Bürgerversammlung Röslau Wenig Geld, aber gute Stimmung

Der Blick aus luftiger Höhe vom zukünftigen Neubaugebiet Hofpeunt auf die Container des Kindergartens. Foto: /David Trott

Die Corona-Pandemie setzt Röslau zu. Daher wird der Rotstift angesetzt. Heiße Wortgefechte werden auf der Bürgerversammlung trotzdem nicht geführt.

Röslau - Trotz 3 G-Regel war die Röslauer Bürgerversammlung im Schulhaus relativ gut besucht. Neben fast 30 Anwohnern war auch Landrat Peter Berek in der Gemeinde zu Gast. Wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Bürgermeister Torsten Gebhardt führte sein Stellvertreter Heiko Tröger durch das Programm. Die Gemeindeverwaltung hatte trotzdem an diesem Termin festgehalten, weil die Veranstaltung schon im vergangenen Jahr coronabedingt nicht hatte stattfinden können. Die Gefahr sei zu groß, dass die stark ansteigenden Fallzahlen eine Bürgerversammlung zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht ganz unmöglich machen würden.

Rotstift hilft durch Krisenzeiten

Weil die Pandemie die vergangenen zwei Jahre und auch die nähere Zukunft des Ortes beeinflusste und beeinflussen wird, war Corona zudem ein Dauerbrenner an diesem Abend. Dies zeigte sich schon direkt nach der Begrüßung und bei den Einführungsworten des zweiten Bürgermeisters: „Die Gewerbesteuereinnahmen wurden im Jahre 2019 noch positiv bewertet.“ Daher habe die Gemeinde für das Jahr 2020 Einnahmen von gut 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Natürlich sei aber keiner von einer nahenden Pandemie ausgegangen. Diese habe jedoch zu extremen Löchern im Finanzhaushalt geführt. Das Minus sei so groß gewesen, dass sogar Gewerbesteuer zurückgezahlt werden musste.

„Nur durch die Staatshilfen war es möglich, im Jahre 2020 ohne Kredite auszukommen“, sagt Tröger. Aber nicht nur diese Hilfen, sondern auch das Ansetzen des Rotstiftes habe durch diese schwere Zeit geholfen. Dabei danke er auch den ansässigen Firmen dafür, dass sie trotz aller Widrigkeiten am Standort Röslau festhalten und sogar weiterhin in die Zukunft investieren.

Wenig Geld für Straßenbau

Beim Rückblick und der Vorausschau auf die Projekte der Gemeinde stieg Tröger mit dem geplanten Egerradweg ein. Die Gemeinde habe alle notwendigen Vorbereitungen getroffen und hoffe auf einen baldigen Baubeginn. Nach dem Abriss der Gebäude in der Ebertstraße könnten die Grundstücke – dies müsse jedoch noch genau geprüft werden – verkauft werden. An Kaufinteressenten fehle es nicht. Das Thema Straßenbau sei hingegen ein heißes Thema in der Gemeinde. Auch hier spielten die Corona-Pandemie und die damit verbundenen fehlenden finanziellen Mittel eine tragende Rolle. Die geplanten Projekte Ortsverbindungsstraße nach Bibersbach und das Teilstück Röslau – Zwölfgipfelblick müssten daher verschoben werden. Es fehle schlichtweg das Geld.

Bei der Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Pappenfabrik müssten noch die Altlasten entsorgt werden. Trotzdem sei die Hoffnung groß, dass das Freizeitgelände mit Spielgeräten, Wohnmobilstellplätzen und einer Toilettenanlage bis Ende 2022 fertiggestellt werden könne. „Das Areal wird wunderschön, wenn es fertig ist“, ist sich der zweite Bürgermeister sicher.

Die Notwendigkeit, den Kindergarten zu erweitern, habe sich mehr als bestätigt. Mittlerweile seien schon 20 Container neben der Betreuungseinrichtung aufgestellt worden. Nachdem die Kinder eingezogen sind, sollen die Arbeiten am Kindergarten baldmöglichst beginnen.

To-do-Liste

Auch das Neubaugebiet Hofpeunt stehe weiterhin auf der To-do-Liste der Gemeinde. Zukünftig könnten dort gut 60 Bauplätze entstehen, die junge Familien in die Gemeinde locken. „Wann dieses Projekt umgesetzt werden kann, ist aber noch unklar“, sagt Tröger. Auch hier seien die hohen Kosten in der aktuellen Lage nicht zu stemmen.

Landrat Peter Berek berichtete, dass die Corona-Pandemie auch für eine hohe Auslastung im Landratsamt sorge. Er plädierte dafür, für die Impfung zu werben. Das Leben auf dem Lande schätze er sehr. Es sei ein hohes Gut, das auch in der Öffentlichkeit gewürdigt werden solle.

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