Bundestagswahl Grüner Kandidat steht fest

Ralf Reusch tritt bei der Bundestagswahl Foto:  

Ralf Reusch aus Hof tritt für Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundestagswahl an. Sein Schwerpunkt liegt auf Finanzthemen.

Hof - Die Grünen-Kreisverbände Hof und Wunsiedel haben gemeinsam ihren Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Hof bestimmt, zu dem auch der Landkreis Wunsiedel gehört. Die Aufstellungsversammlung erfolgte per Videokonferenz und Online-Voting; nun folgt noch die Bestätigung per Briefwahl. Gleich im ersten Wahlgang erhielt Ralf Reusch aus Hof, Sprecher im Kreisverband Hof der Bündnisgrünen, die absolute Mehrheit. Seine beiden Mitbewerber waren der Hofer Schauspieler Philipp Brammer und die Unternehmensberaterin Karin Caliebe.

Ralf Reusch lebt mit seiner Familie seit 18 Jahren in Hof; zugezogen ist er seinerzeit aus Darmstadt. Wie er im Gespräch mit der Frankenpost berichtet, hatte ihn sein Arbeitgeber geschickt, um in Hof die Fondsdepotbank mit aus der Taufe zu heben. Reusch (57) ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von 33 bis zwölf Jahren und eine Enkelin. Als Key Account Manager der Bank kümmert er sich um institutionelle Kunden wie Versicherungen. So ist die Finanzwelt auch ein Schwerpunkt seiner politischen Themen. Reusch nennt als Stichpunkte: Umbau der Wirtschaft zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz, den „Green Deal“ der EU (Europa will bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden; das EU-Recht dazu muss in nationales Recht umgesetzt werden), ein „Bio-Siegel“ für Finanzprodukte, Lobbyarbeit unterbinden, Offenlegungspflichten der Unternehmen, dafür sorgen, dass sich Firmen nicht einfach einen grünen Anstrich geben können ohne echte Veränderungen: „Mal einen Baum zu pflanzen macht ein Unternehmen nicht besser.“ Kritisch sieht Reusch in der Region die Projekte Bikepark Kornberg und Höllentalbrücken: „Was soll an diesem Tourismus sanft sein?“, fragt er und stellt fest: „Wenn es für solche Projekte Geld gibt, läuft etwas schief.“ Die Umweltverträglichkeitsprüfungen seien noch nicht mal durch: „Da wird ein Tempo an den Tag gelegt, das Klagen verursacht, und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Recht." Es gelte, die Stärken der Region zu fördern: „Wir brauchen Arbeitsplätze in Dienstleistung und Handwerk.“ Weiter dem Verlust der Industriearbeitsplätze hinterherzuweinen, habe keinen Sinn.

Der Kreisverband Hof hat zudem Ulrike Lehmann und Johannes Kühne zu Delegierten für die Landesdelegiertenkonferenz am 17./18. April zur Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl 2021 bestimmt; auch dies wird noch per Briefwahl bestätigt. Auf der Landesdelegiertenkonferenz wird entschieden, welche Kandidaten welche Listenplätze erhalten. sg

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