Corona-Ausbruch in Hofer Seniorenheim 38 Infizierte, davon 20 Geimpfte

 Foto: Thomas Neumann

30 Bewohner und acht Angestellte sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. 36 von ihnen tragen die britische Mutante in sich.

Hof - Simone Rödel hat eigentlich keine Zeit für die Presse. Sie muss umorganisieren. So gut es eben geht in diesen Tagen. Dann ruft die Leiterin des BRK Seniorenwohnheimes doch noch zurück und beantwortet geduldig die Fragen, die sich eben stellen, wenn 38 Personen in einem Heim positiv auf das Coronavirus getestet werden. Bei 36 von ihnen weist das Labor B.1.1.7 nach – die britische Mutation des Virus, die, wie Rödel sagt, „sich rasend schnell verbreitet hat“.

In ihrem Haus habe es seit Frühjahr vergangenen Jahres immer mal wieder positive Tests gegeben. „Wir konnten einen größeren Ausbruch immer verhindern“, erzählt Rödel. Nun nicht mehr. Und das führt zu Problemen im Alltag. Acht Pfleger, alle nicht geimpft, seien infiziert und befänden sich nun in Quarantäne. In dieser Woche könne sie die Tag- und Nachtdienste noch abdecken. Sollte die Reihentestung am Montag weitere positive Tests ergeben, will Simone Rödel um Hilfe bei der Bundeswehr bitten, um den Alltag in ihrem Haus meistern zu können.

Die Zahlen, die dieser Ausbruch zutage fördert, zeigen – wenn auch nicht repräsentativ – die ganze Bandbreite des veränderten Virus. Von den 30 infizierten Bewohnern sind 20 geimpft, haben wenn überhaupt nur sehr leichte Symptome wie Erschöpfungserscheinungen und – das ist wichtig – sind kaum ansteckend. Stefanie Schulze, Sprecherin des Landratsamtes, teilt mit, dass der Ct-Wert der Geimpften sehr hoch sei. Das bedeutet, dass die Virenlast im Rachen gering ist. Ab einem Wert von 30 und höher spricht das Robert-Koch-Institut von abnehmender Gefahr, andere noch anzustecken. Ein Umstand, der bei zunehmender Durchimpfung der Bevölkerung wichtig werden wird. Positiv getestete Geimpfte dürften dann kaum mehr den Inzidenzwert belasten.

Überraschenderweise geht es auch den zehn Corona-positiven, aber nicht geimpften, hoch betagten Bewohnern der Einrichtung relativ gut, erzählt Rödel. Sorgen bereiten der Heimleiterin hingegen ihre Angestellten, von denen einige grippeähnliche Symptome in unterschiedlicher Intensität hätten. Das mutierte Virus setzt nun zunehmend auch den Jüngeren zu, das zeigt sich im BRK-Heim deutlich.

Das Haus war eines der ersten, das von einem mobilen Impfteam angefahren wurde. Das war am Silvestertag. „Damals war die Aufklärung über die Impfungen noch nicht so weit fortgeschritten“, antwortet Rödel auf die Frage nach der Impfquote in ihrem Haus. Es klingt wie eine Rechtfertigung, dabei ist ihr Team ganz gut immunisiert. 30 der 76 Pfleger hätten den Pieks erhalten. 20 weitere hätten sich bereit erklärt. Gut möglich, dass nach dem jetzigen Ausbruch und den spürbaren Folgen weitere dazu kommen.

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