Brandschutz-Infomobil Thiersteiner Wehr auf Tour

Nicht nur die Feuerfüchse sind begeistert vom Brandschutz-Infomobil. Das Amt für Ländliche Entwicklung lobte die Thiersteiner Feuerwehr – hier mit Bernd Zander, Lorenz Neupert und Alexander Dietrich (von links) – für das außerordentliche Engagement. Foto: Florian Miedl

Die Feuerwehr Thierstein hat ein altes Fahrzeug zu einem Brandschutz-Infomobil umgebaut. Das kommt bei Kindern gut an – hinterlässt aber auch bei Erwachsenen Eindruck. Einen Preis gab’s obendrauf.

Ein altes Feuerwehrauto, ein paar frische Ideen, ein motiviertes Team und ein bisschen finanzielle Unterstützung durch das Regionalbudget: Fertig ist das Brandschutz-Infomobil, mit dem der Feuerwehr Thierstein ein oberfrankenweit geachtetes Projekt gelungen ist. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hat dem feuerroten Infomobil den zweiten Preis im Wettbewerb „Regionalbudget Oberfranken 2021“ zugesprochen.

Feuerwehr zum Anfassen

Die Idee, ein Fahrzeug für die Arbeit mit Kindern herzurichten, kam der Thiersteiner Wehr bereits Anfang 2020. Denn mit dem Zusammenschluss der Feuerwehren Birkenbühl und Schwarzenhammer war ein Tragkraftspritzenfahrzeug übrig geblieben. Was also tun mit dem knapp 40 Jahre alten Gefährt? Kinderfeuerwehrwart Alexander Dietrich brachte das Infomobil ins Spiel – eine Feuerwehr zum Anfassen. In dem Wissen, dass mit dem Umbau einige Ausgaben auf die Feuerwehr zukommen würden, wurde das Projekt beim Regionalbudget der Brückenallianz Bayern-Böhmen angemeldet. „Für Infomobile gibt es keine Normbeladung“, sagt Lorenz Neupert von der Feuerwehr Thierstein. „Deswegen haben wir uns im Internet schlau gemacht.“ Dabei stießen sie auf die Feuerwehr Menden, die vor einigen Jahren ein ähnliches Projekt gestemmt hatte. Das sei, weil Menden eine Stadt mit 50 000 Einwohnern ist, eine Nummer größer als das Thiersteiner, sagt Neupert. Nichtsdestotrotz machten sich die Oberfranken auf den Weg ins Sauerland, um sich das Infomobil anzusehen. Zurück kamen sie mit vielen Ideen und einem der Rauchdemohäuser, die ein Mitarbeiter der Mendener Wehr herstellt. So ging es frisch ans Werk.

In Eigenleistung – und wegen der damals geltenden Corona-Beschränkungen in verschiedenen Teams – wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug komplett entkernt und neu aufgebaut. Danach bauten die Thiersteiner Bastler verschiedene Gerätschaften ein – oder wie es technisch richtig lautet: Sie verlasteten Rauchdemohaus, Wasserpumpe, Kinderlöschangriffsatz, Buttonmaschine, Experimentierkoffer, Sitzgarnituren und diverse Spielsachen. So rollt „Florian Thierstein 14/1“ seit seiner offiziellen Einweihung im Mai dieses Jahres als Brandschutz-Infomobil durch den Landkreis. „Heute ist es nach Feuerwehrnorm ein Mannschaftstransportwagen, deswegen sind auch noch Blaulicht und Martinshorn verbaut“, sagt Lorenz Neupert.

Das Brandschutz-Infomobil kommt nicht nur bei den Feuerfüchsen, der Thiersteiner Kinderfeuerwehr, gut an, sondern erfreut sich auch in der Brandschutzerziehung von Schulen und Kindergärten und bei verschiedensten Veranstaltungen größter Beliebtheit. „Das Einsatzspektrum unseres Infomobils reicht weit über Feuerwehrfeste hinaus“, sagt Neupert. Mittlerweile wird das Fahrzeug über die Landkreisgrenzen hinaus angefragt.

Zweiter Platz in Oberfranken

Auch das Amt für Ländliche Entwicklung hat Gefallen an dem Thiersteiner Infomobil gefunden. Es zählt zu den besten der mehr als 500 Kleinprojekte, die mithilfe des Regionalbudgets verwirklicht wurden. Jede ILE-Region (Integrierte Ländliche Entwicklung) – im Thiersteiner Fall die Brückenallianz Bayern-Böhmen – war aufgefordert, zwei Projekte einzureichen. Die prüfte eine Jury anhand gegebener Bewertungskriterien. Mitarbeiter des ALE Bamberg nahmen eine Vorauswahl persönlich unter die Lupe, erst dann standen die Sieger fest. Zentrale Kriterien der Jury waren eine hohe Strahlkraft in die Regionen, überdurchschnittliches Engagement der Projektträger und möglichst innovative Ansätze bei der Umsetzung. Dass sie mit ihrem Brandschutz-Infomobil den zweiten Platz belegen, erfuhren die Thiersteiner erst bei der Preisverleihung in Ebermannstadt.

Für die Thiersteiner Wehr ist das Projekt damit abgeschlossen. Fast. Ein Laptop soll noch an Bord, um auch in Sachen Social Media gerüstet zu sein. „Naja, das Auto ist fast 40 Jahre alt, da werden wohl noch ein paar Schönheitsreparaturen fällig“, meint Lorenz Neupert. „Sonst fällt uns nichts ein.“

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