In Gemeinschaftsunterkunft Corona in Arzberg: Regierung weist alle Vorwürfe zurück

In der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber haben sich mehrere Menschen mit Corona infiziert. Ein Hausverwalter brachte massive Kritik gegen die Regierung von Oberfranken vor. Foto: /Florian Miedl

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Unterkunft für Asylbewerber in Arzberg: In einer Stellungnahme wendet sich eine Pressesprecherin der Behörde gegen die Kritik eines Hausverwalters.

Arzberg - Massive Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber hat ein Mitarbeiter der Regierung von Oberfranken im Gespräch mit der Frankenpost über den Corona-Ausbruch in einer der beiden Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in Arzberg erhoben (wir berichteten). Der Mitarbeiter ist einer der Hausverwalter, hat sich ebenfalls mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert und klagt über Beschwerden wie starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichte Atemnot. Unter anderem wirft der Hausverwalter der Regierung vor, ihrer Sorgfaltspflicht gegenüber den Mitarbeitern in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) nicht nachgekommen zu sein.

Die stellvertretende Pressesprecherin der Regierung von Oberfranken, Sabine Kerner, nimmt in einer aktuellen Mitteilung Stellung zu den Vorwürfen. Die Quintessenz der Reaktion aus der Bezirksregierung: Die Kritik des Hausverwalters ist nicht berechtigt.

Regierung weist Kritik zurück

„Wir bedauern es sehr, dass sich unser Mitarbeiter mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckt hat und erkrankt ist und hoffen sehr, dass er sich bald wieder auf dem Weg der Besserung befindet“, heißt es in der Stellungnahme. Der Regierung liege sehr daran, den Mitarbeitern bei ihren Aufgaben den größtmöglichen Schutz zukommen zu lassen. Den Hausverwaltern der Gemeinschaftsunterkünfte seien in ausreichendem Maße Desinfektionsmittel, Schutzhandschuhe und Schutzmasken zur Verfügung gestellt worden. Bereits vor längerer Zeit hätten die Mitarbeiter zudem ein Schutzpaket mit Schutzanzug und Sicherheitshandschuhen erhalten. Bei Bedarf könnten weitere Schutzmasken geliefert werden. Sobald in der Vergangenheit die Ergebnisse der Reihentestungen in den von positiven Corona-Fällen betroffenen Gemeinschaftsunterkünften vorgelegen hätten, ist die Regierung laut Sabine Kerner stets an die jeweiligen Hausverwalter herangetreten und habe nachgefragt, ob noch in ausreichendem Maße Schutzausrüstung vorhanden sei. Im Bedarfsfall sei unverzüglich eine Lieferung veranlasst worden.

Vorgaben durch Hygieneplan

„Zum grundsätzlichen Umgang mit dem SARS-CoV-2-Virus wurde zudem ein Rahmenhygieneplan für alle Unterkünfte erarbeitet und an die Hausverwalter versandt. Diesen oblag dann die konkrete Umsetzung vor Ort“, betont die Pressesprecherin. Zutreffend sei der Vorwurf, dass es keine spezielle Einweisung in das Tragen von Masken und Schutzanzügen gegeben habe. „Wir haben diesbezüglich bei einigen Hausverwaltern nachgefragt, ob diese hierfür einen entsprechenden Bedarf sehen. Dies wurde verneint.“

Zur Kritik des Verwalters, dass er immer wieder Corona-Tests für sich und seine Kollegen angemahnt habe, die Regierung darauf aber nicht eingegangen sei, merkt die Sprecherin der Regierung an: „Unseren Hausverwaltern wird bei den auf Veranlassung der Gesundheitsämter durchgeführten Reihentestungen stets die Möglichkeit eröffnet, ebenfalls mitgetestet zu werden.“ Die Situation in den Alten- und Pflegeheimen lasse sich nicht mit der in einer Gemeinschaftsunterkunft vergleichen. „Die dort stattfindenden regelmäßigen Testungen der Mitarbeiter dienen vor allem dem Schutz der im Heim lebenden vulnerablen Bewohner. Hier soll das Risiko, dass das Corona-Virus von außen in das Heim getragen wird, minimiert werden.“ Der Schutz der Hausverwalter in den Gemeinschaftsunterkünften könne in erster Linie durch eine sorgfältige Umsetzung der Hygieneregeln und Nutzung der Schutzausrüstung geschehen.

Kontakt zu Gesundheitsämtern

In diesem Zusammenhang weist Sabine Kerner darauf hin, dass kein Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft das Büro der Hausverwalter betrete. In der Tür befinde sich eine Öffnung, die mit einer Plexiglasscheibe versehen ist, sodass kein direkter Kontakt zwischen den Bewohnern und den Hausverwaltern gegeben sei. Die Post werde durch eine Öffnung unterhalb der Plexiglasscheibe gereicht.

Dass ein Vorgesetzter gesagt habe, die Hausverwalter könnten eine KN95-Maske eine ganze Woche tragen, streitet die Pressesprecherin ab. Eine solche Aussage sei von den zuständigen Mitarbeitern der Regierung nicht getroffen worden. Woher diese rühre, sei nicht bekannt. Auch den Vorwurf, dass es für Fälle wie den Corona-Ausbruch in der Gemeinschaftsunterkunft am Wochenende keine Notrufnummer bei der Regierung gebe, lässt Sabine Kerner nicht gelten: „Für solche Fälle haben wir den Gesundheitsämtern eine Mobilnummer mitgeteilt, unter der sie im Bedarfsfall unverzüglich einen Ansprechpartner der Regierung von Oberfranken erreichen können. Über ihn werden die Kollegen informiert. Dies hat in der Vergangenheit auch stets gut funktioniert.“

Am Wochenende habe die Regierung keine Informationen des Gesundheitsamtes Wunsiedel über die insgesamt 14 positiven Corona-Fälle in der GU in Arzberg erhalten. „Nachdem uns der Hausverwalter über sein positives Testergebnis informiert hat, haben wir mit dem Gesundheitsamt Wunsiedel unverzüglich Kontakt aufgenommen“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. C. S.

 
 

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