Ungezwungen und fröhlich. Das sind zwei Adjektive, die in der aktuellen Situation Sarah Vogel gewiss nicht automatisch zugeschrieben werden können. Umso bemerkenswerter, wie sich die in Hof geborene Stabhochspringerin im Gespräch mit unserer Redaktion präsentiert: nämlich auffällig unbeschwert – trotz ihrer großen Last. Denn die 22-Jährige leidet an einer chronischen Erkrankung, wie sie vergangene Woche publik machte. Statt bei der jüngsten Leichtathletik-Europameisterschaft in Rom oder der anstehenden Sommer-Olympiade in Paris ungeahnten Höhen hinterherzujagen, beschäftigen die junge Frau völlig unerwartet viel simplere Dinge des menschlichen Lebens. Zeitweise kann Vogel sich nicht mehr bewegen, artikulieren oder essen. Von einer „ziemlich schweren Erschöpfungssymptomatik“ spricht die Wahl-Frankfurterin, die seit Februar an keinem Wettbewerb mehr teilnehmen konnte. Ihr Leidensweg führt sie zu verschiedenen Ärzten, kurzzeitig sogar ins Krankenhaus. Eine konkrete Antwort darauf, was ihr fehlt, erhält sie jedoch lange nicht. Vielmehr stößt sie bei den Medizinern auf eine Menge an Unverständnis. Für die Biochemie-Studentin eine äußerst belastende Zeit. Erst nach einem Hinweis ihrer Mutter und einer Internetrecherche gelingt der Durchbruch. „Inzwischen hat mir ein Arzt eine Diagnose gestellt. Ob er mir aber helfen kann, weiß ich nicht“, sagt die Leichtathletin. Denn Vogels Krankheit, die sie nicht benennen möchte, ist unheilbar und nicht behandelbar. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass es sich von alleine wieder bessert.