Contacta Hochfranken Eine Messe für Schulabgänger

Jürgen Henkel
Sie freuen sich auf die Contacta Hochfranken im September (von links): Hochschulpräsident Jürgen Lehmann, Rainer Blechschmidt (Lehrer im Ruhestand), Dorothee Strunz (Netzwerk Schule-Wirtschaft) und die beiden Veranstaltungsmanager der Hochschule Hof, Kathrin Blug und Christian Sturm. Foto: Hochschule Hof

Die Messe Contacta Hochfranken, die zur Studien- und Berufswahl informiert, findet heuer wieder in Präsenz an der Hochschule Hof statt. Erwartet werden über 2000 Schüler und Schülerinnen.

Mit einem anspruchsvollen Programm startet die Messe Contacta Hochfranken im September erstmals wieder in Präsenz voll durch. Die Hochschule Hof und das Netzwerk Schule-Wirtschaft haben am Dienstag die Pläne für den Herbst präsentiert. Die Vorfreude auf die erste „Präsenz-Contacta“ nach zwei Jahren, vom 27. bis 29. September, ist bei allen Beteiligten groß.

Dorothee Strunz vom Netzwerk Schule-Wirtschaft erklärt: „Wir sind sehr zuversichtlich und glücklich, dass diese Messe wieder voll in Präsenz stattfinden kann. Keine andere Berufsmesse in Deutschland bietet Vergleichbares, von der Lehrerfortbildung zum Auftakt bis zu den Einblicken in die verschiedenen Berufswelten.“ Es gebe aber auch viel Raum für persönliche Begegnungen: „Der persönliche Kontakt bei dieser Messe ist sehr wichtig.“

Die Zahlen können sich sehen lassen. Rund 85 Aussteller sind dabei; dazu zählen Unternehmen und Institutionen. Aus 16 Schulen – meist Gymnasien aus Hochfranken, aber auch angrenzenden Landkreisen, sowie den beiden FOS/BOS aus Hof und Marktredwitz – werden mit rund 2000 Schülerinnen und Schülern vertreten sein. Der Rotary-Club und der Lions-Club bieten rund 80 beruflich erfolgreiche Führungskräfte auf, die von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Die Berufsinformation wird 36 Berufsfelder abdecken; hinzu kommen sieben fachübergreifende Vorträge. Die Messegäste haben die Gelegenheit, bei einer „Science and Techlab-Tour“ die Labore und technischen Einrichtungen der Hochschule Hof und deren Bibliothek kennenzulernen. Rund 170 Vorträge und Führungen finden an den beiden Messetagen statt.

Auch die Auftaktveranstaltungen haben es in sich. Am Dienstag, 27. September, gibt es zunächst am Nachmittag eine regionale Lehrerfortbildung mit einem hochkarätigen Experten aus Berlin. Dieter Dohmen, der Direktor des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie, wird vor rund 100 Teilnehmern aus Schulen, Wirtschaft und Serviceclubs zum Thema „Jugend in Krisenzeiten: Wie können Pädagogen und Ausbilder helfen?“ sprechen. Der Vortrag verspricht Antworten auf hochaktuelle Herausforderungen, kennen doch die Jugendlichen seit mehr als zwei Jahren nur noch den Krisenmodus – von der Corona-Pandemie bis zum Krieg in der Ukraine und damit in Europa. Dohmen thematisiert die Auswirkungen auf das Lebensgefühl der Jugendlichen, ihre psychische Belastbarkeit sowie ihre Schul- und Ausbildungssituation.

Am frühen Abend startet die Messe dann offiziell mit einer ebenfalls hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Generation Corona – Welche Auswirkungen hat die Pandemie auf die Zukunftsentscheidung junger Menschen?“ Hier kommen neben Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auch Lehrkräfte, Schüler und Studierende zu Wort. An diesem Abend werden die besten gymnasialen P-Seminare prämiert. Die beiden folgenden Tage gehören dann dem eigentlichen Messegeschehen. Neu ist hier eine „Virtual Work Experience“. Mittels einer VR-Brille können Schülerinnen und Schüler realitätsnahe Erfahrungen an virtuellen Arbeitsplätzen sammeln. Durch die spielerische Auseinandersetzung mit virtuellen Berufswelten wird zudem das Interesse für Berufszweige und die Neugierde auf reale Praktika geweckt.

Das Vorbereitungs- und Organisationsteam versteht die Contacta Hochfranken „als eine wichtige Hilfe zur persönlichen Orientierung, aber auch als Plattform für Informationen über Berufe, Unternehmen und die Wirtschaft in der Region für junge Menschen“, wie es Dorothee Strunz formulierte. „Diese Messe zeigt, was unsere Region alles zu bieten hat: die Unternehmen präsentieren ihr Profil, die Hochschule stellt ihre Studiengänge vor.“ Auch Fragen wie Selbst- und Zeitmanagement gehörten zu den Themen, die auf der Messe angesprochen werden. Der Präsident der Hochschule Hof, Jürgen Lehmann, sieht einen positiven Effekt für die ganze Region: „Was in der Region stattfindet, kann hier vorgestellt werden. Hier geht es auch darum, für Berufe zu werben, auch wenn viele vom Elternhaus geprägt sind, nach höheren Abschlüssen zu streben.“ Lehmann berichtete erfreut, dass Bewerberzahlen im Ingenieurwesen stabil seien und in der Informatik nachgerade explodierten.

Die richtige Berufsorientierung, Berufs- und Studienwahl ist nach seinen Worten entscheidend. „Das neu geschaffene Studium Generale im Ingenieurwesen ist sehr gut für die Orientierung. Diese Orientierungsphase kann in manchen Fällen einen anderen Weg als den ursprünglich gedachten indizieren, und das kann sehr sinnvoll sein. Wir können es uns nicht leisten, junge Menschen zu verlieren, weil sie sich beruflich nicht richtig orientiert haben“, so der Uni-Präsident. Und so sehen Jürgen Lehmann, Dorothee Strunz und die anderen Organisatoren der Contacta diese Messe auch als einen guten Beitrag zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften in der Region.

 

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