Bücherverbrennungen Performance erinnert an Barbarei

Andreas Rau

Die Hofer Stadtbücherei erinnert mit einer besonderen Veranstaltung an die dunkelste Stunde der Meinungsfreiheit in Deutschland.

 
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Am 10. Mai jährte sich zum neunzigsten Mal der Jahrestag der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten. Die Stadtbücherei Hof nutzte diesen Anlass, um mit einer symbolischen Performance an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte zu erinnern. Witterungsbedingt fand die Gedenkveranstaltung am frühen Mittwochabend in der Bücherei statt. In der fast abgedunkelten Bücherei gedachten die Akteure dem historischen Ereignis bei Kerzenschein.

Im Mittelpunkt standen die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die unter dem Nazi-Regime verfolgt wurden. Ihre Werke wurden nicht nur verbrannt, sondern ihre Urheber oft verhaftet, gefoltert und getötet. Katharina Burkhardt von der Stadtbücherei als Gastgeberin führte die Besucher der Veranstaltung auf die historische Bedeutsamkeit dieser Tat hin und betonte, wie wichtig es ist, sich an die Bücherverbrennungen zu erinnern, um die Freiheit der Meinungsäußerung zu schützen.

Neben den mehr als 400 Namen der Autorinnen und Autoren wurden auch die Orte verlesen, an denen die Verbrennungen stattgefunden haben. Im Dialog trugen die Initiatorin Nanne Wienands aus Schwarzenbach an der Saale und Katharina Burkhardt die Daten vor. Unter den Namen der Schriftstellerinnen und Schriftsteller waren auch viele große Klassiker der Literaturgeschichte wie Brecht, Heine, Kästner, Mann oder Tucholsky zu vernehmen.

Am Ende der Verlesung verwies Nanne Wienands auf die parallel laufende Wanderausstellung „Verbrannte Orte“ in Plauen, die bis zum 14. Mai gezeigt wird und die Geschichte der Bücherverbrennungen zeigt. Die Wanderausstellung erinnert an die unzähligen Opfer.

Die Veranstaltung in Hof sollte ein Zeichen der Hoffnung setzen und die Menschen dazu aufrütteln, über die Bedeutung von Büchern und freier Meinungsäußerung nachzudenken. Die Bücherverbrennungen waren ein verheerendes Kapitel in der deutschen Geschichte, das nicht dem Vergessen anheim fallen darf. Durch die Erinnerung an die Verbrechen können wir dazu beitragen, dass sich so etwas niemals wiederholt.

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