Bürgerversammlung Faustball-Mädels begeistern Thiersheim

Die U 14-Faustball-Mädchen der Turnerschaft (TS) Thiersheim haben sich in das Goldene Buch der Gemeinde eingetragen. Das Team um die Trainer Stefan Barth (rechts) und Christian Kropf (stehend, Dritter von links) wurde nicht nur Bezirksliga- und Bayerischer Meister, die jungen Sportlerinnen holten auch die süddeutsche Meisterschaft und wurden dritter deutscher Meister. „Die Mädchen haben uns alle begeistert“, sagte Bürgermeister Werner Frohmader (Zweiter von rechts). Weil die Mädels schon genug Medaillen zuhause haben, wünschten sie sich Kinogutscheine und Popcorn vom Bürgermeister. Foto: Gerd Pöhlmann

Die U 14-Mannschaft der TS trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Sonst geht es bei der Bürgerversammlung um Geld, Bau und Feuerwehr.

Thiersheim - „Es geht uns gut.“ Das war die wohl wichtigste Aussage von Bürgermeister Werner Frohmader bei der Bürgerversammlung in Thiersheim. Die hat am Donnerstag unter großem Interesse der Bevölkerung „zum letzten Mal“ im „Kastaniengarten“ stattgefunden. Eine Ankündigung, die schon Frohmaders Amtsvorgänger Bernd Hofmann bei mehreren Bürgerversammlungen getroffen hatte – sollte die Gaststätte samt Saal doch schon vor einigen Jahren für den Bau eines Seniorenheims weichen und im Gegenzug ein neues Dorfgemeinschaftshaus mit TSV-Vereinsheim entstehen. „Beide Gebäude gehen wir nächstes Jahr an“, sagte Bürgermeister Frohmader, was aus dem Publikum mit „so sicher wie das Amen in der Kirche“ kommentiert wurde.

Finanzen unter Kontrolle

Mit den Finanzen begann Werner Frohmader seinen Rückblick. Thiersheim verfüge über einen genehmigten Haushalt, weshalb die Gemeinde selbst über ihre Ausgaben bestimmen könne. Dankbar zeigte er sich für die Stabilisierungshilfen: 5,16 Millionen Euro flossen vom Freistaat Bayern in das Gemeindesäckel. Im zurückliegenden Jahr baute die Gemeinde rund 700 000 Euro Schulden ab. Es bleiben rund 3,1 Million Euro Verbindlichkeiten, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 1737 Euro entspricht.

Die größte Baumaßnahme im Ortskern wurde im Sommer beendet: die Neugestaltung des Marktplatzes, das „Herzstück“ der Gemeinde, wie der Bürgermeister sagte.

„Wir sind dankbar und stolz, dass wir eine Grundschule haben“, sagte Frohmader. Die habe zwar einen Dorfcharakter, werde aber modern ausgestaltet. Die Aula wurde mit einem neuen Dach, größeren Fenstern und barrierefreiem Zugang versehen, im Hof entsteht ein Außenklassenzimmer; Werk- und Handarbeitsräume wurden umgestaltet, der Allwetterplatz bekam einen neuen Belag und neue Basketballkörbe, und im Keller wird eine neue Pellets-Heizanlage installiert, die nicht nur Schule und Turnhalle, sondern auch das geplante Dorfgemeinschaftshaus und das TSV-Vereinsheim mit Wärme versorgen wird.

Auflagen für Investoren

Als wichtig für die Entwicklung der Marktgemeinde erachtete Werner Frohmader das neue Baugebiet „Am Sonnenhang“. Das sei Grundlage dafür, dass zu den 1752 Einwohnern bald neue dazukämen. Auch mit dem interkommunalen Gewerbegebiet „Am Plärrer“ gehe es voran. Die einstige Ofra-Fläche sei bereits an Firmen aus dem Landkreis verkauft, sagte der Thiersheimer Bürgermeister. Geplant sei, die Waldflächen zu erhalten und den Investoren „grüne Auflagen“ mit auf den Weg zu geben. „Wir erhoffen uns viel vom Gewerbepark“, sagte Frohmader. „Nur wo Arbeitsplätze entstehen, geht es auch weiter.“

