Brühwarm serviert Fleischesfrust am Samstag

Wärschtlamo Michael Kuchenreuther steht im Lockdown nicht in der Altstadt, sondern vor seiner Haustür. Foto: Uwe von Dorn

Der Vegetarier und die Wärscht. Wie ein vermeintlich kleiner Fehler ein riesiges Echo hervorruft.

Hof - Ich bekenne: In fast zehn Jahren als zugereister Saupreuße aus Westfalen habe ich mich nicht einmal in der Altstadt beim Wärschtlamo angestellt und ein Paar Wienerla bestellt. Dass sich dieses beinahe lebenslange Vegetariertum nun derart rächen würde – wer hätte es gedacht? Der Tatort: die Frankenpost-Titelseite vom Samstag. Tatzeitpunkt: Freitag, etwa 17 Uhr. Die Tatwaffen: zehn Finger und ein offenbar nicht ganz wacher Geist. Nur so lässt es sich erklären, dass die Hofer Wärschtlamänner am Samstag über sich lesen mussten, dass sie in ihren Kesseln „echte Hofer Bratwürste“ zubereiten. Das ist natürlich völliger Blödsinn. Ein Fehler, der den Autor freilich am meisten ärgert. Wie heilig dem Hofer seine Wärscht sind, zeigt sich in den Reaktionen auf diesen Fauxpas. Da wird der Autor zum Praktikanten aus Oberbayern „degradiert“, der es ja nicht besser wissen könne. Die Häme ist groß, die Scham ebenso. Die Redaktion registriert mehr Zuschriften als bei vermeintlich wichtigeren Themen. Welche Lehre ich daraus ziehe? Von jetzt an sind mir die Wärscht überhaupt nicht mehr wurscht. Essen werde ich sie deshalb aber trotzdem nicht. Mit der Bitte um Vergebung:

Patrick Gödde

 

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