Brief an Söder Protest gegen Aus für Münchberger Klasse

Die angekündigte Auflösung der Kooperationsklasse schlägt weiter hohe Wellen. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Der Kampf für den Erhalt der Kooperationsklasse an der Grundschule Münchberg geht weiter. Bürgermeister Christian Zuber wendet sich an den Ministerpräsidenten.

Münchberg - Der geplante Wegfall der Kooperationsklasse an der Grundschule Münchberg hat hohe Wellen geschlagen. Bislang bleibt die bayerische Staatsregierung aber bei ihrer Entscheidung, die bei Eltern und Kommunalpolitik Entsetzen hervorruft. Nun hat Bürgermeister Christian Zuber (SPD) in einem Brief Ministerpräsidenten Markus Söder um Unterstützung gebeten. Seine Motivation dazu nach vielen Gesprächen mit Betroffenen: „Ich will nicht kampflos aufgeben.“

Wie Zuber in einer Pressemitteilung erläutert, dauert der Kampf um den Erhalt der Klasse schon seit einigen Wochen an. Die Eltern der Grundschule Münchberg, der Elternbeirat mit Jörg Meister an der Spitze sowie die Referentin für Schule und Bildung im Stadtrat, Nicole Goller, machen sich dafür stark. Gemeinsam haben sie viele Abgeordnete kontaktiert und um Unterstützung gebeten. Auch eine Petition wurde nach München gesendet, unter anderem an Kultusminister Michael Piazolo. Leserbriefschreiber in der Frankenpost haben ihren Unmut über die Entscheidung kundgetan.

Am vergangenen Samstag hat sich Bürgermeister Zuber nach eigenen Angaben nochmals mit betroffenen Eltern und Elternbeirat im Schulhof getroffen. „Wir haben uns darüber ausgetauscht, was wir noch machen können.“ Dabei entstand die Idee, sich direkt an den Ministerpräsidenten zu wenden. Der Brief ging auch an die politischen Vertreter aus der Region.

Laut Zuber ist die Grundschule Münchberg „sicherlich nicht die einzige Schule, die mit dem Wegfall von Klassen, Wahlangeboten und mangelnden Lehrerzuweisungen zu kämpfen hat“. Daher gelte es, die Staatsregierung stärker für dieses Thema zu sensibilisieren.

Im Brief, der unserer Zeitung vorliegt, richtet Zuber einen eindringlichen Appell an Söder: „Im Namen der Eltern und des Elternbeirats und als Bürgermeister und ehemaliger Lehrer bitte ich Sie, dass Sie sich für das Modell der Kooperationsklassen und für mehr Lehrerinnen und Lehrer, gerade hier im ländlichen Raum, stark machen.“

Wie Zuber ausführt, geht mit dem Lehrermangel die angekündigte Auflösung der Kooperationsklasse einher. Diese sei jedoch pädagogisch wertvoll, weil Schülerinnen und Schüler mit einem gewissen Förderbedarf und Kinder ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. „Nun würde diese Klasse, die man durchaus als ‚eingeschworene Gemeinschaft’ bezeichnen kann, nach drei Jahren erfolgreichen Zusammenwachsens, lntegrierens und Lernens im vierten Grundschuljahr jäh auseinandergerissen.“ Gerade im Übergangsjahr zu den weiterführenden Schulen und nach einem Schuljahr, welches stark von Corona überschattet wurde, sei dies „ein verheerendes Signal für die Kinder, Eltern und Lehrer“.

Eltern und Elternbeirat hätten sich auch schon an Kultusminister Piazolo und die Abgeordneten der Region gewandt, aber bisher ohne Erfolg. Und dann habe man in der Frankenpost die Schlagzeile gelesen: „150 Lehrer müssen Heimat verlassen.“ Und Kultusminister Piazolo sei zitiert worden mit der Aussage: „Alles in allem haben wir im kommenden Schuljahr so viele Lehrkräfte an den bayerischen Schulen wie noch nie zuvor.“

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