Corona in Kulmbach Mutationen mehr verbreitet als gedacht

Erneut steigt die Zahl der Coronafälle im Landkreis. In der Stadt bleibt die Maskenpflicht. Foto: Gabriele Fölsche

Im Landkreis Kulmbach wächst die Sorge vor Virus-Mutationen. Ein erstes Screening von Positiv-Proben verheißt nichts Gutes.

Kulmbach - 24 am Donnerstag neu bestätigte Coronafälle haben im Landkreis Kulmbach die 7-Tage-Inzidenz auf 124,36 steigen lassen. Und diesmal ist es, wie es scheint, nicht allein einem „diffusen“ Infektionsgeschehen geschuldet. Das Kulmbacher Landratsamt geht zumindest zu einem Teil von einem Ausbruchsgeschehen aus, das die Zahlen nach oben getrieben hat. Auf einer Baustelle im westlichen Landkreis wurden laut Oliver Hempfling gleich mehrere Fälle entdeckt. Arbeiter unterschiedlicher Betriebe seien davon betroffen. Und Hempfling hat auf Nachfrage der Frankenpost, was die Suche nach möglichen Virus-Mutationen angeht, gleich noch eine Nachricht, die Anlass zur Besorgnis gibt: Wie es scheint, sind im Landkreis Kulmbach mehr Mutanten unterwegs als bisher bekannt gewesen ist.

An welcher Stelle genau das Ausbruchsgeschehen festgestellt wurde, sagt Hempfling nicht. Recherchen unserer Zeitung haben jedoch ergeben, dass es wohl die Baustelle in Hornschuchshausen bei Mainleus ist, die nun auch in den Blickpunkt der Gesundheitsbehörden gerückt ist. Die festgestellten Infektionen gehen, wie zu hören ist, wohl quer durch fast alle Firmen, die auf dieser Baustelle beschäftigt sind. Elektriker und Maler seien genau so betroffen wie Baustellenbetreuer und Mitarbeiter eines Architekturbüros. „Es hat jede Menge Handwerker erwischt“, sagt einer, der selbst auf der Baustelle tätig ist.

Das neue Ausbruchsgeschehen ist ein Schwerpunkt, der sich am Donnerstag ergeben hat. Ein weiterer ist die Zwischenbilanz aus dem Screening, das der Landkreis in Bezug auf alle positiven Tests veranlasst hat. Dabei geht es um die Suche nach möglichen Virus-Mutationen. Seit dem 9. Februar, sagt Oliver Hempfling, seien 121 neue Fälle zum Screening geschickt worden. 36 dieser Fälle haben laut Hempfling den Verdacht auf die Variante B1.1.7, allgemein als die britische Virus-Mutante bekannt, ergeben. Das Landratsamt habe auf die Rückfrage, wie sicher das Screening die Antwort erhalten, dass sich in weit mehr als 90 Prozent der Verdachtsfälle nach dem Screening in der dann folgenden Sequenzierung der Verdacht bestätigt. Bislang waren im Landkreis Kulmbach nur drei Fälle bestätigt worden. Damit müsse man nun aber davon ausgehen, dass es sich möglicherweise um knapp 30 Prozent Verbreitung handeln könnte. Das entspricht laut Hempfling in etwa auch den Werten, die bislang bayernweit und bundesweit festgestellt worden sind.

Nicht nur die 7-Tage-Inzidenz ist wieder deutlich gestiegen. Am Donnerstagnachmittag musste das Landratsamt auch erneut einen Todesfall melden. Die Zahl der in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion stehenden Todesopfer ist damit auf jetzt 91 gestiegen.

Von den aktuell 112 Corona-Fällen, die am Donnerstagnachmittag bekannt waren, fallen 89 in die vergangenen sieben Tage. Die Zahl der Coronafälle seit Ausbruch der Pandemie beträgt nun 2178, 1975 Menschen gelten als wieder genesen. Deutlich angestiegen ist auch die Zahl der Menschen, die gerade wegen Corona in Quarantäne sein müssen. 352 Landkreisbewohner sind davon betroffen. Am Klinikum befanden sich am Donnerstag 21 Covid-Patienten in stationärer Behandlung, acht müssen intensivmedizinisch betreut werden.

In den Teststrecken der Abstrichstelle des Landkreises und durch mobile Reihentestungen wurden seit Anfang der Woche 716 Testungen durchgeführt. An den drei Schnelltestzentren wurden seit Anfang der Woche rund 300 Tests abgenommen.

 

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