Für den Bauhof wurde ein kleiner Traktor angeschafft, mit dem künftig im Winter die Gehwege geräumt werden sollen. Seit diesem Jahr will die Gemeinde den Winterdienst alleine stemmen. Traditionell feiert Thiersheim immer am 12. Dezember Weihnachtsmarkt. Der musste im vergangenen Jahr ausfallen. Ob es im nächsten Monat wieder einen Weihnachtsmarkt geben wird, darüber soll der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung entscheiden.

Senioren im Blick

„Thiersheim wird attraktiv für junge Leute, aber wir müssen uns auch um die Senioren kümmern“, sagte Seniorenbeauftragte Uschi Schricker. Mit Elli Klughardt und Irene Loch habe sie in der Broschüre „Zuhause in Thiersheim“ alle Angebote und Anlaufstellen für ältere Mitbürger zusammengefasst. Uschi Schricker war guter Dinge, dass es nun auch in Sachen Seniorenwohnheim bald vorangehe: „Der Investor hat das Grundstück bereits gekauft.“ Auch der Nah-und-Gut-Markt sei eine wichtige Einrichtung. Doch derzeit seien Sortiment und Öffnungszeiten eingeschränkt, vom Betreiber habe die Gemeinde aber die Zusage, dass der Markt auch noch im nächsten Jahr bestehen bleibe.

Landrat Peter Berek bedankte sich für die gute Zusammenarbeit im Landkreis. Er erinnerte an den Großbrand Anfang Mai. Bei allem Unglück habe er immerhin das gute Gefühl gehabt, dass die Feuerwehren des Landkreises zusammenstehen würden und die Bevölkerung mit anpacke. „Hut ab“, sagte Peter Berek.

150 Jahre Feuerwehr Thiersheim

Auf 150 Jahre Feuerwehr Thiersheim blickte Feuerwehrreferent Heinz Bauer zurück. Zum Jubiläum, das nicht gefeiert werden konnte, gratulierte auch Kreisbrandrat Wieland Schletz. „Feuerwehren haben sich von reinen Löscheinheiten zu multifunktionalen Eingreiftruppen entwickelt“, sagte er. Er dankte allen Aktiven und deren Familien für Engagement und Verständnis.

Werner Frohmader bedankte sich bei Margit Hofmann, die sich nach bald 14 Jahren als VHS-Außenstellenleiterin zurückziehen wird. Eine Ehrung muss der Bürgermeister nachholen: Matthias Wohlrab wurde deutscher Meister im Modellflug, war aber am Donnerstag wieder in Sachen Luftsport unterwegs.

Die Bürgerversammlung umrahmte der Posaunenchor musikalisch, „denn der hatte lange Zeit keine Möglichkeit, aufzutreten“, sagte Werner Frohmader.

Diskussion
Ob es denn schon Pläne für die Zeit gebe, wenn der Lebensmittelmarkt im Ort geschlossen habe, war eine Frage, die in der Diskussionsrunde aufkam. Immerhin sei der Markt in einem Internetportal schon zur Neuvermietung ausgeschrieben. „Die Gemeinde kann hier nur Vermittlerin sein“, sagte Bürgermeister Werner Frohmader. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Egerstraße/Grasiger Weg würde die Verkehrssituation Richtung Stemmas entschärfen, lautete ein anderer Vorschlag. Hintergrund war, dass es für Kinder aus dem Neubaugebiet gefährlich sei, die Egerer Straße zu überqueren. Das, so der Bürgermeister, sei keine Entscheidung der Gemeinde, da es sich um eine Staatsstraße handle. Er regte an, im betreffenden Bereich Geschwindigkeitsmessanlagen aufzubauen. Auf die Frage des zehnjährigen Linus Frohmader, ob es möglich sei, in der Gemeinde einen Pumptrack zu bauen, sagte der Bürgermeister zu, das Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung zu bringen.

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