Corona-Hotspot Räte fordern Impfangebot für alle Hofer

Für den benachbarten Vogtlandkreis ist die Priorisierung beim Impfen bereits aufgehoben worden. Nun fordern dies drei Fraktionen und drei weitere Räte in einem gemeinsamen Antrag auch für den Corona-Hotspot Hof.

Das Impfzentrum in Hof arbeitet seit Mittwoch unter Volllast, der Freistaat hat nochmals zusätzliche Impfdosen für die Grenzregionen zugesagt. Nun fordert ein breites Bündnis von Hofer Stadträten, die Impfpriorisierung für die Bürger der Saalestadt aufzuheben. Foto: dpa/Jens Büttner

Hof - Im Corona-Hotspot Hof üben drei Stadtratsfraktionen und drei weitere Räte den Schulterschluss: In einem gemeinsamen Antrag fordern sie, die Impfpriorisierung für Hof aufzuheben.

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Dafür haben sich die Fraktionen von CSU, SPD und FAB/Freie sowie Thomas Etzel (Linke), Michael Böhm (Piraten) und Reinhard Meringer (parteilos) zusammengetan. Nur die beiden AfD-Räte sowie die Stadtrats-Grünen haben sich dem Antrag nicht angeschlossen. Wobei gerade die Nichtbeteiligung der Grünen durchaus bemerkenswert ist; sie hatten eine Zusammenarbeit mit CSU und SPD im Hofer Stadtrat vereinbart und damit die „Kenia-Koalition“ in Hof geschaffen.

Die Antragsteller verweisen auf die Möglichkeit, die in Hotspot-Regionen besteht: Hier könnten die Verantwortlichen die Impfpriorisierung aufheben. Eben dies fordern sie von Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) und Landrat Oliver Bär (CSU). „Dies sollte die notwendige Flexibilität bringen, Clustern entgegenzuwirken“, schreiben die Stadträte. Ein Impfangebot für alle Hofer sollte es nach ihrer Meinung sofort geben, nachdem die Erstimpfung der Gruppe eins abgeschlossen ist. Ein solches Vorgehen hatte erst kürzlich der Freistaat Sachsen für den Vogtlandkreis angekündigt, der ebenfalls hohe Inzidenzwerte aufweist.

Im Antrag heißt es, dass „wir nichts unversucht lassen dürfen, der Situation entgegenzuwirken“. Man wolle damit das Wirken der Oberbürgermeisterin und des Landrats unterstützen und ein gemeinsames Zeichen aus Hof nach München und Berlin senden, ergänzt Florian Strößner, Fraktionschef der SPD, einer der Unterzeichner.

Gleichzeitig schlägt der Antrag auch kritische Töne an. Bund und Land seien für ausreichend Impfstoff und Tests zuständig. „Leider müssen wir feststellen, dass es von dieser Seite nur schleppend vorangeht.“ Daher die Forderung, dass Bund und Freistaat den Hotspots weitere Sonderchargen an Impfstoff zur Verfügung stellen – und zwar über die bisherigen Zusagen hinaus. „Dies muss so lange geschehen, bis die Reduzierung der Inzidenzwerte auf den landes- beziehungsweise bundesweiten Durchschnitt erreicht ist.“ Außerdem sollten sich mehr Hausärzte bereit erklären, Impfungen vorzunehmen. Bisher beteiligen sich nur zwei Hofer Praxen am Pilotprojekt des Hofer Gesundheitsamtes.

Die Stadträte begrüßen ausdrücklich die zusätzlichen drei Teststellen im Stadtgebiet, die Oberbürgermeisterin Döhla bald einrichten will. „Allerdings bitten wir Sie, beim Freistaat mit Nachdruck ausreichende Testkapazitäten einzufordern.“