Champions League Leere Südkurve, volle Punktzahl – Bayern im Achtelfinale

Der FC Bayern steht im Achtelfinale der Champions League. Nach einem ungewöhnlichen Spiel geht es für München aber auch im letzten Spiel noch um etwas.

Die Südkurve in der Münchner Arena blieb am Mittwoch leer. Foto: Sven Hoppe/dpa

Dass es ein ungewöhnliches Spiel werden würde, deutete sich schon früh beim Betreten der Arena in München am Mittwochabend an. In der Südkurve, dort wo normalerweise das Herz der Bayern-Fans schlägt, herrschte gähnende Leere. Der Teilausschluss von 9000 Fans sorgte für eine ungewohnte Atmosphäre. Doch der FC Bayern ließ sich davon nicht beeindrucken. Passend zur klirrenden Kälte löste die Mannschaft ihre Aufgabe gegen Belgiens Meister Royale Saint-Gilloise eiskalt und unspektakulär – mit einem 2:0-Erfolg und dem sicheren Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse. Dennoch tat sich das Team von Vincent Kompany lange schwer in einem zähen Spiel.

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Die Südkurve musste nach Pyrotechnik-Verstößen leer bleiben. Die Bayern-Fans protestierten mit Transparenten und lautstark dagegen. Foto: Tom Weller/dpa

Ein Grund dafür war der überraschend starke Auftritt der Gäste. Deren Coach David Hubert hatte vor dem Spiel davon gesprochen, dass er zwei Tage dafür gebraucht habe, den FC Bayern zu entschlüsseln, ließ das nur zwei Schlüsse zu: Entweder sind die Kompany-Münchner aktuell kaum entschlüsselbar oder Hubert wurde nach langer Suche nach dem richtigen Schlüssel zum Erfolg fündig. In der ersten halben Stunde deutete sich eher Zweiteres an.

Nicht viel los im ersten Abschnitt

Denn obgleich der Bundesliga-Tabellenführer die gewohnte Dominanz ausübte, machten es die Belgier gut. Durch kluges Verschieben ließen sie kaum Lücken für Münchens Offensive zu. Viel Ballbesitz, wenig Ertrag – so wirkte die Anfangsphase der Gastgeber. Dies – und die ungewohnten Unsauberkeiten im Passspiel – führten dazu, dass Saint-Gilloise immer wieder zu Umschaltmomenten kam.

Der belgische Meister kam entweder über die schnellen Gegenstöße oder über ruhende Bälle oft hinter die Bayern-Abwehr. Mac Allister mit der Fußspitze (21.) und vor allem der unbedrängt köpfende David hätten Saint-Gilloise in Führung bringen müssen. Doch Neuer war beim Kopfball mit all seiner Klasse zur Stelle und wehrte die beste Chance des ersten Abschnitts ab (29.).

Vom deutschen Rekordmeister kam hingegen erst kurz vor der Pause wieder mehr: Nach einem Kimmich-Eckball strich ein Kopfball von Guerreiro nur knapp über das Tor. Es wirkte fast so, als ob die Münchner lieber mit den Toren warteten, bis sie in Richtung leerer Südtribüne spielen würden. Während die belgischen Fans das torlose 0:0 zur Pause bejubelten, froren die Bayern-Fans – und das nicht nur wegen der Minusgrade in der Münchner Arena.

Nach der Pause fallen die Tore

Und so taute das Stadion auch wirklich erst nach der Pause (etwas) auf. Denn nach einem eher frostigen Beginn zeigten die Münchner, wie einfach es gehen kann: Nach einem Eckball lief Kane am kurzen Pfosten ein und köpfte zur Bayern-Führung (52.). Neunzig Sekunden später wurde der Engländer vom Gäste-Keeper im Strafraum von den Beinen geholt. Den Elfmeter verwandelte er – natürlich an diesem Abend – eiskalt (55.). Das Spiel war innerhalb von vier Minuten entschieden. Zwar sah Kim nach einem Allerweltsfoul nach einer Stunde die Gelb-Rote Karte – eine harte Entscheidung des slowenischen Referees –, aber selbst ohne den Innenverteidiger änderte sich zunächst nicht viel am Spielverlauf. Kompany brachte Ito und Davies. Mit Ito war die Viererkette auch wieder komplett.

Und drin ist er: Harry Kane trifft zum 1:0 für die Bayern. Foto: Sven Hoppe/dpa

Der Videobeweis brachte den nächsten Elfmeter – diesmal ein Handelfmeter. Doch Kane traf nur Aluminium (80.). Auch Diaz ließ die Chance auf den dritten Treffer liegen (84.). Dennoch jubelten am Ende die Bayern-Fans unter den 66.000 Zuschauern – nicht nur über den verdienten Sieg, sondern auch über die gute Ausgangslage für das letzte Gruppenspiel in Eindhoven.

Denn eine gute Platzierung unter den ersten Acht könnte noch wichtig werden. Wertvoll wäre ein Platz in den Top 4 der Ligaphase, noch besser wäre ein Platz unter den ersten Zwei. Denn in dieser Saison gibt es eine Neuerung im Modus. Die Vereine auf den Plätzen eins bis vier können nicht nur im Achtelfinale, sondern auch im Viertelfinale das entscheidende Rückspiel im eigenen Stadion bestreiten. Der Tabellenerste und -zweite erhalten diesen Vorteil nach der Neuerung auch im Halbfinale.