einfühlungsvermögen in das Objekt und das Material dazu, denn gerade bei so alten Möbeln will man ja nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern das ganze Stück mit allen Techniken so erhalten, wie es zur Herstellungszeit um 1880 einmal gedacht war. Der Film wird vermutlich im Februar über den Bildschirm gehen.

 

Bilder