Chaos im Wald Von Idylle keine Spur

Am westlichen Hang des Kornbergs unweit des Bahnhofs Kirchenlamitz-Ost liegt versteckt im Wald ein Steinbruch mit einem Brunnen. An dem ehemals idyllischen Fleck wurde vor kurzem Holz geerntet. Die großen Maschinen haben ihre Spuren hinterlassen.

Goethes „Nachtlied“ hätte durchaus im Fichtelgebirge entstehen können – immerhin weilte der große deutsche Dichter und Naturforscher auch in unserer Region. Leider ist unter wenigen verbliebenen Wipfeln nun Ruh’.

Im Waldbereich am Gertrud-Antonie-Brunnen bei Niederlamitz hat der Harvester Tabula rasa gemacht. In der einst lauschigen Waldabteilung unweit des Nordwegs schaut es aus wie auf einem Truppenübungsplatz. Vom Forstweg führte einst ein kaum sichtbares, zugewachsenes Weglein bergan zu einem aufgelassenen Steinbruch. Mächtige Bäume umrauschten die Fläche, an einem kleinen Brunnen erinnert ein Gedenkstein an Gertrud und Antonie, Töchter der beiden Steinbruchsbesitzer. Wie in vielen aufgelassenen Steinbrüchen im Fichtelgebirge hat sich dort ein dunkler See gebildet, an der Bergseite geschützt von einer senkrecht aufragenden Granitwand, vom Weg aus jedoch frei zugänglich. Ein Geheimtipp zum Baden im Sommer, auch Künstler haben sich an dem stillen Ort dort inspirieren lassen und ihn als Rahmen für Installationen und Werke genutzt.

Mittlerweile sind die Geister entflohen, verscheucht vom Lärm der Holzerntemaschinen, die sich tief in den Waldboden gegraben und den Baumbestand gelichtet haben. Wiederum möchte man den großen Literaten zitieren: „Heinrich, mir graut vor Dir!“ Wer auch immer sich angesprochen fühlt.

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